Finanzmärkte: Frankreich zieht Börsen runter

Finanzmärkte: Frankreich zieht Börsen runter

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Wertpapierhaendler arbeiten am Mittwoch (10.08.11) in der Deutschen Boerse in Frankfurt am Main in ihrer Handelsschranke, waehrend links die Anzeigetafel des Deutschen Aktienindex (DAX) zu sehen ist. Mit der Erholung war es schnell wieder vorbei: Der deutsche Aktienmarkt ist angesichts neuer Konjunktursorgen am Mittwochnachmittag zurueck in die roten Zahlen gerutscht. Die Wall Street startete am Nachmittag deutscher Zeit ebenfalls tief im Minus. Dabei waren die deutschen Aktien nach guten Vorgaben aus Asien verheissungsvoll gestartet. (zu dapd-Text) Foto: Patrick Sinkel/dapd

Zum elften Tag in Folge schloss der Dax im Minus. Auch am Mittwoch sind die Aktienmärkte weltweit im Sinkflug. Grund waren vor allem Gerüchte, dass Frankreichs Kreditwürdigkeit herabgestuft werden könnte.

Das Aufatmen an der Frankfurter Börse war am Mittwochmorgen nur von kurzer Dauer. Die zweiwöchige Talfahrt des Deutschen Aktienindex Dax schien vorerst beendet – in den zehn vorangegangenen Handelstagen hatte er insgesamt rund 20 Prozent verloren. Doch zur Handelseröffnung gab es einen kleinen Lichtblick: Der Dax-Kurs lag  über 6.000 Zählern (6.040,68). Grund war die Aussicht darauf, dass die USA ihre ultra-lockere Geldpolitik fortsetzen.

Doch letztlich riss es den Dax wieder herunter – und er schloss zum elften Tag im Folge im Minus. Zum Handelsschluss betrug sein Wert 5.613,42 Zähler, womit er am Mittwoch 5,1 Prozent verlor. Grund waren weniger Negativnachrichten aus den USA, die mit ihren Schulden und der herabgestuften Kreditwürdigkeit zu kämpfen haben. Es waren Gerüchte um die Bonität Frankreichs. Die Rating-Agentur Moody's widersprach jedoch diesen Mauscheleien und bescheinigt unserem Nachbarn weiterhin die beste Kreditwürdigkeit. 

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"Nichts hat sich geändert", fügten die Bonitätsprüfer von Moody’s hinzu. Sorgen um den französischen Bankensektor ließen die Börsen weltweit fallen. Im Pariser Handel gehörten die Bankwerte zu den größten Verlierern. Die Papiere der Großbank Societe Generale gaben 14,7 Prozent nach, BNP Paribas-Aktien büßten 9,5 Prozent ein.

Frankreichs Banken tragen wichtige Rolle

Frankreichs Geldinstitute sind traditionell stark in den schuldenbelasteten Peripherie-Staaten der Euro-Zone engagiert – stehen die Banken schlecht da, könnte das die Schuldenkrise weiter verschärfen. "Frankreich hält 350 Milliarden Dollar an italienischen Schulden in den Banken-Büchern", sagte Analyst Dave Rovelli von Canaccord Adams der Nachrichtenagentur Reuters.

Dementsprechend nervös reagierten die Märkte: Der französische Leitindex CAC40 verlor bis zu drei Prozent, der italienische Mib bis zu 4,6 Prozent. Die New Yorker Börsen haben sich am Mittwoch nach einer kurzen Erholung am Vortag wieder auf Talfahrt begeben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab um 3,7 Prozent auf 10.824 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P 500 fiel 3,5 Prozent auf 1131 Zähler. Der technologieorientierte Nasdaq verlor 3,2 Prozent auf 2404 Zähler.

Die Stimmung an den Aktienmärkten wirkt sich auch auf den Geschäftsklima-Index des Münchner ifo-Instituts aus: Erstmals seit zweieinhalb Jahren ist der Ifo-Indikator für das Wirtschaftsklima im Euroraum gesunken und liegt im dritten Quartal nur noch knapp über dem langfristigen Durchschnitt. Das ergab die aktuelle Ifo World Economic Survey. Insbesondere die Erwartungen an die nächsten sechs Monate seien spürbar abgeschwächt. Viele Länder rechneten mit einer Verschlechterung ihrer Wirtschaftslage. Außerdem erwarten die Experten eine stärkere Inflation. Auf Jahressicht rechnet das Ifo-Institut mit einer Preissteigerungsrate von 2,6 Prozent im Euroraum.

Sinkende Wachstumsprognosen

Schlechte Stimmung auch im Vereinigten Königreich: Die britische Zentralbank senkte ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr. Sie erwarte nun ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent. Die Preissteigerung in Großbritannien könne fünf Prozent erreichen, teilte die Zentralbank mit.

Die US-Notenbank Fed äußerte sich zu zentralen wirtschaftlichen Themen auch pessimistischer. In einer nach der Sitzung am Dienstag veröffentlichten Erklärung hieß es, das Wirtschaftswachstum sei "in diesem Jahr bisher deutlich schwächer ausgefallen als erwartet". Von nun an rechne die Notenbank bezüglich der wirtschaftlichen Erholung mit einem etwas langsameren Tempo in den kommenden Quartalen. Auch die Zahl der Arbeitslosen werde voraussichtlich nur langsam sinken.

Die deutschen Banken sind trotz der Börsenturbulenzen optimistisch, dass die deutsche Wirtschaft nicht abgewürgt wird. "Ich bin sicher, dass die Börsenkurse nicht die wirkliche Lage der Wirtschaft abbilden", sagte der Präsident des Bundesverbands deutscher Banken, Andreas Schmitz, der "Bild"-Zeitung. Die Auftragsbücher seien voll und die deutschen Unternehmen im Kern gesund.

Die Schuldenkrise der USA stelle zwar eine reale Gefahr dar, sei aber kein Grund für Panikverkäufe. Den Anlegern rät Schmitz darüber hinaus, Ruhe und Nerven zu bewahren. Die Spareinlagen der Bürger seien absolut sicher. Auch bei den Lebens- und Rentenversicherungen halte er mögliche Auswirkungen der Krise für überschaubar.

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