Finanzinvestoren: Permira: Hugo Boss soll stärker als Modemarkt wachsen

Finanzinvestoren: Permira: Hugo Boss soll stärker als Modemarkt wachsen

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Teile der Kollektion des Modekonzerns Hugo Boss sind am Donnerstag, 27. Maerz 2008, in der Zentrale des Unternehmens in Metzingen zu sehen. Das Unternehmen konnte 2007 ein Umsatzplus von 9 Prozent verzeichnen.

Permira, Mehrheitsaktionär bei Hugo Boss, will wenigstens „vier bis fünf Jahre an Bord bleiben“ und in dieser Zeit „mehr investieren als je zuvor in der Unternehmensgeschichte“. Das kündigt Martin Weckwerth, Vertreter des Investors Permira im Hugo-Boss-Aufsichtsrat, im WirtschaftsWoche-Interview an.

Weckwerth sagte der WirtschaftsWoche: „Wir verfolgen einen evolutionären Kurs und unterstützen die Wachstumsstrategie des Vorstandsteams. Es gibt noch große Potenziale in Asien, bei der Damenmode und den eigenen Shops. Wir orientieren uns an Wettbewerbern wie Burberry oder Ralph Lauren.“ Ziel sei es, „stärker als der Modemarkt, der jährlich sieben bis acht Prozent zulegt, zu wachsen“.

Eine „grundsätzlich andere Auffassung von Geschäftspolitik“ war laut Weckwerth der Grund für das Verlassen des Unternehmens von Boss-Chef Bruno Sälzer.

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Sälzer habe Hugo Boss „auf Kurs gebracht“, aber „ Hugo Boss hat seine eigenen Stärken, und daran wollen wir anknüpfen.“

Auch der Weggang von Boss-Aufsichtsratschef Guiseppe Vita steht laut Weckwerth nicht im Zusammenhang mit der geplanten umstrittenen Ausschüttung einer Sonderdividende in Höhe von 450 Millionen Euro: „Guiseppe Vita hat ein weiteres Mandat bei einer italienischen Bank angenommen. Er hatte schon vor Monaten signalisiert, das Amt niederlegen zu wollen.“

Obwohl Permira 88 Prozent der Stimmrechte hält, betont Weckwerth: „Auch die anderen Aktionäre profitieren. Von der Dividende gehen 250 Millionen Euro an die Valentino Fashion Group für die Tilgung eines Kredits.“ Gemeint ist ein 2,4 Milliarden-Euro-Kredit für die Übernahme der Boss-Mutter-Valentino.

Es gehe dabei nicht darum, wiegelt Weckwerth ab, „unseren Investoren eine schnelle Rückzahlung zu bescheren, sondern einen Teil der Finanzierung zurückzuführen“. Laut Weckwerth hat Permira gemeinsam mit Partnern rund 1,5 Milliarden Euro investiert: „Das ist eine solide Finanzierung. Zu den Partnern gehört unter anderem die Marzotto-Familie.“

Marzotto hatte früher die Valentino-Fashion-Group kontrolliert. Dass Boss sich selbst noch eine Kreditlinie über 750 Millionen Euro gesichert hat, begründet Weckwerth zum einen mit der geplanten Akquisition, zum anderen garantiere der Kredit die finanzielle Flexibilität des Unternehmens.

Dass davon eine weitere Sonderausschüttung finanziert werden soll, weist Weckwerth im WirtschaftsWoche-Gespräch zurück: „Es geht vor allem um den möglichen Kauf einer Modemarke. Banken stellen eine Kreditlinie in dieser Höhe in der Regel zweckgebunden. Und um es ganz klar zu sagen: Unsere Finanzierung steht auch ohne etwaige Sonderausschüttungen.“

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