Finanzkrise: Ex-Fondsmanager von Bear Stearns nicht schuldig

Finanzkrise: Ex-Fondsmanager von Bear Stearns nicht schuldig

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Former Bear Stearns hedge-fund manager Matthew Tannin (R) smiles after being acquitted of fraud charges at U.S. District Court in Brooklyn in New York, November 10, 2009. REUTERS/Shannon Stapleton (UNITED STATES BUSINESS CRIME LAW)

Haben Fondsmanager bewusst Investorengelder verpulvert, obwohl sie wussten, dass die Blase platzen wird? In New York standen zwei ehemalige Hedgefondsmanager vor Gericht – und wurden freigesprochen.

Freispruch im ersten Finanzkrisen-Prozess gegen hochrangige Wall-Street-Profis: Die Ex-Manager Ralph Cioffi und Matthew Tannin von der US-Investmentbank Bear Stearns haben beim Scheitern ihrer Hedgefonds vor gut zwei Jahren laut einem New Yorker Gericht ihre Investoren nicht belogen.Im Fall einer Verurteilung hätten Cioffi und Tannin bis 20 Jahre Haft gedroht.

Für die US-Strafverfolger ist der Jury-Spruch ein Rückschlag in der juristischen Aufarbeitung der Finanzkrise, die Invesoren weltweit 396 Milliarden Dollar gekostet hat. Der Prozess galt als Testlauf für mögliche weitere Fälle. Zahlreiche Ermittlungen laufen. Der spektakuläre Zusammenbruch der zwei Fonds im Sommer 2007 war eines der Alarmsignale zu Beginn der Finanzkrise. Bear Stearns musste später notverkauft werden. Die beiden Manager hatten vor allem in extrem wackelige Hauskredite mit kaum Sicherheiten investiert. Diese hochriskanten „Subprime“-Papiere waren Auslöser der Finanzkrise, die später zur weltweiten Rezession führte.

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Jury weist alle Vorwürfe zurück

Cioffi, 53, und Tannin, 48, ar vorgeworfen worden, ihren Kunden die Probleme der Fonds bewusst verschwiegen zu haben. Gleichzeitig hätten sie sich in E-Mails darüber ausgetauscht, dass die Situation auf dem Verbriefungsmarkt zunehmend besorgniserregend sei.

Das Gericht urteilte dagegen, die zwei Familienväter hätten sich ihren Investoren gegenüber nichts zuschulden kommen lassen. Die zwölfköpfige Jury wies alle Vorwürfe zurück –- von Betrug über Verschwörung bis hin zu Insider-Handel.

Die US-Justizbehörden stehen angesichts Milliardenhilfen für die Wall Street unter großem öffentlichen Druck, eventuelle Vergehen in der Finanzbranche zu ahnden. Im Fokus stehen etwa der Absturz von Lehman Brothers und des Versicherungsriesen AIG. Die Beweisführung ist aber Experten zufolge im Einzelfall schwierig.

Verteidiger: Manger selbst Opfer der Krise

Die Bear-Stearns-Manager hatten laut Staatsanwaltschaft trotz Wertverlusten ihrer Fonds ein viel zu rosiges Bild der Lage gemalt. Coffi habe zudem noch rechtzeitig Millionenbeträge aus einem Fonds abgezogen. Hunderte Anleger seien um rund 1,5 Milliarden Dollar (eine Milliarde Euro) geschädigt worden. Die Investoren waren allerdings keine Kleinanleger, sondern vermögende private und institutionelle Kunden.

In dem dreiwöchigen Prozess hatte sich die Staatsanwaltschaft auch auf E-Mails der Angeklagten gestützt. So hatte Tannin geschrieben, er könne nicht mehr schlafen und nehme Antidepressiva aus Angst, die Fonds könnten platzen. Ein Jury-Mitglied meinte dennoch, die Beweislage sei nicht „eindeutig und überzeugend“ gewesen.

Die Verteidiger argumentierten, die Manager seien selbst Opfer der Krise. Juror Aram Hong sagte der Nachrichten-Agentur Bloomberg, E-Mails hätten gezeigt, dass Cioffi und Tannin in den Monaten vor dem Kollaps sieben Tage die Woche rund um die Uhr daran gearbeitet haben, um die Fonds zu retten. „Ich bin glücklich“, sagte Cioffi nach dem Urteil.

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