Buchrezension: Unverbesserliche Banker

Buchrezension: Unverbesserliche Banker

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Bank Banker Bankrott: Reale Geschichte oder Hirngespinst?

Der Autor René Zeyer erzählt in seinem Buch „Bank Banker Bankrott“ 88 Geschichten aus dem Innenleben der Banken. Wie die Banker aus der Finanzkrise nicht lernen.

Wladimir ist einer von Kusters wichtigsten Kunden. 250 Millionen Euro hat er dem Schweizer Privatbanker bereits anvertraut. Und Wladimir zeigt sich gewillt, nochmals 40 Millionen nachzuschieben. Damit hätte Kuster bereits im Mai sein Jahressoll erfüllt, der Bonus wäre gesichert.  Drum lässt sich der Banker auch schnell überreden mit Wladimir einen Abstecher nach Brüssel zu machen, um dort ein Antiquitätengeschäft zu besuchen. Das ist der Beginn einer langen Freundschaft, kalkuliert Kuster.

Wladimir lässt  sich ein Barockensemble mit Goldverzierungen für 350.000 Euro andrehen. Für Kuster hat der Verkäufer einen Sekretär ausgesucht. Kuster wollte schon sagen: „Vielen Dank, aber der sieht ja grauenhaft aus“, als er den aufmunternden Blick von Wladimir bemerkt. „Wunderbares Stück“, sagt Wladimir, „ist doch genau das Richtige für einen Banker.“ Kuster kauft den Sekretär. Wladimir nickt anerkennend und Kuster schluckt leicht als er mit seiner privaten Kreditkarte die 20.000 Euro für den Sekretär inklusive Transport bezahlen muss. Einige Tage später ruft Wladimir bei Kuster an und sagt, dass er sich das mit den 40 Millionen doch noch mal überlegen muss, vielleicht nächstes Jahr.

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Unfassbare Geschichten aus dem Leben der Banker

Eine reale Geschichte oder Hirngespinst? Diese Frage stellt sich bei jedem Kapitel des Buches „Bank, Banker Bankrott“ von René Zeyer. Süffisant erzählt der Autor unfassbare Geschichten und kleine Anekdoten aus dem Leben der Banker. Der eine schönt kurzerhand die Zahlen eines wichtigen Kunden, um die Pleite zu verschleiern, in einem anderen Fall wird einem Kunden durch geschickte Wortwahl vorgegaukelt, mit seinem Depot sei alles in Ordnung – wobei er zu diesem Zeitpunkt längst Millionen verloren hat.

Meist ist Kuster der Protagonist. Der stinkreiche private Banker, der nur für die Superreichen zuständig ist, und in einem luxuriösen Loft lebt. In seinem Leben ist nur eines von Bedeutung: er selbst. Und so wundert es auch nicht, dass ihm bei der Fusion seiner Bank mit einem anderen Institut die Mitarbeiter seiner Abteilung völlig egal sind. „Sagen Sie, Phillipp“, fragt ihn einer seiner Angestellten, „bedeutet das für mich, dass meine Stelle gefährdet ist?“ „Belästigen Sie mich doch nicht mit so einem Kleinscheiß“, brüllt Kuster, „ich habe hier ganz andere Probleme.“

Denn Kuster hat Angst um sein Büro, sorgt sich, dass er aus seinem schicken Palast in der Innenstadt ins Randviertel in irgendeinen dieser schäbigen Bürotürme ziehen muss. Drum schreibt er kurzerhand dem Vorstandschef eine Mail: „Darf ich davon ausgehen, dass mein persönliches Büro von diesem Entscheid nicht tangiert wird. Du weißt, Kundenempfang, präsentieren, Cachet. Mal wieder auf eine Cohiba?“

Kuster, dem Widerling, widerfährt zum Schluss zumindest ein klein wenig Gerechtigkeit – wenngleich auch nur im Traum. Mitarbeiter Müller schießt ihn mit drei Kugeln nieder. All diese Storys sind aus dem wahren Leben der Banker verspricht Zeyer in seinem Nachwort und resümiert: „Wenn sich die Weltwirtschaft vom größten Bankraub aller Zeiten“, also den Folgen der Finanzkrise, „erholen wird, werden die Banker genauso weiter machen wie beschrieben."

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