Börsenkommentar: Namenlose Aliens

KommentarBörsenkommentar: Namenlose Aliens

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wiwo-Redakteurin Angela Hennersdorf

von Angela Hennersdorf

Die US-Justiz jagt Banken. Persönlich haftet niemand - auch nicht bei der Deutschen Bank.

Wie gerne würde Lloyd Blankfein, Chef der Investmentbank Goldman Sachs, das Kapitel Finanzkrise endlich abschließen. Im vergangenen Jahr zahlte das Geldinstitut eine halbe Milliarde Dollar Strafe, um eine Klage der US-Finanzaufsicht SEC wegen Betrugs abzuwenden. Goldman, so die SEC, habe Kunden getäuscht, die Märkte manipuliert und Kunden auch dann noch faule Papiere angedreht, als der Hypothekenmarkt längst kippte. Die Summe, zu der die SEC Goldman verdonnerte, war die höchste Strafe, die sie jemals verhängt hat.

Freigekauft ist Goldman mit der Strafe aber nicht. Die Ermittlungen der Justiz laufen weiter – nun auch gegen Morgan Stanley und Bank of America. Staatsanwalt Eric Schneiderman prüft die Hypothekengeschäfte, die die Geldhäuser während des Kreditbooms abgewickelt haben. Es wird Zeit, dass endlich ernsthaft ermittelt wird, wie die Banken genau faule Hypotheken in Wertpapiere umschichten konnten und diese so schön verpackt ungeniert in alle Welt weiterverkaufen konnten. Die Geldhäuser scheffelten Milliarden, irgendwann platzte die Blase, der Immobilienmarkt brach zusammen. Bis heute liegt er am Boden, während die Banker wieder große Gewinne einfahren.

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Es gibt genug Fragen an die Banken, die auch drei Jahre nach dem Zusammenbruch der Märkte und nach zig Untersuchungen noch immer unbeantwortet sind. Wussten die Bankmanager, dass diese Hypotheken faul waren? Wenn nicht, warum nicht? Waren sie einfach inkompetent, oder haben sie wissentlich betrogen? Waren die millionenfachen Zwangsversteigerungen von Häusern überschuldeter Familien nach dem Platzen der Immobilienmarktes rechtens?

Auch für die Deutsche Bank ist das Kapitel Finanz- und Immobilienkrise noch nicht ausgestanden. Gleich zwei neue Klagen haben die Deutschen wegen ihrer Immobiliengeschäfte in den USA am Hals. Einmal verklagt das US-Justizministerium die Deutschen und fordert eine Milliarde Dollar Schadensersatz, weil sie sich über ihre US-Tochter Mortgage IT Garantien der US-Regierung für Hypothekenkredite erschlichen habe. Außerdem verklagt Los Angeles die Deutsche Bank auf mehrere Hundert Millionen Dollar Schadensersatz und Geldbußen. Die Stadt wirft dem Institut vor, Menschen wegen angeblicher Überschuldung illegalerweise aus ihren Häusern vertrieben zu haben.

Billige Vergleiche

Das Problem an all diesen Zivilklagen: Meistens enden sie mit Vergleichen. Die Banken zahlen, das fällt ihnen nicht schwer. Zu einer strafrechtlichen Verfolgung derjenigen, die diese Geschäfte einfädelten und die dafür Verantwortung trugen, ist es noch nicht gekommen. Warum eigentlich nicht?

In diesen Banken arbeiten keine namenlosen Aliens. Wenn Staatsanwälte in den USA es nicht schaffen, Manager wegen Betrugs strafrechtlich zu verfolgen, dann signalisieren sie eines: Gegen Gesetze zu verstoßen lohnt sich!

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