Finanzkrise: Sicher durch die Krise

Finanzkrise: Sicher durch die Krise

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Manfred Gburek

Wie gut sind Vergleiche und Prognosen in der Finanzkrise, was ist das richtige Timing für Entscheidungen und was bringt die Zukunft?Manfred Gburek schreibt in einem Gastbeitrag, wie Sie sicher durch die Krise kommen.

1. Achtung, Neuland!  Die jetzige internationale Finanzkrise ist ohne Beispiel. Sie entstand durch den Zusammenruch der Spekulation mit Derivaten, in erster Linie Swaps und Optionen. Deren offene Positionen betrugen laut Bank für Internationalen Zahlungsausgleich Ende 2007 netto über 596 Billionen (amerikanisch: Trillions) Dollar, das 851-Fache des ursprünglich 700 Milliarden Dollar schweren Rettungspakets der US-Regierung . Wer sich vor den Folgen der ungeheuren Bedrohung schützen will, muss die eigene Sicherheitsstrategie auf eine breite Basis stellen: wichtige Informationen sammeln, laufend die Finanzmärkte beobachten, Risiken vermeiden, Geldanlagen - auch international - streuen und immer liquide bleiben.

2. Vergleiche und Prognosen für den Papierkorb.  Zurzeit ist es Mode, die aktuelle Krise mit der Depression Anfang der 30er Jahre, mit dem Crash vom Oktober 1987 oder sogar mit dem Platzen der Technologieblase zu Beginn des neuen Jahrtausends zu vergleichen. All diese Vergleiche hinken. Wer wissen will, warum im Finanzsektor auch das scheinbar Unmögliche möglich ist, lese eines der Bücher des erfolgreichen Spekulanten George Soros und dazu am besten gleich "Der schwarze Schwan" von Nassim Nicholas Taleb. Dagegen gehören Prognosen in den Papierkorb und Börsengurus durch Nichtachtung bestraft.

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3. Selbst ist der Mann/die Frau.  So selbstverständlich es scheint, so wenig praktizieren es die meisten Menschen: das individuelle Planen der Finanzen aus eigenem Antrieb. Dabei ist das die einfachste und gleichzeitig beste Methode, unbeschadet durch die Krise zu kommen. Das heißt: Einnahmen und Ausgaben notieren und für verschiedene Zeiträume planen, finanzielle Ziele festlegen, im Abstand von einigen Monaten Kassensturz machen und nach eigenen Prioritäten Vermögen aufbauen.

4. Übung macht den Geldmeister.  Spekulation im Sinn von umherschauen, ausspähen, abwägen muss sein, mal mehr, mal weniger; und je weniger Geld jemand hat, desto mehr gilt es zu spekulieren. Die konkrete Spekulation beginnt mit der Beobachtung, etwa mit dem Verfolgen von Zinsen und Aktienkursen. Danach kommt die Übung mit kleinem Einsatz, zum Beispiel ein Aktienkauf. Aus vielfachen Übungen, mit lukrativen Gewinnen und schmerzlichen Verlusten, entsteht die Erfahrung, die auch höhere Einsätze rechtfertigt. Die Kunst der Geldanlage besteht am Ende darin, aufgrund der Erfahrung mit den wichtigsten Anlageformen, vom Tagesgeld bis zu Aktien, von Immobilien bis zum Gold, die persönliche Finanzplanung zu erstellen.

5. Nur die richtige Zeit ist Geld.  Timing, also den richtigen Zeitpunkt für Entscheidungen, speziell in Sachen Geld, zu suchen und zu finden, ist untrennbar mit der Spekulation verbunden. Es hängt von individuellen Faktoren, wie Höhe des Einsatzes oder Verpflichtungen aus Krediten, und von äußeren Einflüssen ab, wie zurzeit von Bankpleiten und restriktiver Kreditvergabe. Faustregel: Individuelle Faktoren sollten die Leitlinie bilden, äußere Einflüsse aber immer als Nebenbedingung in Entscheidungen einfließen.

6. Liquide und trotzdem nicht solide.  Liquidität ist ein wunderbarer Begriff, nur wird er leider immer durcheinander geworfen. Deshalb hier zur Klärung der Dreiklang aus privater Sicht: Geldbestand, Zahlungsfähigkeit, Liquidierbarkeit. Wer mit Geld umgeht, muss alle drei Definitionen beachten und dabei auch noch höllisch aufpassen. So kann der Geldbestand auf einem Tagesgeldkonto über Nacht illiquide werden, falls eine Bank pleite geht und der Einlagensicherungsfonds erst nach Monaten einspringt. Dadurch kann der Kontoinhaber vorübergehend zahlungsunfähig werden. Umgekehrt ist es möglich, dass eine Immobilie liquide ist, wenn alle Welt sich um sie reißt. So geschehen mit amerikanischen Wohnhäusern bis 2006; danach brach die Krise aus, heute sind diese Häuser so gut wie gar nicht verkäuflich.

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