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Engelmanns Eigenhandel: Können Märkte "schwierig" sein? Über Bundesanleihen im Höhenflug

Rein in Bundesanleihen - oder doch lieber raus? Unser Kolumnist lag lange Zeit schief und hadert mit dem Schicksal. Trost spenden eine alte Komiker-Größe und die Einsicht in die eigene Lernfähigkeit.

Oliver Engelmann, Rentenmarktexperte bei der Citi
Oliver Engelmann, Rentenmarktexperte bei der Citi

Ein Bekenntnis vorab: Ich kann Comedians nicht ausstehen. Allein bei dem Begriff "Comedian" sträuben sich mir die Nackenhaare, und wenn ich dann noch daran denke, mit welch unsäglichem Klamauk die Hofnarren unserer Gesellschaft aufwarten, uns - die vor dem Fernseher sehnsüchtig auf gute Unterhaltung Wartenden - zu amüsieren, dreht sich mir vollends der Magen um. Nur amerikanische Sitcoms sind noch humorfreier als die Darbietungen unserer Komiker-Kaste, wobei im Zusammenhang mit Comedians das Wort "Komiker" zu benutzen einem unverdienten Ritterschlag gleicht. Ich jedenfalls kann über die Späße der meisten Comedians ungefähr so viel lachen wie ein Wachsoldat des zweiten Bataillons der Scots Guards, der vor dem Buckingham Palace in London seine Bärenfellmütze spazieren führt, über die Horden scheinbar verrückt gewordener, Grimassen schneidender Touristen.

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"Immer wenn ich traurig bin..."

Wie viel erfrischender und erheiternder wirken dagegen noch heute die Gedichte und Anekdoten eines Heinz Erhardt. Der war der lebende Beweis dafür, dass Genie nur zur einem Prozent aus Inspiration, dafür aber zu 99 Prozent aus Transpiration besteht. Stunden-, manchmal sogar tagelang feilte Erhardt an seinen Formulierungen und gebar dabei so herrliche Schöpfungen wie das Gedicht vom Ritter Fips, der sich in voller Rüstung lehnte an seines Schlosses Brüstung und hierbei verlor alsobald zuerst den Helm und dann den Halt. Auch in musikalischer Hinsicht hatte Erhardt mehr Talent als viele jener jungen Pseudo-Entertainer von heute.

Nur wenigen ist bekannt, dass der runde Komiker mit der markanten Hornbrille ein ausgezeichneter Pianist war und sein Geld durchaus auch auf den Konzertbühnen der Welt hätte verdienen können. Doch dann wären viele seiner herrlichen Lieder, die uns noch heute Trost und Zuversicht spenden, wohl nicht entstanden. Auch so mancher Börsianer summt tagsüber eine bestimmte Melodie Ehrhardts und setzt abends das im Refrain jenes Liedes empfohlene Rezept zum Glücklichsein in die hochprozentige Tat um: "Immer wenn ich traurig bin, trink' ich einen Korn, wenn ich dann noch traurig bin, trink' ich noch'en Korn, wenn ich dann noch traurig bin, trink' ich noch'en Korn, und wenn ich dann noch traurig bin, fang ich an von vorn."

Depressive Anleihe-Händler

.EmailQuote { PADDING-LEFT: 4pt; MARGIN-LEFT: 1pt; BORDER-LEFT: #800000 2px solid }Auch der ein oder andere Rentenhändler dürfte in den vergangenen Wochen den Korn im besten Ehrhardt'schen Sinne gleich flaschenweise gekübelt haben. Denn was auf den ersten Blick nach Partylaune am Markt aussieht - Bundesanleihen kannten über einen Monat lang nur eine Richtung: nach oben -, stimmte so manchen depressiv. Wer den steilen Aufwärtstrend der Bunds nicht rechtzeitig erkannt hatte, lief ihm ständig hinterher. Zwar lautet eine alte Börsenhändlerweisheit "Frage nicht nach dem Preis, wenn Du kaufen willst!", aber die schlauschnackerisch zu zitieren ist allemal leichter als sie zu beherzigen. Es widerstrebt der menschlichen Psyche, zu hohen Preisen zu kaufen - oder zu solchen, die man dafür hält. Und so dürften wohl viele Akteure vergeblich auf einen Rückschlag am Bundmarkt gewartet haben, um doch noch einsteigen zu können. 

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6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 12.09.2010, 12:51 UhrAnonymer Benutzer: Benedikt-Gruppe

    Was haben bundesanleihen und Spenden gemeinsam?
    Vor wenigen Tagen sah ich an der Straße eine Sammelaktion
    für Pakistan. Eine junge Dame kam auf mich zugegangen und
    stellte sich vor. ich glaube Sie war von der Caritas, ihr Name
    war Anna. Anna glaubte ich zu verstehen, setzte sich für die
    notleidenden Menschen in der Welt ein. Das Gemeinsame:
    bundesanleihen und Spenden sind Erwartungspapiere.

  • 12.09.2010, 01:26 UhrAnonymer Benutzer: gb

    Nein. Der inhalt reicht nur für eine halbe Seite. Sorry

  • 09.09.2010, 13:57 UhrAnonymer Benutzer: Claudia Wunner

    Wunderbar - und Prost!

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