Finanzbranche: Härtere Regulierung von Banken ist ein Gebot der Stunde

Finanzbranche: Härtere Regulierung von Banken ist ein Gebot der Stunde

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Skyline von Frankfurt

von Stefan Hajek

Weltweit wächst die Wut der Steuerzahler auf die Banken. Appelle der Politik an die Finanzbranche, endlich ihrer traditionellen Rolle wieder gerecht zu werden, verhallen ungehört. Es ist deshalb an der Zeit, die Banken stärker zu regulieren.

Die Banken kommen kaum noch ihrer ursprünglichen Aufgabe nach, die Wirtschaft effizient mit Geld zu versorgen, indem die Einlagen der Sparer als Kredit zu Unternehmen und Häusle-Bauern geleitet werden. Kein Wunder, dass die Klagen der Unternehmer über eine zunehmend restriktive Kreditvergabe der Geldhäuser immer lauter werden. 

Dabei haben Staaten und Notenbanken im vergangenen Winter Billionen von Dollar und Euro in die Banken gepumpt, um sie vor dem Zusammenbruch zu retten. Dieses Geld bunkern die Banken nun bei der Zentralbank, anstatt es als Kredit herauszugeben.

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Politiker verschärfen ihre Kritik

Entsprechend ungehalten reagieren nun die Politiker: „Wir haben fast 150 Milliarden Euro an Eigenkapital und Garantien für Banken bereitgestellt“, sagt CSU-Finanzexperte Hans Michelbach vor kurzem bei einer Sitzung im Reichstag. Und dieses Geld, so die Botschaft an die anwesenden Vertreter der Banken, wolle sich der Staat zurückholen. Irgendwie.„Der Furor ist da“, beschrieb der Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Peter Altmaier, die Stimmung unter den Abgeordneten. Diese bekommen die Wut in ihren Wahlkreisen zu spüren. „Wir müssen den kollektiven Rinderwahn im Bankensektor beenden“, sagt Altmaier.

Starke Worte. Doch Banker nehmen Politiker selten ernst. Schlimmer noch: Auf eigene Rechnung zocken die Banken schon wieder, als habe es den Beinahe-Kollaps im Herbst 2008 nicht gegeben. Die Finanzkrise ist noch lange nicht vorbei, doch die mit Staatsgeldern vor dem Kollaps geretteten Institute blasen bereits die nächste Blase auf.

Sie helfen Pleitestaaten wie Griechenland beim Statistik-Betrug, sie wetten gegen den Euro oder gar auf die Pleite weiterer Länder. Und als Sahnehäubchen schütten sie sich Boni im Millionenhöhe aus.

Bank-Manager sind unbelehrbar

Immer deutlicher wird: Die Manager der heutigen großen, internationalen Banken sind unbelehrbar. Die Banken sind zu einem Parasiten des Kapitalismus ausgewuchert. Nicht nur, dass sie immense volkswirtschaftliche Schäden anrichten; sie locken ausserdem die hellsten Köpfe und besten Talente der Welt mit Millionen-Boni; diese Top-Talente werden dann mit volkswirtschaftlich vollkommen sinnlosen oder gar schädlichen Dingen beschäftigt, etwa dem Umgehen von Gesetzen und dem geschickten Verstecken horrender Risiken.

Das jetzige System hat zu viele Interessenkonflikte und Abhängigkeiten an den falschen Stellen geschaffen: Direkte oder indirekte Staatsgarantien haben es den Banken ermöglicht, ihre Bilanzen beliebig zu verlängern, immer größere Risiken anzuhäufen und irre Renditen einzufahren. Um diese zu schaffen, werden nebenbei noch die eigenen Privatkunden – Steuerzahler und Bankenretter – in der Geldanlage bewusst fehlberaten.

Banken, die damit durchzukommen glauben, unterliegen einem gefährlichen Trugschluss, warnen Experten. Denn die Gesellschaft schlägt irgendwann zurück. Es ist an der Zeit, die Banken an die Kette zu legen.

In der neuen WirtschaftsWoche lesen Sie, wie die Banken gezähmt werden können. Das Heft ist ab Montag, den 1. März am Kiosk erhältlich. Abonnenten finden die WirtschaftsWoche bereits am Samstag in ihrem Briefkasten (zur Abo-Bestellung)

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