Dax fällt : US-Notenbank kann Anlegern Angst nicht nehmen

Dax fällt : US-Notenbank kann Anlegern Angst nicht nehmen

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Die zweite Zinssenkung der US-Notenbank binnen acht Tagen hat den Anlegern an der Börse die Angst vor weiteren Kreditausfällen im Finanzsektor nicht nehmen können.

Die zweite Zinssenkung der US-Notenbank binnen acht Tagen hat den Anlegern an der Börse die Angst vor weiteren Kreditausfällen im Finanzsektor nicht nehmen können. Gerüchte über Gewinnwarnungen und weitere Kreditausfälle drücken die ohnehin schon gebeutelten Aktien der Banken.

Enttäuschende US-Konjunkturdaten sorgten heute für weiteren Druck. Der Dax rutschte um 2,6 Prozent auf 6695 Punkte. „Die Anleger haben Angst, dass die USA in die Rezession rutschen“, sagte ein Händler.

Die US-Notenbank (Fed) hatte am Vorabend wie von den Finanzmärkten gefordert die Zinsen um weitere 50 Basispunkte auf drei Prozent gekappt und die Tür für weitere Zinssenkungen offen gelassen. „Jetzt wird unterstellt, dass es für die US-Wirtschaft noch schlechter aussieht als angenommen, und eine Rezession unumgänglich sein könnte“, fasste Helaba-Analyst Christian Schmidt die Stimmung zusammen.

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Der überraschend deutliche Anstieg von Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe in den USA in der vergangenen Woche verstärkte diese Ängste noch. Die Zinssenkung soll die Kreditaufnahme für Unternehmen und Haushalte günstiger machen und so die Konjunktur ankurbeln. Die Banken können sich durch den niedrigeren Zins ebenfalls besser refinanzieren.

Zudem können ihre Kunden bei günstigeren Bedingungen ihre Schulden leichter zurückzahlen, womit es bei den Banken wiederum zu weniger Ausfällen kommen sollte.

Dennoch konnten gerade die Bankenwerte von der Zinssenkung nicht profitieren. Spekulationen auf eine Gewinnwarnung drückte die Titel von Branchenprimus Deutsche Bank zeitweise um 4,8 Prozent auf 73,02 Euro. Die Bank wollte keinen Kommentar abgeben.

Auch die Aktien der Commerzbank, der Postbank und des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate sowie der Allianz - dem Mutterkonzern der Dresdner Bank - gerieten unter Druck und verloren je etwas mehr als drei Prozent.

„Alle fragen sich, wie die Zahlen der deutschen Banken ausfallen werden und wie hoch die Abschreibungen sind“, sagte ein Händler.

Die Deutsche Bank hat den Geschäftsbericht für nächste Woche angekündigt. Die Commerzbank will in der Woche darauf folgen.

In den USA nimmt die Angst vor weiteren Hiobsbotschaften aus dem Bereich derweil zu. Ein Fernsehbericht über weitere mögliche Rating-Abstufungen sorgte am Vorabend für starke Kursverluste bei den angeschlagenen Anleiheversicherern Ambac Financial Group und MBIA. Die Ratingagentur Standard & Poor's warnte, die Krise sei noch lange nicht überwunden. Die Verluste der Kreditinstitute dürfte auf insgesamt mehr als 265 Milliarden Dollar steigen.

Nach den bereits veröffentlichten Verlusten von über 90 Milliarden Dollar bei mehreren Großbanken sei nun vor allem bei kleineren US-Finanzhäusern mit Hiobsbotschaften zu rechnen. Zudem dürften einige Großbanken in Europa massive Verluste ausweisen.

Auch die Nebenwerte gerieten unter Druck. Der MDax fiel um 2,2 Prozent auf 8523 Punkte, der TecDax um 2,4 Prozent auf 772 Zähler. Dabei ragten im MDax die Aktien von Beiersdorf nach einer positiven Analystenempfehlung mit einem Plus von über zwei Prozent heraus. Im TecDax profitierte der deutsch-amerikanische Laserhersteller Rofin-Sinar von der Vorlage seiner Quartalszahlen und zog um über acht Prozent an.

Mit einem Kursplus von über drei Prozent reagierten die Aktien des Zahlungsverkehrabwicklers WireCard auf den Ausblick. Zu den Verlierern zählten erneut die Solarwerte, allen voran Solarworld und Q-Cells, die fünf bis sechs Prozent verloren. „Die Rezessionsangst geht um. Da kann auch mal ein Wachstumstitel wieder anders bewertet werden“, sagte ein Börsianer.

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