Dubai: Adventspost vom Scheich

KommentarDubai: Adventspost vom Scheich

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Es kommentiert WirtschaftsWoche-Redakteur Mark Böschen

Das klamme Emirat Dubai bekommt zehn Milliarden Dollar vom reichen Nachbarn Abu Dhabi. Damit soll Dubai Anleiheschulden einer Staatsfirma zurückzahlen. Doch der reiche Scheich knüpft die Zahlung in einem offenen Brief an Bedingungen.

"Nur der Scheich ist wirklich reich", sang 1980 die Band "Ideal" in ihrem Neue-Deutsche-Welle-Hit "Blaue Augen". Seit Ende November gilt diese einfache Weisheit nicht mehr. Genauer gesagt: Seit der staatseigene Baukonzern Nakheel aus Dubai ankündigte, eine Anleihe über 4,1 Milliarden Dollar nicht wie versprochen Mitte Dezember zurückzuzahlen. Außerdem kündigten Nakheel und der Mutterkonzern Dubai World an, für 26 Milliarden Dollar an Schulden mit den Gläubigern einen Zahlungsaufschub aushandeln zu wollen.

Das zeigte: Dubai ist nicht reich, nur sechs Prozent der Wirtschaftsleistung des Emirats stammen aus der Ölproduktion, der Rest aus Geschäften mit dem Hafen, der Luftfahrt oder der Immobilienspekulation. Bislang hatten Anleger geglaubt, dass für die staatlichen Unternehmen eine implizite Staatsgarantie gelte. Zur Not werde das Nachbaremirat Abu Dhabi für offene Rechnungen einstehen. Doch Anfang Dezember signalisierten die Scheichs, dass sie nicht für alle Schulden von Staatsunternehmen zahlen, jedenfalls nicht bedingungslos.

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Harte Konditionen

Heute erhielten die Anleger zumindest den Glauben zurück, dass einige Scheichs noch wirklich reich sind. Nämlich die in Abu Dhabi. Sie überwiesen den Nachbarn zehn Milliarden Dollar, um 4,1 Milliarden Dollar für die heute fällige Anleihe zu begleichen. Die übrigen knapp sechs Milliarden Dollar sollen fällige Zinsen und Rechnungen von Dienstleistern bezahlen - aber nur unter bestimmten Bedingungen.

Der Vorsitzende von Dubais Supreme Fiscal Committee, dem Regierungsgremium für die Finanzpolitik, stellte in einem Brief allerdings klar, dass Dubai weiter darauf besteht, mit den Investoren neue Bedingungen für die Zahlung seiner Firmenschulden auszuhandeln. Die übrigen sechs Milliarden flließen nur "unter der Bedingung, dass das Unternehmen erfolgreich einen Aufschub ("standstill") aushandelt", ließ Scheich Ahmad Bin Saeed Al Maktoum wissen, der Vorsitzende des fünfköpfigen Finanzausschusses.

80 Milliarden Schulden

Damit ist die Dubai-Krise für ausländische Anleger nicht gelöst. Sie wissen noch immer nicht, wann sie ihr Geld zurückbekommen. Insgesamt haben Dubais Regierung und die Staatsunternehmen 80 Milliarden Dollar an Schulden angehäuft. Kern des Problems bleibt die Spekulationsblase am Immobilienmarkt, die nun geplatzt ist. Die Wohn- und Bürotürme dort wurden zum Höhepunkt des Booms mit 500 Milliarden Dollar bewertet, inzwischen sind die Preise um die Hälfte eingebrochen.

Kein Wunder, dass die Scheichs ihre Schulden nachverhandeln wollen. Denn: "Für den halben Luxus leg ich mich nicht krumm", wussten "Ideal" schon 1980.

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