Finanzkrise: G7-Finanzminister kündigen Aktionsplan an

Finanzkrise: G7-Finanzminister kündigen Aktionsplan an

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Die Finanzminister der G7 nach ihrem Treffen in Washington

Unter dem Druck der dramatisch verschärften Finanzkrise haben sich die sieben führenden Industrieländer G7 auf einen gemeinsamen Aktionsplan geeinigt. Die gegenwärtige Lage verlange „dringende und außergewöhnlichen Maßnahmen“, heißt es in einem gestern Abend in Washington veröffentlichten G7-Papier.

 Der Aktionsplan sei ein „einheitlicher Rahmen, der unsere individuellen und gemeinsame Schritte leiten wird, um die Märkte mit Liquidität zu versorgen, Finanzinstitutionen zu stärken sowie Sparer und Investoren zu schützen“, sagte US-Finanzminister Paulson. Er kündigte zudem an, dass die US-Regierung Anteile von Banken kaufen wolle, um das Vertrauen in das Finanzsystem wiederherzustellen. „Nie war es wichtiger, gemeinsame Lösungen zu finden, um stabile und effiziente Finanzmärkte zu schaffen und die Weltwirtschaft gesunden zu lassen“, betonte der Finanzminister. Ziel sei, die Finanzmärkte zu stabilisieren und den Kreditfluss sicherzustellen, heißt es in dem Plan. Es müssten dazu „alle verfügbaren Werkzeuge“ eingesetzt werden, um den Zusammenbruch wichtiger Finanzinstitutionen zu vermeiden.

Die G7 verständigten sich überdies, „alle notwendigen Schritte zu unternehmen“, damit Banken und andere Finanzinstitutionen breiten Zugang zu Liquidität erhalten. Um das Vertrauen in die Finanzwirtschaft wieder herzustellen, sollte sowohl privates wie auch staatliches Kapital in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt werden. Die Maßnahmen sollten so gewählt werden, dass die Steuerzahler geschützt und mögliche schädliche Auswirkungen auf andere Länder vermieden werden.

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Die führenden Industrieländer wollen darüber hinaus sicherstellen, dass die Systeme zur Sicherung von Bankeinlagen „robust“ sind. Dadurch soll gewährleistet werden, dass Bankkunden weiterhin auf die sichere Verwahrung ihrer Guthaben vertrauen. Zudem sollen der Markt für mit Hypotheken verbundene Wertpapiere wieder zum Laufen gebracht werden. Ziel sei auch mehr Transparenz. Mit Blick auf den Kauf von Bankanteilen durch die US-Regierung sagte Paulson, wie bei dem bereist beschlossenen Erwerb notleidender Vermögenswerte solle „ein standardisiertes Programm“ erarbeitet werden, das einer großen Bandbreite von Finanzinstitutionen offenstehe, der Finanzminister. Ziel sei es, privatem Kapital einen Anreiz zu geben, der staatlichen Initiative zu folgen.

Steinbrück will rasche Entscheidungen

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat nach der Einigung der sieben führenden Industrienationen auf ein gemeinsames Vorgehen zur Rettung des internationalen Bankensystems rasche Entscheidungen für Deutschland angekündigt. Schon vor Marktöffnung am Montag sollten die Märkte Klarheit über das deutsche Programm haben, kündigte er in der vergangenen Nacht nach der Sitzung der G7-Finanzminister und Notenbankchefs in Washington an.

Über das deutsche Rettungspaket werde zudem am Sonntagnachmittag beim Sondergipfel der Eurogruppen-Staaten gesprochen. Bis zum Ende nächster Woche sollten dann die Voraussetzungen für Änderungen an den Bilanzierungsregeln für die Institute geschaffen werden, betonte der SPD-Politiker. Der Chef der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet würdigte die Einigung der G7 als stimmig und präzise. Es sei auf der Höhe der Herausforderungen. Zuvor hatten sich die G7 zum Abschluss ihres Treffens in einer gemeinsamen Erklärung verpflichtet, das Überleben aller für den Fortbestand des Finanzmarktsystems wichtiger Finanz-Institute sicherzustellen.

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