Chartanalyse: Wohin geht die Reise am Aktienmarkt?

Chartanalyse: Wohin geht die Reise am Aktienmarkt?

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Kursverlauf des Deutschen Aktienindex (zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken)

Ist der Dax nach 25 Prozent Minus reif für eine Erholung? Erste Favoriten erreichen Kaufniveau.

Der erste Blick verheißt nichts Gutes: Charttechnisch läuft der Dax in einem lupenreinen Abwärtstrend. Zunächst kreuzte er die Durchschnittslinie der vergangenen 200 Börsentage (1), dann rutschte der Index durch den Boden einer Wendeformation (2) und brach schließlich den seit 2003 bestehenden Aufwärtstrendkanal (3). Mit den Tiefspitzen im Januar und März sowie dem Hoch im Mai bildet der Dax nun einen Abwärtstrendkanal (4).

Die Rückschläge im Juli und im September verschärfen die Lage noch einmal. Erstens rutschte der Dax unter die parallele Erweiterungslinie  (5) des großen Aufwärtstrends 2003 bis 2007; hätte er die verteidigt, wäre eine weitere Phase der ursprünglichen Aufwärtsbewegung möglich gewesen. Zweitens sackte er durch die Unterstützungslinie bei 6.150 Punkten (6), bei der es seit 1998 mehrmals zu Wendepunkten im Markt gekommen ist. Dass der Dax bei seinen Zwischenerholungen im August und Anfang September nicht mehr bis an die obere Linie seines Abwärtstrends (7) vordringen konnte, ist ein weiteres Warnsignal. Damit steigt die Gefahr, dass der Index nun die untere Linie seines Abwärtskanals ansteuert (8). Die verläuft derzeit bei 5.500 Punkten und trifft im Oktober bei 5.400 Punkten auf die nächste Unterstützungslinie (9). Spätestens hier sollten die Kurse dann zu einer Gegenbewegung starten.

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Am steilsten nach unten im Dax geht es derzeit mit den Finanzwerten. Fängt sich der Gesamtmarkt, sind hier zwar schnelle Erholungen möglich, ein nachhaltiger Aufwärtstrend ist aber nicht in Sicht. Etwas besser sehen zyklische Schwergewichte wie Daimler oder Siemens aus, dennoch steht auch hier die Bodenbildung aus. Dass nun selbst Defensivwerte wie E.On, RWE oder Linde angeschlagen sind, ist kein gutes Zeichen. Erster Kaufkandidat könnte ThyssenKrupp werden. Die Angst vor hohen Erzpreisen und einem Ende der Stahlkonjunktur ließ den Kurs seit Frühjahr um die Hälfte absacken. Doch selbst wenn die Gewinne im Geschäftsjahr 2008/09 etwas schwächer ausfallen sollten, wäre die Aktie mit einem KGV von dann fünf bis sechs billig. Dass Thyssen die Dividende von 1,30 Euro kürzt, ist wenig wahrscheinlich. Schon bei Kursen um 22 Euro wären das 5,9 Prozent Rendite. Wer sich zwischen 18 und 22 Euro auf die Lauer legt, bekommt einen günstigen Zykliker mit Substanz.

Schon jetzt auffallend stabil ist die Aktie von Bayer . Mit Recht. Die Zulassung des Gerinnungshemmers Xarelto ist ein Meilenstein für das Pharmageschäft, die Pflanzenschutzmittel profitieren von weltweit steigender Nachfrage. Dass Bayer als Übernahmekandidat etwa für Pfizer gehandelt wird, hilft zusätzlich.

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