Börsenkommentar: Weitere Dominosteinchen fallen

Börsenkommentar: Weitere Dominosteinchen fallen

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Northern Rock in London

Der US-Bankensektor ist stark genug, die Folgen der selbst verursachten Krise auszubaden. Verstaatlichungen, so wie die der britischen Northern Rock, sind unvorstellbar.

Die am vergangenen Wochenende angekündigte Übernahme der faktisch bankrotten Bank Northern Rock durch die britische Regierung ist ein krasser Verstoß gegen eine kapitalistische Grundregel: Wer mit der Chance auf eine besonders hohe Belohnung ein besonders hohes Risiko eingeht, sollte auch die vollen Konsequenzen tragen, wenn die Wette schiefgeht. Leuchtet ein, oder? Andernfalls wären alle Mechanismen einer vernünftigen Risikoeinschätzung außer Kraft gesetzt. Die Northern-Rock-Aktionäre hatten bereits Konsequenzen gezogen. Der Kurs der Bank-Aktie fiel seit August, dem Beginn der Subprime-Krise, um rund 90 Prozent.

Jeder kleine Investor stellt sich beim Kauf einer Aktie diese Frage: Wie hoch ist das Risiko, wie hoch der potenzielle Gewinn, und stehen diese beiden Größen in einem vernünftigen Verhältnis zueinander? Dieser für einen seriösen Investor existenzielle Zusammenhang ist bei den Banken während der Boomjahre der strukturierten Finanzprodukte allerdings komplett ausgeblendet worden. Wer viel wagte, gewann viel, konnte aber kaum verlieren. Über Jahre hinweg kassierten die Erfinder und Verkäufer von dubiosen Finanzinstrumenten wie ABS , CDO und CLO viele Millionen Dollar an Boni. Zurückgeben mussten sie davon, als die Blase platzte, nichts – auch wenn die riskanten Geschäfte aus den Vorjahren den Banken und ihren Eigentümern, den Aktionären, nun Milliardenverluste bescheren. Okay, es gab ein paar Entlassungen, aber selbst die meist mit einem goldenen Handschlag. Hier an der Wall Street kursiert ein Strichmännchen-Cartoon, der die Genese des Chaos darstellt, vom mittellosen US-Hauskäufer bis hin zum norwegischen Dorf-Pensionsfonds, der auf wertlosen Papieren sitzen bleibt und merkt, dass er von einer ganzen Kette von Banken reingelegt wurde. Als Anleger und Versichertem mag einem das Lachen darüber allerdings im Hals stecken bleiben.

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Denn immer noch fallen weitere Dominosteine. Jetzt weitet sich die Krise auf gewerbliche Immobilien in den USA aus. Und der Markt für Unternehmensanleihen knickt ein. Dort drohen weitere Milliarden-Abschreibungen, die umso höher ausfallen werden, je tiefer die US-Wirtschaft in eine Rezession rutscht. Dennoch wird es eine Bank-Verstaatlichung in den USA nicht geben – zumindest während der Amtszeit von George W. Bush nicht. Immerhin ist es einer ganzen Reihe von US-Banken gelungen, aus aller Welt frisches Kapital anzuziehen. Und falls eine Bank kollabiert, macht sich sofort ein Gesünderer über den Kranken her.

Da funktionieren die kapitalistischen Regeln eben noch.

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