Engelmanns Eigenhandel: Schwellenländer auf der Überholspur

kolumneEngelmanns Eigenhandel: Schwellenländer auf der Überholspur

Bild vergrößern

Oliver Engelmann, Rentenmarktexperte bei der Citi

Die Lokomotiven der Weltwirtschaft sind längst nicht mehr die USA oder Europa. Deren Wachstum schwächt sich ab, Asien aber zieht nahezu ungebremst weiter. Was das für Anleger bedeutet.

Kennen Sie den? Wie heißt der chinesische Verkehrsminister? Um-Lei-Tung! Oder den? Wie nennt man einen Polizisten auf Chinesisch? Lang-Fing-Fang! Über solch merkwürdige Witze, die intellektuell auf einer Stufe mit den berühmten "Häschenwitzen" a la "Haddu Kalbskopf? Muddu aber scheußlich aussehen!" oder den "Antiwitzen" a la "Treffen sich zwei U-Boote im Urwald. Sagt das eine: "Na!" Sagt das andere: "Na und?" " stehen, amüsierten wir uns als Kinder und Jugendliche stets königlich. Das war in den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Zu jener Zeit machte man über die Chinesen hierzulande nicht nur Witze als seien sie die Ostfriesen Asiens, man blickte auch noch etwas mitleidig auf ihre Bemühungen herab, China von einem Agrar- in einen modernen Industriestaat zu verwandeln. Die Produkte aus dem "Reich der Mitte" waren nicht selten qualitativ minderwertig, vor allem gemessen am strengen Standard des "Made in Germany".  

Die neue Supermacht

Auch dachte wohl so mancher westliche Hardliner, der den "Kalten Krieg" durchgefochten hatte, eine Volkswirtschaft, die wie die chinesische auf dem kommunistischen Gedanken fuße, müsse über kurz oder lang dem Untergang geweiht sein. Mittlerweile dürfte vielen das Lachen angesichts der Fortschritte, die die chinesische Volkswirtschaft in den vergangenen drei Jahrzehnten erzielt hat, vergangen sein. Kaum ein Produkt, dass nicht entweder komplett in China gefertigt wird oder zumindest Komponenten aus dem asiatischen Land aufweist, das sich anschickt, die wirtschaftliche Supermacht des neuen Jahrhunderts zu werden. Dass dieser Erfolg mehr auf kapitalistischen Prinzipien denn auf dem kommunistischen Manifest des Karl Marx fußt, scheint die politischen Führer in Peking dabei nicht zu stören. Sie beweisen in punkto Wirtschaftspolitik die geistige Flexibilität, die andernorts gerne gefordert wird.

Anzeige

Asiens Jahrhundert

Doch nicht nur in China brummt die Wirtschaft, auch andere Staaten der Region entwickeln sich prächtig, weshalb viele Auguren dieses Jahrhundert schon jetzt als das Asiens bezeichnen. Oder gar gleich als das der sogenannten "Emerging Markets", jener aufstrebenden Volkswirtschaften also, die auf dem Sprung vom Entwicklungsland zum modernen Industriestaat sind. Die Stärke der einen spiegelt dabei die Schwäche der anderen wider. Amerika und einige Teile Europas - über Jahrhunderte vielerorts Besatzungsmächte und Sieger im Kampf um den technologischen Fortschritt - verlieren im globalen Wettbewerb um Marktanteile und Wohlstand zusehends. Sie müssen ihren Platz an der Spitze wohl schon bald den aufstrebenden Nationen der "Emerging Markets" räumen, ja am Ende sogar froh sein, wenn die - wie China - ihre Staatsschulden finanzieren.  

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%