Finanzmärkte: Kaum mehr Sicherheit durch transparenten Handel

Finanzmärkte: Kaum mehr Sicherheit durch transparenten Handel

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Das Commerzbank-Logo prangt auf einer Glastür im Handelsraum der Bank in Frankfurt am Main

Kreditderivate werden seit Kurzem zentral abgewickelt. Doch der neue transparente Handel mit Giftpapieren wird die Finanzmärkte kaum sicherer machen.

Charlie McCreevy zeigte sich mächtig stolz. Der Ire, Wettbewerbskommissar der Europäischen Union, erklärte am 31. Juli einen Sieg auf ganzer Linie über einen Mitverursacher der Finanzkrise: die Kreditversicherungen. Diese sogenannten „Credit Default Swaps“ (CDS) sollten die Käufer ursprünglich gegen den Zahlungsausfall von Anleihen versichern.

Doch vor allem wurden sie von Hedgefonds und Banken für immer größere Spekulationen genutzt — bis der Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers den Markt an den Abgrund brachte und das übrige Finanzsystem gleich mit. Kreditderivate lösten auch den 180-Milliarden-Dollar-Kollaps des weltgrößten Versicherers AIG aus, der für einen Großteil der CDS haftete.

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Lösungsansatz für Giftpapiere

Schon vor der Finanzkrise galten die Absicherungsgeschäfte als äußerst riskant. Da Ende Juli nach Angaben des US-Abwicklungshauses DTCC immer noch 32 200 Milliarden Dollar in CDS-Papieren steckten, handelt es sich nach wie vor um eines der größten Probleme des Finanzmarkts.

Doch der Brüsseler Kommissar präsentierte voll Zuversicht einen Lösungsansatz. „Ab heute unterliegen CDS auf europäische Unternehmen und auf diesen basierte Indizes dem Clearing durch zentrale Gegenpartei-Clearingstellen“, sagte McCreevy. Kreditversicherungen werden demnach nicht mehr allein unter Banken, sondern über eine zentrale Stelle für die Abrechnung und Abwicklung geschlossen. Sollte nochmals eine Investmentbank das Zeitliche segnen, würde die neue Clearingstelle für die offenen Forderungen geradestehen — mit dem Geld, das sie an Sicherheiten eingesammelt hat.

Fragliche Stabilität

Ob der neue Handel mit Giftpapieren das Finanzsystem tatsächlich stabiler macht, ist aus mehreren Gründen fraglich. Die Banken haben einerseits keine Lust, die hohen Sicherheitsforderungen von Clearingstellen zu erfüllen. Zudem legt der neue Handel einen Teil ihrer Geschäfte offen. Viele CDS-Papiere können außerdem derzeit gar nicht zentral abgewickelt werden, weil sie individuell konzipiert sind und damit keinem Standard entsprechen. Deshalb läuft nur ein kleiner Teil des CDS-Handels über die neuen Clearingstellen.

Für die Zähmung der Kreditderivate stehen in Europa die US-Börse ICE Clear-Europe und die Deutsche-Börse-Tochter Eurex Credit Clear bereit. An der ICE lassen zehn große Investmentbanken, darunter Deutsche Bank und Morgan Stanley, Kreditderivate abwickeln. Bis zum 3. August liefen 5,9 Milliarden Euro an CDS über das System, in der zweiten Woche nach dem Start des neuen Systems waren es schon 32 Milliarden Euro.

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