Fehlerhafte Bankberatung: Deutsche Anleger fordern Schadenersatz für General-Motors-Anleihen

Fehlerhafte Bankberatung: Deutsche Anleger fordern Schadenersatz für General-Motors-Anleihen

Deutsche Anleger verlangen Schadenersatz von Banken wegen fast wertloser Anleihen des US-Autoherstellers General Motors (GM). Die betroffenen Geldhäuser, darunter die Commerzbank, wehren sich gegen den Vorwurf der Falschberatung.

Die auf Anlegerrecht spezialisierte Kanzlei Nieding + Barth vertritt eine Gruppe von deutschen privaten und institutionellen GM-Anleihegläubigern. „Für diese Anleger werden wir klagen, wenn wir nicht außergerichtlich mit den betroffenen Banken eine Einigung finden“, kündigt Anwalt Klaus Nieding an.

In der Kritik steht auch die Commerzbank. „Ein Anleger berichtet, dass die Commerzbank GM-Anleihen noch 2002 als völlig sichere Anlagen verkauft hat. Da liegt wahrscheinlich ein Beratungsfehler vor“, sagte Lothar Gries von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Denn schon 2002 sei klar gewesen, dass GM Probleme habe, so Gries.

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Ob ein Anlageinstrument für den Kunden geeignet sei, bespreche die Commerzbank im Rahmen eines Beratungsgesprächs, teilt die Bank dazu mit. „Wir haben unseren Kunden GM-Anleihen zu einem Zeitpunkt empfohlen, als GM von den Rating-Agenturen Moody’s und S&P als 'Investmentgrade' eingestuft wurde“. Nachdem GM 2005 diesen guten Bonitätsstatus verlor, habe die Bank mehrfach den Verkauf empfohlen. „Viele unserer Kunden sind der Empfehlung gefolgt und konnten zu vergleichsweise günstigen Konditionen verkaufen“, so die Commerzbank.

Anleger hatten am Dienstag das Angebot von GM abgelehnt, die Anleihen im Volumen von 27 Milliarden Dollar in zehn Prozent der neu auszugebenden GM-Aktien zu tauschen, was wegen des geringen Börsenwerts des Konzerns von weniger als 900 Millionen Dollar einem Totalverlust nahekommt. Tausende deutsche Privatanleger seien betroffen, heißt es in Finanzkreisen.

„Der beste Ansatzpunkt ist zu prüfen, ob ein Beratungsfehler vorliegt und gegebenenfalls den Finanzberater wegen Falschberatung zu verklagen“, sagt Niels Nauhauser, Referent bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Wir erhalten eine Menge Anfragen von GM-Anleihebesitzern“, bestätigte Thomas Hechtfischer, Landesgeschäftsführer Nordrhein-Westfalen der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Ein DSW-Mitglied habe 30.000 Euro in GM-Anleihen investiert, so Hechtfischer.

Auch ein Anleiheexperte aus dem Sparkassenlager bestätigt, dass er mehrfach Anfragen zu GM-Bonds von Kundenberatern erhalten hat: „Meist sind es wohlhabende Privatkunden, die sich GM-Anleihen wegen der recht hohen Verzinsung in ihr Rentenportfolio gelegt und bis zu 30.000 Euro investiert haben.“ Diese Anleger werden im nun wahrscheinlichen Insolvenzverfahren nach Ansicht von Experten nur einen Bruchteil ihres Investments zurückerhalten.

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