Boni-Banker in London: Macht endlich Druck!

KommentarBoni-Banker in London: Macht endlich Druck!

von Yvonne Esterházy

In der Londoner City werden wieder üppige Boni verdient. Warum die Politik das nicht hinnehmen wird und Aktionäre rebellieren sollten, kommentiert WirtschaftsWoche-Korrespondentin Yvonne Esterházy aus London.

Macht endlich Druck!

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Die Londoner Filiale der Royal Bank of Scotland (RBS)

Die Volksseele kocht. Am größten Finanzplatz Europas kann man heute fast den Eindruck gewinnen, die Finanzkrise habe nie stattgefunden. Banken verdienen bombig, und Banker, die ihren Job behalten haben, sahnen ab. Schon machen wieder Berichte über dekadente Exzesse böser Buben die Runde. Schnelle Sportwagen, sündhaft teure Rotweine, Trinkgelder für Stripperinnen in dreistelliger Höhe – es ist fast wieder wie in den schlechten alten Zeiten. Immobilienmakler berichten, sie könnten sich vor Anrufen von Goldman-Sachs-Bankern kaum retten. Beim Auktionshaus Christie’s wurden Gemälde der Deutschen Martin Kippenberger und Neo Rauch zu Rekordpreisen versteigert.

Goldman Sachs, Barclays, Deutsche Bank und andere haben in den letzten Monaten wieder glänzend verdient. Und weil im Investmentbanking immer noch gilt, dass den Regenmachern große Anteile der Beute zustehen, damit man sie halten kann, will Goldman Sachs erneut rund die Hälfte der Gewinne an die Belegschaft ausschütten. Mehr als 400.000 Pfund erhält der durchschnittliche Londoner Goldman-Sachs-Mitarbeiter wohl in diesem Jahr – Sekretärinnen mit eingerechnet. Als besonders ungerecht empfinden es viele, dass auch bei den vom Staat geretteten Banken Royal Bank of Scotland und Northern Rock nun in einigen Fällen wieder Vergütungen gezahlt werden, die über den Gehältern der Durchschnittsbürger liegen.

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In der Politik wächst die Empörung

Denn für die Folgen der Finanzkrise – Rezession, Arbeitslosigkeit und enorme Staatsverschuldung – werden die Menschen in der realen Welt noch viele Jahre bezahlen müssen. „Noch nie schuldeten so wenige so vielen so viel Geld“, wetterte der Gouverneur der Bank of England, Mervyn King. Auch in der Politik wächst die Empörung. Immerhin musste der Staat zur Rettung der Banken und zur Stützung der Wirtschaft riesige Summen ausgeben. Hätte der Staat das nicht getan, könnten selbst Banken, die seine Hilfe nicht in Anspruch nahmen, heute keine riesigen Gewinne scheffeln. In Britannien wird im nächsten Sommer gewählt. Boris Johnson, konservativer Bürgermeister von London, nennt Banker, die sich für 500 Pfund pro Person mit Kaviar und Gänseleber-Pastete vollstopfen, „Küchenschaben“, die nichts dazugelernt hätten.

Scharfe Politikerworte sind das eine, die Frage, was sich ändern wird, das andere. Realistisch scheint dieser Weg: Die großen institutionellen Anleger, die Gelder von Millionen Sparern und Pensionären verwalten, müssen den Banken Druck machen – nicht nur in London. Sie müssen darauf pochen, dass die Bonus-Pools begrenzt, Gewinne zur Stärkung der Bankbilanzen eingesetzt werden.

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