Borussia Dortmund: Fußballmeister jetzt verkaufen!

Borussia Dortmund: Fußballmeister jetzt verkaufen!

von Ulrich W. Hanke

Die Anhänger von Fußballbundesligist Borussia Dortmund freuen sich über die Meisterschale, die der Mannschaft zwei Spieltage vor Saisonende nach dem 2:0 über Nürnberg nun niemand mehr nehmen kann. Aktionäre des BVB sollten allerdings trotz all der Freude die Chance nutzen, ihre Anteile zu verkaufen.

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Jubel in Dortmund über die gewonnene Meisterschaft

„Fundamental betrachtet ist die Aktie auf einem völlig absurden Niveau“, sagt Matthias Schrade, Analyst beim auf Nebenwerte spezialisierten Researchhaus GSC aus Düsseldorf. Der Absturz ist nur eine Frage der Zeit. Schrade hält Kurse jenseits von 1,50 Euro für nicht gerechtfertigt. Am vergangenen Freitag stand der BVB-Kurs beim Doppelten, knapp über 3 Euro. Aus psychologischen Gründen scheint der Verkaufszeitpunkt jetzt günstig, wird der Kurs doch wahrscheinlich am Montag nochmals zulegen – und das obwohl die gewonnene Meisterschaft längst eingepreist ist. Zur Erinnerung: Ausgegeben hat der Verein seine Anteile im Boomjahr 2000 für 11 Euro. Vor sechs Jahren drohte ihm noch eine Insolvenz.

Maximal 3 Cent Dividende

Aktionäre sollten der Aktie überhaupt nur treu bleiben, wenn der Verein nun auf dem Transfermarkt seine Spieler teuer verkauft, raten Börsenexperten wie Analyst Schrade. „Doch das Gegenteil ist oft der Fall“, sagt Schrade. Derzeit hat die Mannschaft einen Gesamtwert von schätzungsweise 130 Millionen Euro. Der BVB ist hingegen mit 57 Millionen Euro verschuldet. Die Teilnahme an der Champions League bringt mindestens 20 Millionen Euro.

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Doch die Dortmunder könnten auch schnell in der Gruppenphase rausfliegen und dann bliebe ein weiterer Geldregen aus. Etwa fünf Millionen aus Prämien gibt es dem Vernehmen nach noch von Sponsoren wie Evonik, Signal Iduna, Kappa und anderen. Zusätzlich bekommt der BVB künftig noch weitere sieben Millionen mehr als in der aktuellen Saison aus den TV-Geldern und der Auslandsvermarktung.

Aktionäre können laut GSC Research aber maximal mit einer Dividende von bis zu 3 Cent rechnen, die der BVB mal in Aussicht gestellt hat. Übernahmenphantasien gibt es beim BVB-Titel keine, ist der Verein doch eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA), wer also sämtliche Aktien hält, hat dennoch nicht das Sagen – so die Bedingungen für eine Lizenz.

Fans ist zu empfehlen, sich eine Schmuckaktie in Papierform zu zulegen. Diese kostet 39 Euro und 6,50 Versandkosten (siehe: http://www.bvb.de/?%81%99R%1B%E7%F4%9D) und macht sich bestens eingerahmt an der Wand. Die Aktie im Depot ist nur etwas für wahre, bedingungslose Fans oder besser gesagt für BVB-Wohltäter.

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