Finanzkrise: Kaupthing-Mitteilung weckt Hoffnung bei deutschen Kunden

Finanzkrise: Kaupthing-Mitteilung weckt Hoffnung bei deutschen Kunden

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Kaupting gab gestern bekannt, eine Entschädigungslösung für die deutschen Kunden gefunden zu haben.

Mit einer dürren Meldung gab die isländische Kaupthing-Bank am gestrigen Abend bekannt, dass die deutschen Kunden des Geldhauses mit der zeitnahen Erstattung ihrer Einlagen rechnen können. Details wurden nicht bekannt, Bundesfinanzministerium und Bankenaufsicht wollen sich zu den Vorgängen nicht äußern.

Die Lage ist zu ernst für Scherze – und doch war dies einer der ersten Gedanken, der den deutschen Kaupthing-Opfern am gestrigen Abend durch den Kopf ging. Online hat die Isländische Bank, deren deutsche Tochter mit Traumzinsen das Geld der Sparer eingesammelt hatte, eine Einigung mit der deutschen Bundesregierung vermeldet. In den kommenden Tagen oder Wochen könne das Geld – immerhin bis zu 308 Millionen Euro – „hoffentlich“ zurückgezahlt werden.

Andere Medien griffen die Meldung direkt auf, schließlich wäre es die erste positive Nachricht aus Island nach Wochen der Ungewissheit und Sorge. Bei der Übersetzung des Textes durch die Nachrichtenagenturen schlich sich noch ein verwirrender Zusatz ein: So ist die Auszahlung in der inoffiziellen deutschen Fassung plötzlich auf das Geld beschränkt, welches durch das Moratorium der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf den Konten der Frankfurter Kaupthing-Niederlassung gesperrt wurde.

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Details der Regelung noch unbekannt

Tatsächlich weiß jedoch niemand, welche Summe dort noch gehortet wird. Vielmehr sah das Kaupthing-Geschäftsmodell vor, dass die im Ausland eingesammelten Gelder zur Muttergesellschaft nach Island transferiert wurden. Auf dortige Guthaben hat die deutsche Bankenaufsicht jedoch keinerlei Zugriff. Auf Nachfrage von wiwo.de betonten die involvierten Presseagenturen, dass der Einschub in der deutschen Fassung nur auf das bisherige Geschehen hinweisen sollte. Damit gilt die englischsprachige Fassung: Kaupthing will alle deutschen Anleger entschädigen.

Genaueres zu den Plänen der isländischen Bank ist derzeit nicht in Erfahrung zu bringen. Von Interesse ist insbesondere, aus welchem Topf die Erstattung erfolgen soll. Der Einlagensicherungsfonds der Insel im Nordatlantik ist bereits seit Monaten klamm und könnte die Summe von 300 Millionen Euro nicht schultern. Der Staat und auch die dem Fonds angeschlossenen Banken sind ebenfalls in der Klemme und können kein Geld nachschießen. Es müsste also frisches Kapital auf die Insel kommen – entweder in Form des lange erwarteten IWF-Kredits, der bislang von Niederländern und Briten gesperrt wurde oder in Form eines Kredits aus Deutschland, der zweckgebunden für die Entschädigung der Deutschen an Kaupthing gegeben würde. Die Bundesregierung betonte allerdings stets, dass eine nationale Lösung für die Kaupthing-Edge-Anleger die „Ultima Ratio“ sei – lieber wolle man durch geschicktes Verhandeln dafür sorgen, dass die deutschen Opfer der Finanzkrise wie die Anleger aus anderen Ländern entschädigt werden. Damit wäre die Entschädigungssumme pro Konto bei 20.887 Euro gedeckelt, mehr Geld garantiert der isländische Sicherungsfonds nicht.

Daneben sind die geprellten Anleger auch unsicher, wie es mit den Festgeldkonten weitergeht. Anders als beim Tagesgeld haben die Sparer derzeit wahrscheinlich noch gar keinen Anspruch auf Auszahlung. Im ungünstigsten Fall werden die Guthaben erst Anfang Oktober 2009 nach einem Jahr Anlagezeit fällig. Ob Island dann allerdings gerettet oder bankrott ist, kann derzeit niemand sagen.

Die Kaupthing-Pressestelle scheint unterdessen abgetaucht zu sein, Hintergründe zu der dürren Mitteilung waren nicht in Erfahrung zu bringen. Auch das Bundesfinanzministerium und die BaFin hielten sich bedeckt: Es werde verhandelt, jedoch könne weder von einem konkreten Ergebnis berichtet werden, noch wolle man das von Kaupthing angekündigte Treffen zwischen deutschen Finanzfachleuten und Bankvertretern in der kommenden Woche bestätigen. Damit bleibt den deutschen Anlegern nur die Hoffnung auf die Richtigkeit der Kaupting-Meldung – doch das Vertrauen der Sparer in das Geldhaus wurde schon einmal jäh enttäuscht.

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