_

Datenschutz: EU-Kontodaten: Einsicht durch US-Fahnder heftig umstritten

von ant / dpa

Die USA fordern weiterhin Einsicht in europäische Bankdaten. Die jetzt genehmigten Verhandlungen der EU-Kommission mit den USA gehen bezeichnen deutsche Politikern als Skandal.

Die internationale Zentrale Quelle: dpa
Die internationale Zentrale für Finanztransaktionen SWIFT will ihre Datenbankserver mit den Finanztransaktionen von Europäern von den USA in die Schweiz verlegen, US-Fahnder wollen jedoch weiter Dateneinsicht Quelle: dpa

Entgegen der massiven Vorbehalten Deutschlands hat die Europäische Union den Weg für Verhandlungen zwischen der EU-Kommission und den USA über den umstrittenen Zugriff auf europäische Bankdaten freigemacht. Die Außenminister der 27 EU-Mitgliedsstaaten erteilten heute der Kommission das Mandat, das Abkommen über die weitere Nutzung der Finanzdatenbank Swift auszuhandeln.

Anzeige

Vor allem deutsche Datenschützer und Politiker üben massive Kritik an dem Vorhaben. In den meisten anderen EU-Mitgliedsstaaten spielt das Thema in der Öffentlichkeit dagegen kaum eine Rolle. Europa-Staatsminister Günter Gloser (SPD) versuchte am Rande des Treffens, die Wogen zu glätten. „Es geht heute nicht um eine Entscheidung in der Substanz, sondern es geht um ein Mandat für die Europäische Kommission, über ein neues Abkommen zu verhandeln“, sagte Gloser, der Außenminister Frank-Walter Steinmeier (ebenfalls SPD) vertrat. Luxemburgs Ressortleiter Jean Asselborn warnte: „Ich glaube, wenn man in die Freiheiten der Menschen eingreift, muss man sehr vorsichtig sein.“ Das Mandat bedeute nicht, dass nun „alles schon beschlossen ist“.

CIA will weiter Einsicht

Der US-Geheimdienst CIA greift auch jetzt schon auf die Daten des belgischen Finanzdienstleisters Swift zurück. Mit dem neuen Abkommen sollen Sicherheitslücken im Kampf gegen den Terrorismus vermieden werden, wenn der Swift-Hauptserver aus den USA in die Schweiz verlagert wird. Ziel des Umzugs war es eigentlich, die EU-Daten vor den US-Ermittlern zu schützen.

In Deutschland sorgt das Vorhaben bei Politikern aller Parteien - von der Linken bis zur CSU - für große Aufregung. „Dass ein so weitreichender Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Bürger auf Ebene der Verwaltung möglich ist, ohne Beteiligung des Europaparlaments und des deutschen Bundestags, das ist ein Skandal“, sagte Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer. Derartige Vorgänge seien die Begründung, warum die CSU größere Mitspracherechte von Bundestag und Bundesrat in Europa fordere. FDP-Chef Guido Westerwelle bezeichnete die US-Pläne als „absolut inakzeptabel“. Es sei an der Zeit, sich auf die Grundsätze des Datenschutzes und die bewährten Bürgerrechte zu besinnen, sagte er in Berlin. Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) warnte davor, der Überwachung des europäischen Zahlungsverkehrs durch US-Fahnder bedingungslos zuzustimmen. Es müsse sichergestellt sein, dass der Datenschutz berücksichtigt ist und die Daten unbescholtener Personen umgehend gelöscht werden, sagte er der Online-Ausgabe der „Frankfurter Rundschau“. Die Bundesregierung versicherte, dass man bei den Verhandlungen über einen solchen Zugriff strikt auf die Einhaltung von Daten- und Rechtsschutz achten werde. Unklar war aber innerhalb der Ministerien, ob Deutschland ebenfalls auf die erhobenen Bankdaten Zugriff gewährt wird und in welchem Eigeninteresse Deutschlands der EU-Kommission ein solches Verhandlungsmandat ausgestellt werden sollte.

Der Grünen-Europapolitiker Daniel Cohn-Bendit bezeichnete Kommissionspräsident José Manuel Barroso als „Handlanger der USA“. Der Zugriff von US-Terrorfahndern auf sensible, persönliche Bankdaten sei ein „eklatanter Eingriff in die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger“, sagte er. „Das geplante neue Abkommen garantiert den Datenschutz in keiner Weise.“ Es sei „ungeheuerlich“, dass die Kommission das Abkommen „am Europäischen Parlament vorbei“ aushandeln wolle.

Gloser betonte dagegen: „Die Bundesregierung hat in den Vorgesprächen intensive Vorgaben gemacht, an deren Rahmen sich die Kommission bei den Verhandlungen halten muss“. Dies seien der europäische Datenschutz, aber auch Rechtsschutzmöglichkeiten sowie eine kurze Laufzeit des Vertrags mit Blick auf die künftigen Mitsprachemöglichkeiten des Europaparlaments. Auch der österreichische Außenminister Michael Spindelegger versicherte, der Datenschutz solle gewahrt werden.

11 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.01.2010, 18:45 UhrHJYUKJUYTY@GFHFGH.COM

    [Doll mansion]

    We are bJD (ball joint dolls) accessories Manufacturer in Hong Kong, China, Our brand [dollmansion]. Here are accessories like:Shoes, Clothing, Furniture, Rococo gorgeous bird cage, European-Style Tea set, Pocket watch, Musical instrument and so on.




    You've received this message because you've registered to receive email from dollmansion.net. if you no longer wish to receive email from us click here.
    View our privacy policy.

    Contact Us click here.

    www.dollmansion.net

    www dollmansion net

    info # dollmansion.net

  • 07.08.2009, 12:25 UhrMeier

    Der Wähler sollte nicht vergessen, dass der SPD Kanzlerkandidat Walter Steinmeier am vorletzten Montag in brüssel der EU im Namen des Deutschen Volkes das Mandat erteilt hat, mit der US-Regierung die Übermittlung dieser Kontodaten zu regeln.

    Das war "rein zufällig" genau an dem Wochenende, an dem Ullas mysteriöse Dienstwagen-Affäre die Medien beschäftigt hat. Über Steinmeiers Tat wurde nichts berichtet.

    Es scheint, man hat Ulla vors Loch geschoben, um den Wähler zu ver.... !

  • 28.07.2009, 10:36 UhrTebor

    So wie es da berichtet wird darf die USA in EU spionieren, aber umgekehrt ist es anscheinend nicht erlaubt! Das gäbe sicherlich einen riesigen Aufschrei in USA wenn das a) möglich, b) publik und c) tatsächlich durchgeführt würde.

    Gleiches gilt auch für die verbindliche und notwendige Onlineanmeldung vor der Einreise in doe USA und die biometrischen Pässe. Das sollte für US-bürger die in die EU einreisen wollen ebenfalls Pflicht sein. Die beschwerden werden nicht abreissen!

    Die Amis sollten einmal lernen dass es nicht nur nach ihrer Pfeife geht!

Alle Kommentare lesen

Tool: Immobilienscout24

Immobilien-Wertfinder

Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet.

weitere Fotostrecken

Blogs

Es kann bis 9000 gehen
Es kann bis 9000 gehen

Die Rally läuft, und sich dagegen zu stemmen, ist gefährlich. Mindestens ein kräftiger Schub sollte noch kommen – nach...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

    Folgen Sie uns im Social Web

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.