Edelmetalle: Goldrausch bei der WestLB

Edelmetalle: Goldrausch bei der WestLB

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Zentrale der WestLB in Düsseldorf

von Mark Fehr

In Düsseldorf eröffnet die Westdeutsche Landesbank einen Laden für Edelmetalle. Privatkunden können hier kaufen und verkaufen, was das Herz begehrt: Silber, Platin – und natürlich Gold.

Fleißige Arbeiter werkeln vor der Zentrale der Westdeutschen Landesbank (WestLB) in der Düsseldorfer Friedrichstadt. Eine neue Leuchtreklame steht frisch im Boden verankert, nur der Stromanschluss fehlt noch. Die Aufschrift lockt Laufkundschaft, mal eben ein paar Barren Gold zu kaufen – oder zu einem anständigen Preis loszuwerden.

Wer hier ein kleines Gold-Geschäft machen will, spaziert ganz einfach in die neu eröffnete An- und Verkaufstelle und drückt die Klingel vor dem Handelsraum. Ein Summer ertönt und hinter dem mit Sicherheitsglas abgeschirmten Schalter taucht ein stämmiger Herr auf.

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Per Schublade geht die Ware rein oder raus. Geld bekommen die Kunden später überwiesen oder zahlen per Überweisung. Eine Preistafel soll bald Auskunft geben, zu welchem Kurs die Bank welche Edelmetalle annimmt oder abgibt. Während der täglichen Öffnungszeit von 9 bis 15 Uhr bleiben die Konditionen konstant.

Goldklemme treibt den Preis

Brancheninsider frotzeln bereits: Der Goldladen sei das neue Geschäftsmodell, mit dem die angeschlagene Landesbank aus der Krise finden will. Derzeit wird die WestLB so stark umgebaut wie kaum ein anderes Geldhaus.

Wegen hochriskanter Investments griff der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin dem einst stolzen Kreditinstitut unter die Arme. Verlustbringende Wertpapiere wurden im Zuge eines Bad-Bank-Modells ausgegliedert. Nach dem Willen der EU-Kommission muss das Land Nordrhein-Westfalen seinen Anteil an der WestLB bald verkaufen.

Doch das Gold-Projekt der Landesbank passt in die Zeit. Die Finanz- und Wirtschaftskrise sowie zuletzt Europas Schuldenmisere schüren bei Sparern Angst vor galoppierender Geldentwertung. Edelmetalle erhalten als vermeintlich sichere Kapitalanlage stetig Zulauf. Das gilt in erster Linie natürlich für Gold, doch auch Silber wird bei Anlegern immer gefragter – nicht zuletzt in Form exklusiver Gedenkmünzen.

Das Edelmetall-Angebot kann kaum Schritt halten mit der steigenden Nachfrage. Laut World Gold Council sank das zum Verkauf stehende Goldvolumen im ersten Quartal 2010 um ein knappes Viertel. Besonders niedrig ist das Altgold-Angebot: Viele private Goldbesitzer glauben, dass die Preise weiter steigen und zögern daher den Verkauf hinaus.

Verschärft wird die Goldklemme durch knappe Minenreserven mit ständig sinkendem Erzgehalt. Auch die internationalen Zentralbanken kaufen fleißig Gold und absorbieren große Teile des knappen Angebots. Die Bank UniCredit hält in dieser Situation einen Goldpreis von 1350 Dollar je Feinunze am Jahresende für möglich.

Private Goldbesitzer müssen jetzt also auf den richtigen Verkaufsmoment warten. Wann der kommt, weiß keiner. Doch fest steht: Am bequemsten wird man sein Gold im WestLB-Laden los. So einfach war privater Edelmetallhandel noch nie – zumindest nicht in der NRW-Landeshauptstadt.

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