Deutsche Börse: "Kaum noch Kapazitäten für den Parketthandel"

Deutsche Börse: "Kaum noch Kapazitäten für den Parketthandel"

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Christoph Lammersdorf, Chef der Börse Stuttgart

Christoph Lammersdorf, Chef der Börse Stuttgart, rechnet damit, dass die Deutsche Börse sich in Zukunft voll auf die geplante Fusion mit dem transatlantischen Börsenbetreiber Nyse Euronext konzentrieren muss. Den Parketthandel dürfte sie deshalb vernachlässigen - eine Chance für andere Börsenbetreiber.

wiwo.de: Herr Lammersdorf, was für Auswirkungen wird der geplante Zusammenschluss von Deutscher Börse und Nyse Euronext für den Privatanleger in Deutschland haben?

Lammersdorf: Die Deutsche Börse reagiert mit dieser Fusion vor allem auf den Wettbewerb um das institutionelle und internationale Geschäft sowie IPOs. Der Privatanleger ist sicher nicht Zielgruppe dieser Fusion. Daher wird der Zusammenschluss aus meiner Sicht für den Privatanleger keine nennenswerten Auswirkungen haben.

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Was halten Sie als Wettbewerber von diesem Schritt?

Lammersdorf: Der Schritt ist logisch und richtig. Mit dieser transatlantischen Fusion gewinnt der deutsche Finanzplatz noch mehr internationale Bedeutung. Dies schafft die Basis für eine noch bessere Vernetzung und mehr internationalen Handel. Das Geschäftsmodell der Deutschen Börse unterscheidet sich deutlich von dem unserigen: Mit ihren drei Säulen Aktienhandel, Terminmarkt sowie Clearing und Settlement fokussiert sich die Deutsche Börse auf das institutionelle und internationale Geschäft, wir hingegen haben das ideale Marktmodell für den Privatanleger.

"Wir sehen Chancen für uns"

Rechnen Sie sich in diesem Bereich nun sogar bessere Chancen aus?

Lammersdorf: Ja, die Deutsche Börse wird sämtlichen Ressourcen auf die Fusion und die zu hebenden Synergien konzentrieren müssen, so dass wahrscheinlich kaum noch Kapazitäten für kleine Segmente, wie den Parketthandel, übrig bleiben. Hier sehen wir Chancen für uns, da wir unsere Fokussierung auf das Privatanlegergeschäft weiter ausbauen werden.

Müssen Sie nun ebenfalls mit anderen Börsenbetreibern fusionieren, um konkurrenzfähig zu bleiben?

Lammersdorf: Wir sind heute schon die neuntgrößte Börse in Europa, was unsere Konkurrenzfähigkeit belegt. Eine wirtschaftlich sinnvolle Expansion sehen wir vor allem im Ausland. Nach unserem Markteintritt in Schweden vor einigen Jahren haben wir vor einigen Monaten nach Finnland expandiert. Für Mai planen wir den Markteintritt in Norwegen. Unser Geschäft in Skandinavien ist sehr erfolgreich. Uns ist es gelungen, den schwedischen Privatinvestoren das Produkt Zertifikat schmackhaft zu machen. Hiermit haben wir bewiesen, dass es möglich ist, in anderen Ländern private Investoren für moderne Anlageformen zu begeistern. Aber auch auf der Emittentenseite können wir immer mehr Partner von dem Nutzen eines solchen Schritts überzeugen.

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