Expertenkolumne: Worauf Expats achten sollten

Expertenkolumne: Worauf Expats achten sollten

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Michael Bürger

Immer häufiger gehen Manager für ihr Unternehmen ins Ausland, übernehmen wichtige Jobs in Asien oder Südamerika.

Dabei sind es längst nicht mehr nur Dax-Unternehmen, die ihren Führungskräften leitende Funktionen in ihren Tochtergesellschaften oder in Jointventures übertragen. Doch nicht alle statten ihre Expats für den Auslandseinsatz angemessen aus.

Dabei geht es an dieser Stelle nicht um zusätzliche Tagespauschalen und Sonderurlaub, sondern um Mindestanforderungen, die nicht unterschritten werden sollten:

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Übernahme der Flugkosten für Hin- und Rückreise (einschließlich der Zusatzkosten für einen möglichen Umzug), egal aus welchem Anlass und zu welchem Zeitpunkt das Auslandsengagement sein Ende findet.

Abschluss einer internationalen privaten Krankenversicherung auf Firmenkosten, die unter anderem den Krankenrücktransport per Flugzeug garantiert, sobald eine stationäre Behandlung erforderlich wird. Dies kann sowohl nach einem Unfall im Einsatzland aber erst recht nach einer Erkrankung in einem Infektionsgebiet der Fall sein. Purer Abenteuergeist könnte sonst ernsthafte Folgen haben. Vor einer längeren Auslandstätigkeit in Asien (außer in Japan) sowie in Mittel- oder Südamerika sollte eine Tropentauglichkeitsuntersuchung stehen. Der Arbeitsvertrag sollte mit dem deutschen Stammhaus geschlossen werden, nicht allein mit der ausländischen Tochtergesellschaft (andernfalls gelten allein die dortigen rechtlichen Rahmenbedingungen für das Anstellungsverhältnis). Durch zeitlich befristete Entsendungsverträge (die jeweils verlängert werden können) sollte der Mitarbeiter berechtigt und zugleich verpflichtet sein, seine bisherhige Tätigkeit im deutschen Stammhaus nach dem Auslandsaufenthalt wieder aufzunehmen. Auf diese Weise verbleibt er im System der deutschen Sozialversicherung.

Stadtansicht von Hongkong Quelle: dpa

Stadtansicht von Hongkong

Bild: dpa

Zugesagt werden sollte die Übernahme der Kosten für Hotel/Apartment, das mindestens mittlerem (besser: gehobenen) westeuropäischem Standard entspricht. Denn es gibt Große Unterschiede: Einerseits ist landesüblichen Ausstattung in Indien oder Vietnam für Westeuropäer gewöhnungsbedürftig, andererseits bleibt in Hongkong nicht viel vom Gehalt über, wenn die Miete aus eigener Tasche gezahlt werden muss. Vorbildlich sind die Unternehmen, die ihren Managern bei einem geplanten Aufenthalt außerhalb der EU und Nordamerika zunächst einen auf einige Tage oder einen bis zu zweiwöchigen befristeten Einsatz („Look-and-see-trip“) finanzieren - bevor die Entscheidung für einen unter Umständen mehrjährigen Einsatz fällt.

Nicht selten erscheint die vermeintlich günstigere Besteuerung der Einkommen im Einsatzland attraktiv. Dies ist jedoch nicht zwangsläufig der Fall, insbesondere bestehen nicht mit jedem Staat in Asien Doppelbesteuerungsabkommen (DBA). Daher sollte das entsendende Unternehmen die Kosten für eine Beratung durch eine international ausgerichteten Steuerberater übernehmen.

Schließlich empfiehlt sich eine Vereinbarung mit dem inländischen Arbeitgeber, dass die Kündigung des weiterhin bestehenden – wenn auch ruhenden – Arbeitsvertrags mit dem deutschen Stammhaus nicht vor Rückkehr des Mitarbeiters aus dem Ausland erklärt werden kann. Auf diese Weise bleibt dem heimkehrenden Expat mindestens noch die vertragliche Kündigungsfrist, um sich nach einer neuen Stelle um zu sehen, wenn seine bisherige Position im Unternehmen nicht mehr vorhanden sein sollte.

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