Britisches Pfund: Lockruf des Spekulanten nach Pfund-Abwertung

KommentarBritisches Pfund: Lockruf des Spekulanten nach Pfund-Abwertung

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Finanzinvestor George Soros

von Martin Gerth

Investor George Soros empfiehlt der neuen britischen Regierung angesichts der maroden Staatsfinanzen das Pfund abzuwerten. Sein Ratschlag ist nicht uneigennützig, denn Soros und andere Spekulanten stehen in dem Verdacht, derzeit gegen die britische Währung zu wetten. Schon 1992 verdiente Soros etwa eine Milliarde Dollar mit Pfund-Spekulationen.

Die neue britische Regierung ist zwar noch nicht gewählt, dennoch drängen sich schon jetzt selbsternannte Ratgeber auf. Einer von ihnen ist Börsenjongleur George Soros, der für seine Währungsspekulationen berühmt, für die leidtragenden Regierungen eher berüchtigt ist. 

Sein Rat an den zukünftigen britischen Premier, das Pfund billiger zu machen, kann daher auch als Drohung empfunden werden. Schon einmal, 1992, wettete er gegen das britische Pfund, als die damalige Regierung es versäumte, die heimische Währung abzuwerten. Damals wie heute waren die britischen Staatsfinanzen in einem schlechten Zustand. Wenn Soros jetzt zur Abwertung des Pfund rät, dann liegt ihm weniger das Wohl der britischen Volkswirtschaft am Herzen, sondern eher der Erfolg der eigenen Spekulation.

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Am Tropf der Finanzbranche

Allerdings wäre es zu einfach, Soros als bösen Buben abzustempeln. Er nutzt lediglich die Versäumnisse der britischen Regierungen aus, die über einen langen Zeitraum mehr Geld ausgegeben haben, als es das Land und damit die Steuerzahler verkraften konnten. Gerade die politisch Verantwortlichen in London hätten eigentlich keinen Grund, Spekulanten und Finanzinvestoren an die Wand zu nageln. Schließlich hängt die britische Wirtschaft am Tropf der Finanzbranche, weil die Industrie im Vereinigten Königreich kaum noch eine Rolle spielt.

Wer Soros an den Pranger stellen will, müsste sich auch die Frage nach den tausenden von Anlegern gefallen lassen, die sich hochprozentige griechische Anleihen ins Depot geholt haben. Sie haben die schlechte Bonität Griechenlands ausgenutzt und sind dabei eine riskante Wette eingegangen. Das ist keineswegs unmoralisch und diese Anleger sind genauso wenig für das griechische Schuldendesaster verantwortlich wie Soros für das britische Haushaltsloch.

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