Engelmanns Eigenhandel: Das schwere Los des Rainer Langhans

kolumneEngelmanns Eigenhandel: Das schwere Los des Rainer Langhans

Bild vergrößern

Oliver Engelmann, Rentenmarktexperte bei der Citi

Nein, unseren Kolumnisten zieht es nicht ins Dschungel-Camp (obwohl: prominent genug dafür dürfte er mittlerweile allemal sein, Anm. d. Red.). Am traurigen Beispiel des Ex-Kommunarden zeigt Oliver Engelmann vielmehr, dass ein bisschen finanzielle Vorsorge auch Revolutionären gut getan hätte. Von Weltuntergangsszenarien sollten Anleger sich dabei nicht abschrecken lassen – weniger Panik wäre angebracht, meint er mit Blick auf die zuletzt recht erfolgreich gelaufenen Bond-Emissionen der Euro-Peripheriestaaten.

Jetzt schwingen sie wieder täglich an der Liane von Baum zu Baum, elf bedauernswerte "Prominente", die der Fernsehsender RTL in einem Anfall von Nächstenliebe vor dem Sturz in die totale Bedeutungslosigkeit bewahren will, indem er sie 14 Tage im australischen Dschungel kaserniert und dort zur Erheiterung der Fernsehzuschauer Känguruhoden, Kakerlaken und ähnliche Köstlichkeiten verzehren lässt. Dass "Prominenter" für RTL dabei ein äußerst dehnbarer Begriff ist, zeigt sich daran, dass die Mehrzahl der Dschungel-Camp Bewohner einer breiteren Öffentlichkeit vollkommen unbekannt sein dürfte.

Wer sind Jay und Peer?

Anzeige

In welcher Disziplin Sarah Knappik, Jay Kahn oder Peer Kusmagk - um nur drei Beispiele zu nennen - zu Weltruhm gelangt sind, hat sich mir jedenfalls noch nicht erschlossen. Einzig Eva Jakob, putziges Mitglied der Jakob-Sisters und Showdinosaurier, die zum Erstaunen der Fans ohne ihren Pudel in den Dschungel dackelte, Matthieu Carriere, der Mann, der dereinst "nach oben" wollte und sich mittlerweile medial eher in die entgegengesetzte Richtung bewegt, und Rainer Langhans, ewiger Kommunarde und neuer Kult-Werbestar eines Versandhauses, genießen einen gewissen Prominenten Status.

Knappes Schmerzensgeld

Was ist es nun, das diese Stars und Sternchen dazu bewogen hat, eine solche Tortur überhaupt auf sich zu nehmen? Und eine Tortur ist es wahrlich, nicht nur, weil man in diversen Dschungel-Prüfungen die ekeligsten Dinge zum Fraß vorgesetzt bekommt, sondern auch, weil die sinnentleerten Unterhaltungen im Camp an Folter grenzen und nur noch durch jene stumpfsinnigen Gespräche übertroffen werden, die die Kandidaten im "Big Brother" Container führen. Vergangenen Glanz und Ruhm aufzufrischen dürfte ein Beweggrund sein; solchen überhaupt erst zu erlangen ein anderer. Nicht zu unterschätzen ist jedoch auch die finanzielle Komponente. Zwar dürfte über die Gagen zwischen Sender und Kandidaten Stillschweigen vereinbart worden sein, doch kolportieren verschiedene Medien, die Teilnehmer am Dschungel-Camp erhielten für ihren zweiwöchigen Abenteuer"urlaub" je 50.000 Euro. Die seien ihnen von Herzen gegönnt - als Schmerzensgeld erscheinen sie fast noch zu knapp bemessen. 

Keinerlei Altersvorsorge

"Ich war jung und brauchte das Geld!", so rechtfertigt manch wirklicher Star heute filmische oder musikalische Jugendsünden. Auch einige Kandidaten der fünften, zurzeit ausgestrahlten Staffel von "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!" dürften in einigen Jahren voller Reue Ähnliches bekennen. Nur Rainer Langhans nicht. Er müsste wohl ausrufen: "Ich war alt und brauchte das Geld!" Denn der mittlerweile 70-Jährige hat nach Jahrzehnten, in denen er die freie Liebe und Besitzlosigkeit propagierte, anscheinend festgestellt, dass er über keinerlei Altervorsorge verfügt und das Leben in Kommunen leider nicht mehr länger dem Zeitgeist entspricht. Sehr über den Geldsegen gefreut haben sich deshalb auch die Langhans im alltäglichen Leben begleitenden Damen, die ihm in einem Interview mit "Spiegel TV" zu bedenken gaben, er könne ja durchaus 110 Jahre alt werden und wäre dann sicherlich darauf angewiesen, über ausreichende finanzielle Mittel zu verfügen. Sehr richtig: Nicht jeder ist ein Heesters, der selbst im hohen Alter noch Konzerte geben kann. Mal ganz abgesehen davon, dass Rainer Langhans bislang auch noch nicht als Sänger in Erscheinung getreten ist.

Revoluzzer mit Sparplan?

Das Beispiel Langhans zeigt eines deutlich: Rechtzeitige Vorsorge tut not. Hätte der Kommunarde Langhans in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen oder monatlich in einen Aktienfondssparplan eingezahlt, so wäre ihm die Dschungel-Erfahrung sicherlich erspart geblieben. Fraglich scheint indes manchem, ob die Generation der heute 30-Jährigen durch eine solche Vorsorge auch noch einem finanziell abgesicherten Lebensabend entgegenblicken kann.

Mehr Risiko in den Märkten

Zu den gebetsmühlenartig wiederholten Floskeln in den Einleitungen wissenschaftlicher Fachliteratur über die Finanzmärkte zählt nämlich die von der in den letzten Jahren erheblich angestiegenen Volatilität. Volatilität bedeutet nichts anderes als Unsicherheit und die ist - gerade in den vergangenen Jahren - deutlich gewachsen.  Am Aktienmarkt haben sich die Abstände zwischen zwei Crashs seit den 70ern deutlich verkürzt und auch am Rentenmarkt ist längst nicht mehr alles Gold, was glänzt. Seitdem sich einige Länder der Euro-Zone in ernst zu nehmenden finanziellen Schwierigkeiten befinden, haben Anleihen dieser Staaten drastisch an Wert verloren; sogar von der Möglichkeit, dass einzelne Länder Konkurs anmelden könnten, wird mittlerweile nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%