Boni-Banker: Managergehälter vor gesetzlicher Regulierung

Boni-Banker: Managergehälter vor gesetzlicher Regulierung

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Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, hat laut Studie 92 Prozent weniger verdient als im Vorjahr, nämlich 1,15 Millionen Euro. Er rät Bankmanagern zum freiwilligen Gehaltsverzicht.

Bonus-Zahlungen für Banker bleiben ein Reizthema, gesetzliche Beschränkungen sind in Vorbereitung. Daran dürfte auch die Forderung von Josef Ackermann nach einem freiwilligen Bonus-Verzicht nichts ändern.

Noch vergangene Woche sagte Josef Ackermann, Vorstandschef der Deutschen Bank, in einem Interview mit der „Financial Times“, er halte die Diskussion um Managergehälter und Boni für übertrieben. „Das Draufhauen ist ein wenig zu einfach geworden“, sagte er der Zeitung, schließlich hätten 90 bis 95 Prozent der Banker nichts mit der Krise zu tun. Also viel Aufregung um nichts? Ackermann kündigte zugleich eine Ergänzung des Bonus-Systems der Deutschen Bank um ein „Malus-System“ an, dass auch Gehaltsabzüge erlaubt.

Kritik an der eigenen Branche

Inzwischen ist das Gebaren der „Boni-Banker“ offenbar auch Ackermann zuviel geworden und er äußert öffentlichkeitswirksam Kritik an der eigenen Zunft. In der „Bild“-Zeitung hat er hohe Bonus-Zahlungen für Führungskräfte kritisiert und Verständnis für Ärger über ein solches Vorgehen geäußert. Generell solle es in Krisenzeiten keine hohen Bonuszahlungen geben. Ackermann forderte den freiwilligen Verzicht auf hohe Bonuszahlungen: „Nicht alles, was einem rechtlich zusteht, nicht alles, was legal ist, ist auch legitim. Wenn viele Bürger unter der Finanzkrise leiden - und das tun sie - müssen gerade auch Bankmanager Opfer bringen.“

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Allerdings ist fraglich, ob ein freiwilliger Bonus-Verzicht nicht durch gesetzliche Regelungen überholt wird. Vieles deutet darauf hin, dass sich die Regierungen stärker in das Vergütungssystem von Managern einmischen. In der vergangenen Woche waren sich die Regierungschefs auf dem G20-Gipfel in London da einig: Die Bonus-Zahlungen für Manager sollen nur noch langfristigen Erfolg belohnen.

Gesetze zur Bonus-Beschränkung auf dem Vormarsch

Auch konkrete Regelungen sind in Vorbereitung: Das US-Repräsentantenhaus hat eine Gesetzesvorlage verabschiedet, nach der unverhältnismäßige Sonderzahlungen an Manager untersagt sind, wenn die Unternehmen Steuermittel erhalten. Bereits am 19. März hatten die Parlamentarier eine 90-prozentige Steuer auf Sonderzahlungen verabschiedet. US-Präsident Barack Obama hatte sich jedoch kritisch zu dieser „Strafsteuer“ geäußert, weil sie nur auf eine „Handvoll von Einzelpersonen“ abziele.  In den USA haben vor allem die Bonuszahlungen in Höhe von 165 Millionen Dollar an Manager des Versicherungskonzerns AIG haben für Aufruhr gesorgt. AIG hat bisher 180 Milliarden Dollar Staatshilfe erhalten, um der Pleite zu entgehen. Inzwischen haben einige AIG-Manager angekündigt, Boni in Höhe von insgesamt 50 Millionen Dollar zurückzuzahlen.

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