Engelmanns Eigenhandel: Bonne chance à la France!

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Oliver Engelmann, Rentenmarktexperte

Sorgenvoll blickt Europa dieser Tage auf den Elysee Palast. Denn wo einst Staatsmänner von Ludwig XV. über Napoleon Bonaparte bis hin zu François Mitterand verkehrten, dürfte zurzeit eine Krise brodeln, gegen die der Sturm der Bastille wie einer im Wasserglas anmutet.

Der Segen im Hause Sarkozy könnte in der vergangenen Woche empfindlichen Schaden genommen haben und seitdem schief hängen. Denn der Hausherr im Elysee reiste am Mittwoch nach Frankfurt, um zunächst seinen Landsmann Jean-Claude Trichet nach acht Jahren aus dem Amt des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) zu verabschieden und anschließend mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und anderen Politikern aus der Euro-Zone über strittige Fragen im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Zungenbrechers, der European Financial Stability Facility (EFSF), zu verhandeln. Währenddessen brachte Carla Bruni, die wirklich bezaubernde Gattin des französischen Staatspräsidenten, das gemeinsame Töchterchen Giulia zur Welt.

Euro-Rettung statt Geburtshilfe

Die Geburt eines Menschen ist - wiewohl doch eigentlich die natürlichste Sache der Welt - immer wieder ein Wunder, ein Moment großer Emotionen. So erzählen es mir, dem ewigen Hagestolz, zumindest viele verzückte Väter, die bei der Geburt ihrer Kinder dabei waren. Ein neues Leben beginnt: Wie wird es verlaufen? Wird es von Glück, Liebe und Harmonie geprägt sein? Oder stehen dem kleinen Erdenbürger Unglück, Enttäuschung und ein Leben voller Entbehrung und Schmerz bevor? All das dürften sich die Eltern eines neu geborenen Kindes fragen und es versteht sich von selbst, dass sie diesen Moment größten, aber auch bangen Glücks gemeinsam erleben wollen. Schließlich sind Kinder die Krönung jeder Beziehung und deren wertvollster Schatz. Ausgerechnet zu der Stunde also, zu der die kleine Giulia Sarkozy das Licht der Welt erblickte, knabberte ihr Vater in Frankfurt an trockenen Keksen und noch trockeneren Fragen der Finanz- und Wirtschaftspolitik. Ob Carla Bruni ihrem Nicolas wird verzeihen können, dass er sich mit einem "Adieu cherie, ich fahr' kurz nach Frankfurt - den Euro retten!" mitten in den Wehen von ihr verabschiedete und sie dann allein ließ?  

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Kein Königsweg aus der Schuldenfalle

Zu wünschen wäre ihm die Nachsicht seiner Frau. Denn Nicolas Sarkozy hat dieser Tage wahrlich schon genug Probleme. Statt sich um die Innenpolitik kümmern und so seinen sozialistischen Widersachern, die sich gerade neu und schlagkräftig formieren, schon zu Beginn des Wahlkampfs den Wind aus den Segeln nehmen zu können, muss sich Nicolas Sarkozy mit der Rettung des Euro herumschlagen. Ein Krisentreffen jagt das andere, ein Gipfel folgt dem nächsten. Und jedes Mal, wenn sich die führenden Köpfe der Euro-Zone nach zähen Verhandlungen auf einen Weg aus der Schuldenfalle geeinigt haben, entpuppt der sich schon nach Tagen als Sackgasse.

Es ist zum Haare raufen. Doch muss die Suche nach dem heiligen Gral, dem Schwert, das den gordischen Knoten durchschlägt, der Formel für den Zaubertrank, der Gallier, Germanen und den Rest Europas gleichermaßen stark macht, erfolglos bleiben. Denn wenn man unter einer Lösung der Staatsschuldenkrise versteht, dass alle Staaten der Euro-Zone wieder zu erträglichen Zinsen eigenständig Geld am Kapitalmarkt aufnehmen können, dann gibt es dafür keinen Masterplan, der innerhalb kurzer Zeit zum Ziel führt. Ebenso wenig, wie sich die Verschuldung über Nacht aufgebaut hat, kann sie über Nacht wieder zurückgeführt werden. Und das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, die dafür, dass sie in der Vergangenheit in Staatsanleihen der Euro-Zone investiert haben, jetzt auch noch von einer empörten Öffentlichkeit beschimpft werden, dürfte ebenfalls ein Prozess sein, dessen Dauer eher in Jahren denn in Monaten gemessen werden muss.

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