Chancen und Risiken: Die optimale Geldanlage für 2011

Chancen und Risiken: Die optimale Geldanlage für 2011

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Die Trends an den Finanzmärkten machen es Anlegern nicht ganz leicht, auf die richtigen Anlagen zu setzen.

von Christof Schürmann

Sieben Thesen dazu, wie es an den Finanzmärkten weitergehen könnte – und mit welchen Strategien Anleger 2011 voraussichtlich gut fahren werden.

Lehman Brothers und der Bankencrash, Rezession und der Börsenabsturz, Griechenland und das Staatsschuldendesaster – selten mussten sich Anleger in so kurzer Zeit mit so vielen Finanzkatastrophen auseinandersetzen wie in den vergangenen drei Jahren. Für 2011 ist eines ziemlich sicher: Auch das Jahr vier der Finanzkrise wird wieder turbulent.

Sieben Thesen dazu, wie Anleger ihr Vermögen erhalten können.

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Aktien

Jahr vier der Finanzkrise könnte auch Jahr drei einer fulminanten Erholung bei den Aktienkursen bedeuten. Dafür spricht, dass nach wie vor viele Unternehmen positiv überraschen und die wichtigsten Konjunkturtreiber (China, Indien, Brasilien) weiter unter Dampf stehen. Trotz einer Kursverdopplung des Dax seit seinem letzten Tief im März 2009 sind, nach den üblichen Bewertungskennziffern gerechnet, Aktien keineswegs teurer geworden, da die Unternehmensergebnisse im Gleichschritt mithielten (siehe auch Einzelbesprechungen der Dax-Aktien). Zudem gibt es keine Überinvestition von Großanlegern in Aktien. Im Gegenteil: Viele könnten versucht sein, aus möglicherweise notleidend werdenden Staatsanleihen in härtere Anlagen zu flüchten – dazu zählen Aktien. Gegenüber Immobilien haben sie den Vorteil, dass sie schnell wieder verkauft werden können.

These: Der Dax erreicht 2011 ein Allzeithoch bei deutlich mehr als 8000 Punkten.

Strategie: Kernanlagen in Aktien sollten in deutschen Papieren gehalten werden. Die deutlich bessere Performance deutscher Aktien gegenüber anderen reifen Börsen sollte andauern. Bereits in Aktien engagierte Investoren geben keine Stücke her. Wer noch Nachholbedarf hat, sollte in alte Favoriten wie Lufthansa investieren und mit einem geringeren Anteil dividendenstarke Nachzügler wie E.On beimischen. Grundsätzlich sollten enge Stoppkurse gelegt werden.

Risiko: Das größte Risiko für Aktien ist eine deutliche Abschwächung des Konjunkturwachstums in Asien. Zudem könnten Großinvestoren bei Schieflagen in anderen Anlagen wie Derivaten gezwungen sein, Aktienengagements gegen Cash zu liquidieren. Und sollte der Steuerzahler wider Erwarten nicht weiter in die Haftung für marode Staaten gezogen werden, steht die nächste Runde an Bankencrashs an. Diesem Szenario würde auch der Aktienmarkt nicht standhalten können.

Staatsanleihen

Spätestens seitdem Bundesanleihen in ihrer Rendite deutlich nach oben gesprungen sind und dementsprechend bei langlaufenden Papieren die Kurse um mehr als zehn Prozent nachgegeben haben, macht wieder das Wort Zinswende die Runde. Ende August rentierten zehnjährige Bundesanleihen noch bei 2,11 Prozent, zum Jahresende sprangen sie auf mehr als 3,00 Prozent. Eine Zinswende ist in den vergangenen Jahren oft beschworen worden, eingetreten ist sie daraufhin nie. Trotz des jüngsten Renditesprungs befinden sich Bundeszinsen noch voll in ihrem 1990 begonnenen Abwärtstrend. Die aktuellen Renditen signalisieren lediglich eine zwischenzeitliche Normalisierung nach einem Allzeittief im Sommer. Um tatsächlich von einer Zinswende sprechen zu können, müssten die Bundrenditen noch einmal stark zulegen und über mehrere Monate bei deutlich mehr als vier Prozent verharren. Erst dann wäre die Kurshausse beendet. Ziemlich sicher ist, dass Großanleger wie Versicherer und Pensionskassen sich im Bereich von 3,50 bis 4,00 Prozent Verzinsung für zehnjährige Bunds eindecken werden – weil ihnen diese Renditen ausreichen, um die Ansprüche ihrer Kunden zu bedienen.

These: Eine Zinswende bleibt zumindest bis weit ins Jahr 2011 hinein erneut aus.

Strategie: Angesichts der niedrigen Verzinsung sollten Bundesanleihen weiter nur einen kleinen Teil im Depot ausmachen. Sollten die Zinsen über längere Zeit deutlich über vier Prozent liegen, heißt es: raus mit den Beständen. Trotz teils deutlich höherer Zinsen sollten Anleger weiter einen Bogen um Anleihen von allen anderen Ländern der Euro-Zone machen. Einzige Ausnahme ist Finnland. Als Beimischung lohnen Anlagen in Norwegen-Papieren, die in relativ harten Kronen verzinst werden. US-Staatspapiere sind tabu, wie in Dollar notierte Anleihen allgemein: Die Verschuldungsprobleme der USA sind kaum lösbar, der Dollar bleibt eine Weichwährung.

Risiko: Die möglichen Irrungen und Wirrungen der europäischen Politik und der Europäischen Zentralbank derzeit abzuschätzen fällt schwer. Kommt die Transferunion mit einem innereuropäischen Finanzausgleich, dürften Anleger für Bundesanleihen höhere Zinsen verlangen. Auch ein Krisenmechanismus ohne zwingende Beteiligung der privaten Gläubiger bei der Restrukturierung von Anleihen maroder Euro-Staatsschuldner wäre negativ für Bundeszinsen.

Baugelder

Im Zuge der gestiegenen Renditen für Bundesanleihen, die den Maßstab für Baugelder bilden, sind auch die Hypothekenzinsen gestiegen.

These: Baugelder könnten in den nächsten Monaten noch teurer werden, um einige Zehntel bis zu einem Prozentpunkt. Das historisch niedrige Zinsniveau dürfte aber 2011 Bestand haben.

Strategie: Wer ein Objekt mit vernünftigen Preis-Leistungs-Verhältnis gefunden hat, greift bei dem immer noch sehr niedrigen Zinsniveau für Baugeld zu festen Konditionen zu. Wer innerhalb der nächsten sechs Monate Hypotheken umschulden muss, sichert sich über ein sogenanntes Forward-Darlehen schon jetzt einen fixen Zins. Diese Forwards kosten zwar ein paar zehntel Prozentpunkte mehr als Sofort-Darlehen. Dafür müssen sich Schuldner aber keine Sorgen um mögliche Turbulenzen in der Euro-Zone machen, die möglicherweise genau dann auftreten, wenn die Hypothek zur Umschuldung ansteht. Wer erst gegen Jahresende umschulden muss, wartet ab, weil Forwards über zwölf Monate recht teuer sind.

Risiko: Transferleistungen für die EuroZone treiben die Zinsen des Bundes. Die davon abhängigen Baugelder zögen dann ebenfalls um deutlich mehr als einen Prozentpunkt an.

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