Börsenkommentar: US-Autowerte: Lehren aus der Krise

KommentarBörsenkommentar: US-Autowerte: Lehren aus der Krise

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Ford musste in der Krise nicht betteln

von Andreas Henry

Zwei Lehren können Anleger aus dem Überlebenskampf der US-Autoindustrie ziehen: Auf den Abgrund zurollende Großkonzerne lassen sich nur sehr schwer drehen. Wenn das aber gelingt, winken hohe Aktiengewinne.

Vor drei Jahren galt Ford als mindestens genauso schwach wie die beiden anderen im Trio der strauchelnden US-Automobilkonzerne: Bei Chrysler versuchte die Private-Equity-Gruppe Cerberus einen Neuanfang nach der Daimler-Ära – und scheiterte kolossal. Bei General Motors (GM) quälte sich das alte Management bis in den Konkurs, den auch Chrysler nicht mehr abwenden konnte. Daimler, private Investoren, Aktionäre und Anleihegläubiger verloren nahezu alles.

Bei Ford machte der bis dahin unglücklich operierende Urenkel des Gründers einem neuen Chef Platz – aus heutiger Sicht ein Glücksgriff: Alan Mulally, ein Branchenfremder vom Flugzeughersteller Boeing, stellte in der Ford-Zentrale in Dearborn alles auf den Kopf und vieles Althergebrachte infrage, vor allem aber agierte er schnell. Er besorgte sich ein Liquiditätspolster, bevor die Kreditmärkte kollabierten. Er rüttelte an in der Branche heiligen Prinzipien, etwa an dem, wie lange es dauern darf, ein neues Auto zu entwickeln. Er verkaufte Marken wie Jaguar und Land Rover, als Käufer dafür noch etwas zahlten. Vor rund einem Jahr, als GM und Chrysler in Washington um Milliarden bettelten und Mulally kundtat, er brauche keine Hilfe, notierte die Ford-Aktie unter zwei Dollar. Jetzt steht sie bei neun. Da ist die Luft jetzt allerdings dünn geworden.

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Ford-Anleihen sind aussichtsreicher

Denn mit einer Börsenkapitalisierung von mittlerweile wieder rund 30 Milliarden Dollar ist Ford im Vergleich zu anderen Autokonzernen wieder reichlich ambitioniert bewertet. Aussichtsreicher als die Aktie scheinen Ford-Anleihen, von denen viele noch wie Junk Bonds eines Pleitekandidaten eingestuft sind. Dabei trauen Branchenexperten Ford mittlerweile eine nachhaltige Rückkehr in die schwarzen Zahlen zu. Zuletzt produzierte der Konzern sogar wieder einen positiven Cash-Flow von 1,3 Milliarden Dollar im dritten Quartal.

So schnell wie möglich soll auch GM wieder auf dem Kurszettel erscheinen. Das hatte Chairman Ed Whitacre bereits verkündet, bevor er in dieser Woche den amtierenden GM-Vorstandschef Fritz Henderson feuerte und dessen Posten selbst übernahm. Offensichtlich ging es ihm nicht schnell genug. Wie Whitacre allerdings in nicht allzu ferner Zukunft GM-Aktien zu einem für Anleger attraktiven Preis anbieten will und gleichzeitig seinen wichtigsten Auftrag erfüllen kann, nämlich 59 Milliarden Dollar Staatsstütze zurückzuzahlen, ist selbst fantasiebegabten Investmentbankern noch ein Rätsel. GM müsste dafür mit fast 80 Milliarden Dollar bewertet werden. Vielleicht sollte Whitacre versuchen, Alan Mulally bei Ford abzuwerben.

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