Credit Default Swaps: Mühsame Zähmung gefährlicher Kreditderivate - Seite 2

Credit Default Swaps: Mühsame Zähmung gefährlicher Kreditderivate

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Die CCP tritt zwischen den Käufer und Verkäufer eines CDS; sie übernimmt die Haftung, wenn der Verkäufer in finanzielle Probleme gerät. Damit soll das Risiko verringert werden, dass ein wichtiger Kontrahent ausfällt und so eine Finanzkrise auslöst – wie 2008 AIG und Lehman. Damit die zentrale Gegenpartei bei einer Insolvenz zahlen kann, benötigt sie Geld. Die Händler müssen daher für jedes CDS-Produkt, das sie zum Clearing anmelden, einen Geldbetrag zahlen, die „Initial Margin“. Sie fließt in einen Garantiefonds. Dieser Fond springt ein, wenn ein Clearing-Mitglied klamm wird. Weitere Zahlungen werden fällig, wenn die Risiken steigen, die mit einem CDS verbunden sind – wenn sich also die Bonität des Schuldners verschlechtert. Überdies müssen die Clearing-Mitglieder nachweisen, dass sie über ein gewisses Mindestkapital verfügen. Damit soll gewährleistet werden, dass am Clearing nur liquide Händler teilnehmen.

Daten systematisch sammeln

Die Verrechnung über CCP ist zudem erheblich transparenter als der unregulierte Direkthandel zwischen zwei Parteien. Die Clearing-Stelle, in den USA hauptsächlich eine Tochter der Terminbörse ICE, kann Daten über den CDS-Handel an die Aufsichtsbehörden weiterleiten. So lässt sich zum Beispiel feststellen, ob die Finanzmärkte auf eine Pleite von Griechenland spekulieren. Die im Juli 2010 von Obama unterzeichnete Finanzreform (Dodd-Frank Act) soll in diesem Jahr in Kraft treten. Derzeit erarbeiten die Aufsichtsbehörden CFTC und SEC die genauen Regeln.

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Europa ist bei der Zähmung der CDS-Spekulanten noch nicht ganz so weit. Die EU-Kommission hat einen Entwurf zur „European Markets Infrastructure Regulation“ (EMIR) vorgelegt, der im Sommer verabschiedet werden soll. Danach muss die neue Aufsichtsbehörde ESMA noch festlegen, welche Derivate über zentrale Clearing-Stellen verrechnet werden müssen. Die Regelung soll 2012 wirksam werden.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.06.2011, 19:21 Uhrmallorcasusi

    Kreditderivate sollten nur im internen bankenhandel zugelassen
    werden. Für Privatpersonen sind diese Papiere völlig ungeeignet und
    der Handel sollte verboten werden.

  • 31.05.2011, 18:24 UhrAbschlußbesprechung der Redaktionsleitung

    Um die Vielzahl von früheren Fehlentwicklungen zu begegnen, wäre es in der Vergangenheit erforderlich gewesen, alle wichtigen politischen Ämter (Finanz- und Wirtschaftsministerien) mit ausgewiesen Volkswirtschaftlern zu besetzen. Leider wurden hier die aktuellen Meinungen und Überzeugungen von Dritten übernommen und ausgeführt, ohne das man sich den volkswirtschaftlichen Grundfragen und Problemstellungen bewußt gewesen ist. (Ludwig Erhardt, Karl Schiller, Helmut Schmidt)

    in Zukunft sollten also in allen wirtschaftlich bedeutenden Fragen die entscheidenden Positionen mit kompetenten Wirtschaftsfachleuten besetzt werden, die nicht die aktuellen und fundamentalen Überzeugungen einer politischen Partei umsetzen oder sich von fremden beratern und Lobbyvertretern fachlich beeinflussen lassen, mit welchen Mitteln auch immer!

    Auch sollte in den öffentlichen Medien mehr auf die wissenschaftliche Seriösität bei der berichterstattung in den wirtschaftlichen Problembereichen geachtet werden (beispiel: Euroberichterstattung).

    So wird man dann auch nicht von Finanz-, Wirtschafts-, banken-, Schulden- und Eurokrisen überrascht, sondern man erkennt die Probleme bereits im Ansatz, wenn man es politisch zugeläßt.

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