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Finanzkrise : IKB-Aktionäre geben grünes Licht für Kapitalerhöhung

von rtr

Die Aktionäre der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB haben grünes Licht für eine Sonderprüfung sowie eine Kapitalerhöhung von 1,5 Milliarden Euro gegeben.

IKB-Aufsichtsratsvorsitzende Quelle: AP
IKB-Aufsichtsratsvorsitzende Ulrich Hartmann muss sich auf der Hauptversammlung für harte Wahrheiten rechtfertigen Quelle: AP

Einen entsprechenden Beschluss fasste nach Mitteilung der IKB gestern am späten Abend die Hauptversammlung in Düsseldorf mit 99,02 Prozent der Stimmen. Damit wurde die ursprünglich geplante Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat auf Antrag der staatseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bis zur Vorlage eines Gutachtens über eine aktienrechtliche Sonderprüfung vertagt. Die KfW ist mit 43,4 Prozent Großaktionärin der IKB.

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Der Aufsichtsrat der Bank hatte bei dem Aktionärstreffen jegliche  Verantwortung für die Milliarden-Verluste des Instituts am US-Hypothekenmarkt von sich gewiesen. „Die Krise hat uns ebenso überrascht wie Sie“, sagte Aufsichtsratschef Ulrich Hartmann am Donnerstag. Bis zur Bekanntgabe der Fehlspekulationen im Juli 2007 hätten dem Aufsichtsrat bekannte Prüfungen keinerlei Hinweise auf Risiken ergeben. Über Probleme mit zweitklassigen US-Krediten sei das Gremium erst zu spät durch den damals amtierenden Vorstand informiert worden.

Die rund 1000 Aktionäre reagierten mit scharfer Kritik und Empörung. „Wir stehen vor einem Milliardengrab, das ist die bittere Wahrheit“, erklärte Norbert Vowinkel von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger. Franz-Richard Schmitz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, sagte, es sei unbegreiflich, wie eine einst so grundsolide Bank für den Mittelstand derart habe verzockt werden können.

Seit Sommer vergangenen Jahres brauchte die IKB vom Bund immer wieder Kapitalspritzen in Milliardenhöhe, nachdem der frühere Vorstand lange behauptet hatte, die Risiken aus der  US-Hypothekenkrise bewegten sich im einstelligen Millionenbereich.

10 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 31.03.2008, 20:00 UhrAnonymer Benutzer: Gerd

    Es müsste ein Hafftungsgesetz geben welches in einem Fall, wie bei der iKb geschehen, den "Machern" an die Hose greift. Aber hackt "Eine der Anderen" ein Auge aus. bleiben wir bei der nächsten bundestagswahl doch alle mal zu Hause. Wüsste der deutsche Ochse wie stark er ist, würde er diesen Karren schon lange nicht mehr ziehen

  • 30.03.2008, 18:11 UhrAnonymer Benutzer: Hans

    Der ganze Skandal um die iKb muss restlos aufgedeckt werden, besonders die Rolle von Asmussen und von Tippelskirch.
    Die idee ist auch gut, dass sich die Wiwo mit der Kompetenz des Kfw Verwaltungsrates auseinandersetzt.
    Dann aber bitte auch mit den Gremien der Landesbanken, die bisher über 20 Milliarden Euro in den Sand gesetzt haben.
    Da hat die Wiwo mit dem Standort Düsseldorf ja schnelle Wege.
    Die nach meiner Kenntnis größte Zockerbank ist die WestLb.
    ich bekomme nur von einigen Sparkassen in NRW mit, dass sie durch ihre Nachschusspflicht als Anteilseigner "mörderisch in die Schieflage" (so ein O-Zitat) geraten sind.
    Starten würde ich mit dem größten Eigentümer der WestLb, der NRW bank mit 31,6% .
    Dort sitzt mit Ernst Gerlach ein ehemaliger Ministerialdirigent aus dem Arbeitsministerium.
    Ob der wohl weiss, was ein Trigger ist?

  • 30.03.2008, 13:00 UhrAnonymer Benutzer: Dschingischan

    in ihrem Artikel ist nur die bemerkung des Finanzministers, der Lichtensteindeal sei der Deal seines Lebens unerwähnt. Das 10fache dieses Geschäftes hat er mit iKb mitverzockt. Finanzminister sind sicherlich nicht um ihren Job zu beneiden, wenn es hart hergeht, aber mit Dieben bezahlen, um Geschäfte zu machen und die Kontrollpflicht zu unterlassen gehört empflindlich bestraft. Verbrechen am Volksvermögen.

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