_

Der indirekte Weg: Wie Anleger auf Gold spekulieren können

von Matthias von Arnim Quelle: Handelsblatt Online

Auch in Form von Zertifikaten und Fonds ist das Edelmetall für Anleger attraktiv. Investiert man in letztere, kann man sich die Barren sogar nach Hause liefern lassen, zahlt aber dafür auch mehr Gebühren. Die Investition sollte sich dennoch lohnen - denn schrumpft die Goldförderung, steigt der Preis.

Die Lagerung von Goldbarren in Tresoren kostet Fonds-Anleger mehr Gebühren. Quelle: ap
Die Lagerung von Goldbarren in Tresoren kostet Fonds-Anleger mehr Gebühren. Quelle: ap

UNKEL. Die Endlichkeit der Goldreserven ist derzeit bei Anlegern das stärkste Kaufargument. Während sich Geld unendlich drucken lässt, besitzt Gold eine Art Inflationsschutz. Das ist auch der Grund, warum der Verkauf von Gold-ETCs (Exchange Traded Commodities) boomt.

Anzeige

Der weltweit größte Gold SPDR Gold Trust-Fonds (WKN A0Q27V) meldete Anfang September einen Rekordbestand von 1 302 Tonnen Gold. Auch der Tresor des in Deutschland meistverkauften Gold-Fonds "Xetra-Gold" von der Deutschen Börse (WKN A0S9GB) füllt sich beständig. Ende 2009 waren es laut Prospekt des Emittenten 35,4 Tonnen. Derzeit lagern rund 50 Tonnen im deutschen Zentraltresor für Wertpapiere in Frankfurt.

Auch Gold-Zertifikate rücken immer mehr in den Fokus der Anleger. Hauptgrund: "Gold-Zertifikate sind günstiger als Gold-Fonds. Denn Lagerkosten oder Management-Gebühren fallen keine an", sagt Florian Roebbeling vom Institut für Zertifikateanalyse (IZA). Der Vorteil des Fonds, nämlich sich Barren nach Hause schicken zu lassen, beinhaltet gleichzeitig einen Nachteil: Die Lagerung von physischem Gold in Tresoren kostet Gebühren. Die müssen Fonds-Anleger im Gegensatz zu Zertifikate-Anlegern zahlen. Bei Xetra-Gold sind es 0,357 Prozent pro Jahr.

Machen Fonds-Anleger von ihrem Recht Gebrauch und lassen sich Gold aushändigen, erfahren sie zudem, dass der jeweils aktuelle Fonds-Preis nur einen theoretischen Wert hat. "Der Preis von Xetra-Gold orientiert sich am aktuellen Spot-Preis von Gold. Doch zu diesem Preis wird niemals Gold geliefert. Die Formung von Barren, der Transport und die Versicherung kosten Geld. Das Alles müssen Anleger zahlen, wenn sie sich Barren aus dem Fonds liefern lassen", erklärt Önder Ciftci, Gründer des Edelmetallhändlers Ophirum.

Zertifikate-Anleger haben im Gegensatz zu Fonds-Anlegern zwar keine Möglichkeit, ihr Investment physisch zu vergolden, doch dafür bieten Gold-Zertifikate einen anderen Vorteil: "Mit Zertifikaten ist es möglich, sich gegen Währungsunsicherheiten abzusichern", sagt Florian Roebbeling. Das ist nicht unwichtig, denn Gold wird, wie alle Rohstoffe, in US-Dollar gehandelt. Die Währungsabsicherungs-Gebühren betragen bei den so genannten Quanto-Zertifikaten zwei bis vier Prozent im Jahr. Steuerlich macht es übrigens keinen Unterschied, ob Anleger in einen Gold-Fonds mit physischer Hinterlegung oder in Zertifikate investieren. Denn Xetra-Gold ist zwar ein Fonds, steuerlich wird Xetra-Gold aber als Schuldverschreibung eingestuft. Denn Investmentfonds müssen laut Gesetz eine Mindeststreuung des Kapitals nachweisen, die bei Xetra-Gold nicht gegeben ist. Das Einzige, in das Xetra-Gold investiert, sind Goldbarren. Durch die Einstufung als Schuldverschreibung kommt es jedoch, dass selbst bei Xetra-Gold ein theoretisches Emittentenrisiko besteht. So bleibt als einziger nennenswerter Vorteil des Fonds gegenüber Zertifikaten: Anleger haben beim Fonds das Gefühl, Gold zu kaufen, ohne sich um dessen Lagerung Gedanken machen zu müssen. Das allerdings nur, solange sie sich die Barren nicht nach Hause schicken lassen.

Die Aussichten auf weitere Preissteigerungen scheinen auch weiterhin glänzend zu sein. Das verdeutlichen die aktuellen Zahlen. Während die Goldnachfrage laut der aktuellen Studie des World Gold Council in London derzeit bei rund 3 500 Tonnen pro Jahr liegt, wurden im vergangenen Jahr nur noch 2 570 Tonnen gefördert. In Südafrika, einem der wichtigsten Förderländer, wurden 1970 jährlich noch 1 000 Tonnen Gold aus den Minen geholt. In diesem Jahr werden es wohl weniger als 160 Tonnen sein.

Nach Angaben des US Geological Survey betragen die wirtschaftlich abbaubaren Goldreserven weltweit noch 42 000 Tonnen. Dazu kommen etwa 50 000 Tonnen, die mit heutiger Technik nicht wirtschaftlich abbaubar sind und 160 000 Tonnen, die bereits aus der Erde geholt wurden. Allerspätestens in 40 Jahren wird der letzte Nugget aus einer Mine gefördert worden sein. Vermutlich aber ist schon in 17 Jahren Schluss.

Tool: Immobilienscout24

Immobilien-Wertfinder

Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet.

weitere Fotostrecken

Blogs

Es kann bis 9000 gehen
Es kann bis 9000 gehen

Die Rally läuft, und sich dagegen zu stemmen, ist gefährlich. Mindestens ein kräftiger Schub sollte noch kommen – nach...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

    Folgen Sie uns im Social Web

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.