Derivate-Geschäfte: Geständnisse in Leipziger UBS-Skandal

Derivate-Geschäfte: Geständnisse in Leipziger UBS-Skandal

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UBS-Zentrale in Zürich

Die Arrangeure der fragwürdigen Derivate-Geschäfte der UBS mit den Leipziger Wasserwerken (KWL) haben eingeräumt, an einen Geschäftsführer drei Millionen US-Dollar bezahlt zu haben. Nun nehmen die Ermittler auch die Banken ins Visier.

Jürgen Blatz und Berthold Senf, Manager der Firma Value Partners in Zürich, hätten bei einer Vernehmung zugegeben, dem ehemaligen KWL-Manager Klaus Heininger drei Millionen US-Dollar bezahlt zu haben, damit er hochspekulative Finanzgeschäfte zu Lasten seiner Wasserwerke abschließt, teilte die sächsische Staatsanwaltschaft mit. Das Geld stamme aus der Millionen-Provision, die Blatz und Senf als Berater kassierten, weil sie die Finanzwetten zwischen der UBS und den Leipziger Wasserwerken anbahnten.

Der KWL-Manager Klaus Heininger hatte zusammen mit seinem Co-Geschäftsführer Andreas Schirmer 2006 und 2007 an der Büchern vorbei über Londoner Konten von der UBS, der LBBW und der irischen Depfa-Bank vier synthetische Collateralized Debt Obligations (CDO) gekauft - ohne die Zustimmung des Aufsichtsrats einzuholen, wie die WirtschaftsWocche berichtete.

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25 Millionen Euro Provision

Mit den CDOs spielen die Wasserwerke gegenüber den Banken bis spätestens 2017 Versicherer für den Ausfall von Unternehmensanleihen im Wert von bis zu 290 Millionen Euro. Dafür erhielten sie insgesamt eine Prämie von rund 40 Millionen Euro. Von dieser Summe flossen 25 Millionen Euro als Provision an Blatz und Senf bei Value Partners – die davon wiederum drei Millionen US-Dollar an Heininger weiterreichten.

Die UBS ist größter Nutznießer der mutmaßlichen Bestechung Heiningers durch Blatz und Senf: Mit dem größten der vier CDOs wettet die Schweizer Investmentbank direkt gegen die KWL um den Ausfall der Unternehmensanleihen. Bereits Mitte März hatte die UBS deshalb von Leipzig 84 Millionen Euro gefordert.

Leipzig hält die Verträge für nichtig und weigert sich, den Zahlungsaufforderungen nachzukommen. Die UBS und Leipzig verklagen sich gegenseitig, um zu klären, wer die Verluste von maximal 290 Millionen Euro aus den CDO-Deals tragen muss.

Banken im Visier

 Die sächsische Staatsanwaltschaft will Blatz und Senf deswegen auch zur Rolle der UBS und der anderen Banken in dem Geschäft befragen.

Blatz und Senf wollen laut einem Sprecher mit den Ermittlern kooperieren. Blatz wurde bereits vergangene Woche aus der Untersuchungshaft entlassen.

Senf sitzt weiter in Untersuchungshaft in Leipzig. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, das Bestechungsverfahren gegen Klaus Heininger noch in diesem Jahr abzuschließen.  

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