Dax-Aktien: E.On: Milliarden-Abschreibungen und obsolete Prognosen

KommentarDax-Aktien: E.On: Milliarden-Abschreibungen und obsolete Prognosen

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Der WirtschaftsWoche-Redakteur Christof Schürmann kommentiert die aktuelle Börsenentwicklung

Nach dem Crash der Bankaktien drücken nun schwache Ergebnisse der Industriepapiere auf den Dax. Selbst Energiekonzerne wie E.On sind nicht mehr solide.

In einem schwierigen Umfeld, so hieß es jetzt bei E.On, habe der Versorger im Geschäftsjahr 2008 sein "Ergebnis gesteigert“. Überraschend wäre das nicht – jeder kennt seine monatlichen Strom- und Gasrechnungen, die bei gleichem Verbrauch regelmäßig höher als 2007 ausfallen.

Überraschend ist jedoch, dass die Düsseldorfer den Investoren Zahlen um die Ohren hauen, die alles andere als die echte Performance zeigen. So sei das „adjusted Ebit“ (also ein wie auch immer angepasstes Ergebnis vor Steuern und Zinsen) um 7,3 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro gestiegen. Liest sich toll. In Wahrheit jedoch zieht sich durch die E.On-Bilanz eine Schneise erschreckender Zahlen. Übernahmen wie die von Teilen der spanischen Endesa haben das einst solide Zahlenwerk auf ein nur noch wackliges Fundament gestellt.

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Zukäufe verursachen hohen Zinsaufwand

Der den Aktionären zustehende Nettogewinn hat sich fast gesechstelt, auf 1,27 Milliarden Euro. Bei einem um 26 Prozent gestiegenen Umsatz brach die Nettogewinnmarge dramatisch ein: Von 11,2 auf kümmerliche 1,8 Prozent. Das Eigenkapital sackte um gleich 30 Prozent oder 16,7 Milliarden Euro ab. Die Quote des Eigenkapitals zur Bilanzsumme beträgt nur noch 24,5 Prozent – dünn für einen Versorger, der mit nun 38 Milliarden Euro Eigenkapital 106 Milliarden langfristiges Vermögen finanzieren will. Wohin das führt, ist klar: zu hohen Nettofinanzschulden, die sich auf rund 39 Milliarden Euro verdoppelt haben. Logisch, dass der Zinsaufwand nach oben schießt: um gut die Hälfte auf knapp 3,1 Milliarden Euro.

Neue Löcher in den Industrie-Bilanzen

Ins Kontor schlugen auch Abschreibungen auf Übernahmen von 3,3 Milliarden Euro. 1,8 Milliarden davon entfallen auf die Resteverwertung aus dem Übernahmepoker rund um Endesa, Acciona und Enel. Dabei hat E.On es nicht mal geschafft, den abschreibungsgefährdeten Zuschlag der Zukäufe (Goodwill) exakt zu verteilen. Goodwill und immaterielles Vermögen summieren sich auf knapp 24 Milliarden Euro – das signalisiert weitere Abschreibungen. Weil E.On, nachdem der operative Mittelzufluss um 2,0 auf 6,7 Milliarden Euro abgesackt ist, sein Investitionsprogramm bis 2011 um sechs Milliarden kürzt, sind die alten Annahmen zu zukünftigen Erträgen wohl obsolet.

Nach der Abschreibungsorgie bei den Banken müssen sich Aktionäre bei Industriefirmen, die zu niedrigen Zinsen teuer zugekauft haben, ebenfalls auf Milliardenabwertungen einstellen. Das passiert mit Ansage (siehe WirtschaftsWoche 48/2008) und bremst jede Fantasie auf mehr als Zwischenerholungen im Dax. Anleihekäufer bekommen bei E.On-Papieren derzeit nur rund fünf Prozent Rendite – die Schuldverschreibungen sind zu teuer.

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