Edelmetall-Sparen: Gold für China

Edelmetall-Sparen: Gold für China

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Ein Juweliergeschäft mit großer Auswahl an Goldschmuck in Hongkong: Gold wird auch im übrigen China immer beliebter. Chinas Regierung animiert sogar die Bürger zum sparen in Edelmetallen

von Frank Doll

Die chinesische Börsenaufsicht hat die Auflage eines ersten Fonds genehmigt, mit dem heimische Anleger in physisches Gold investieren können.

Chinesen dürfen erst seit wenigen Jahren in Gold investieren. Der heimische Goldmarkt wurde erst 2002 liberalisiert. Zuvor waren Handel und Privatbesitz von Gold in China verboten. Seit 2006 stehen den Chinesen eigene Goldbarren zur Verfügung, der Handel mit Futures ist seit 2008 an der Shanghai Futures Exchange möglich. Nun können chinesische Anleger mit dem Lion Global Gold Fund in ausländische Goldfonds investieren, die mit dem Edelmetall physisch hinterlegt sind.

Seit der Liberalisierung des Goldmarktes stieg die Goldnachfrage Chinas auf zuletzt 423 Tonnen pro Jahr. Das meiste Gold wird von der Schmuckindustrie verarbeitet (78 Prozent), auf die Investitionsnachfrage entfallen 18 Prozent, der Rest wird in der Industrie eingesetzt.

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Historisch wanderte Gold immer aus Regionen ab, in denen der Wohlstand abnimmt, dorthin, wo der Wohlstand wächst. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat der Westen massiv Gold verkauft, vor allem Asiaten waren die großen Käufer. Denn Gold ist nicht nur Krisen-, sondern auch Wohlstandsmetall. Neben Inflationsangst treibt vor allem die Nachfrage aus Schwellenländern den Goldpreis. In den aufstrebenden Volkswirtschaften können sich immer mehr Menschen Schmuck, Münzen und Barren leisten. Die chinesische Goldnachfrage stieg in den vergangenen Jahren in etwa parallel zum Bruttoinlandsprodukt.

Schon heute ist China, direkt nach Indien, der zweitgrößte Goldmarkt der Welt. Mit Blick auf den pro Kopf Verbrauch liegen die Chinesen allerdings noch weit zurück. Um zum Beispiel auf das Niveau von Taiwan und Hongkong zu kommen, müsste die jährliche Gesamtnachfrage auf dem chinesischen Festland auf 3.000 bis 5.000 Tonnen Gold anziehen.

Auch auf staatlicher Seite besteht großer Nachholbedarf. Denn nur durch den Kauf von Gold können sich die Zentralbanken der Schwellenländer gegen die Abwertung ihrer Währungsreserven, die auf Dollar, aber auch auf Yen und Euro lauten, schützen. Große Schwellenländer wie China, Indien und Russland haben damit begonnen, ihre Währungsreserven durch den Kauf von Gold auf eine breitere Basis zu stellen. Ihre Käufe sorgten 2009 dafür, dass die offiziell gemeldeten weltweiten Goldbestände der Notenbanken erstmals seit 20 Jahren wieder gestiegen sind. Trotzdem liegt der Anteil der Goldbestände an den gesamten Devisenreserven Chinas nur bei 1,6 Prozent. Wenn China den offiziell ausgewiesenen Goldanteil an seinen Währungsreserven auf den internationalen Schnitt von gut zehn Prozent bringen wollte, müsste es drei Jahresproduktionen der Minen aufkaufen. Weil diese Mengen nicht über Nacht zu beschaffen sind, animiert die Regierung in Peking die Bürger zum Sparen in Edelmetallen und Chinas Notenbank ermuntert die heimischen Banken, chinesischen Goldminen Kredite für Zukäufe im Ausland zu gewähren. Übersetzen lassen sich die Botschaften Pekings wie folgt: Unser Interesse an ungedeckten Schuldversprechen lässt nach. In Gold und großen Goldvorkommen sind unsere Reserven besser aufgehoben.

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