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Fondsgesellschaft DWS: Starmanager Kaldemorgen kümmert sich wieder um Anleger

von Heike Schwerdtfeger

Branchenriese DWS hat fünf Chefs in den vergangenen zehn Jahren verschlissen. Im nächsten Jahrzehnt sollte es ruhiger werden. Jeder macht wieder das, was er am besten kann.

Der DWS-Aktienfondsmanager Quelle: dpa
Der DWS-Aktienfondsmanager Klaus Kaldemorgen Die größte deutsche Fondsgesellschaft, die Deutsche-Bank-Tochter DWS, wird künftig nicht mehr von Klaus Kaldemorgen geführt Quelle: dpa

Der deutsche Fonds-Branchenprimus DWS, der weltweit mehr als 200 Milliarden Euro verwaltet, krempelt erneut die Geschäftsführung um. Der vom Fondsmanager zum DWS-Chef aufgestiegene Klaus Kaldemorgen wird sich künftig wieder auf seine Fonds konzentrieren können. Das ist die richtig gute Nachricht für die Anleger des Hauses, die beispielsweise in den DWS Vermögensbildungsfonds I oder DWS Akkumula investiert haben. Kaldemorgen konnte sich in den vergangenen zwei Jahren neben zahlreichen Managementaufgaben innerhalb des Konzerns nicht mit seinem ganzen Elan auf die Fonds konzentrieren. Er hat zwar beispielsweise mit Marc-Alexander Kniess junge Talente aufgebaut, die ihn unterstützten. Aber der Stratege fehlte. Die Performance mancher Aktienfonds war schon mal besser und die Stimmung in der Frankfurter DWS Zentrale wohl auch.

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Kaldemorgen hat zwar dem Deutschland-Geschäft innerhalb des so genannten Asset- Managements im Deutsche-Bank-Konzern eine gewichtige Stimme gegeben und sich gegenüber seinem in New York ansässigen Chef Kevin Parker sicherlich behaupten können. Eine Dreifachaufgabe aus Geschäftsführer, Fondsmanager und alleinerziehendem Familienvater ist jedoch kaum zu bewältigen.

Neuer DWS-Chef

Mit Wolfgang Matis übernimmt jetzt ein Deutschbanker den DWS-Chefposten. Er ist nach Udo Behrenwaldt, Axel Günter Benkner, Europa-Chef Stephan Kunze und Klaus Kaldemorgen der fünfte Mann in einem Jahrzehnt, der das Haus führen soll.

Als früherer Chef des Deutsche-Bank-Bereichs Global Markets in Deutschland und Experte im Anleihenhandel hat Matis wenig mit Investmentfonds zu tun gehabt. Insider trauen dem 53-jährigen aber zu, dass er sich dort schnell zurechtfindet. Er kenne sich exzellent im Deutschlandgeschäft der Deutschen Bank aus, hatte bei seinen früheren Aufgaben viel mit Kunden zu tun und konnte als Aufsichtsrat der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG im Retail-Geschäft Erfahrungen sammeln, die ihm bei der DWS-Aufgabe helfen.

Er ändert aber nichts am grundsätzlichen Problem der DWS. Das sitzt in New York und heißt Kevin Parker. Als Chef des konzernweiten Asset-Managements hält er die Zügel in der Hand und funkt den Frankfurtern ins Geschäft. Immer wieder hat er versucht, ihm wohlgesinnte Leute bei der DWS zu installieren, ist aber damit vielfach gescheitert. Wenn Josef Ackermann in den nächsten Jahren seinen Chefposten bei der Deutschen Bank räumen sollte, dann erwarten Branchenkenner ebenfalls Veränderungen beim Asset Management. Ein Ausscheiden Parkers gilt als sehr wahrscheinlich. Hat sich Matis bis dahin gut gemacht, könnte Frankfurt wieder mehr Gewicht im Asset Management bekommen.

Beobachter rechnen dann mit zahlreichen Veränderungen in den vielen Vermögensverwaltungszweigen der Deutschen Bank. Matis kann sich damit jetzt vertraut machen und vielleicht winken für ihn dann noch größere Aufgaben.

Weggefährten bezeichnen ihn als umgänglichen Typ und wenn er diesen Wesenszug als Chef beibehält, ist das für Anleger nur gut. Vergrault er hingegen seine guten Leute, müssten sich Anleger nach einer neuen Fondsgesellschaft umsehen.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 31.12.2010, 12:59 UhrSteigenberger

    Kaldemorgen hat es nicht geschafft die Flaggschiffe der DWS,

    die bis 2000 Milliardenfondsvolumen erreichten durch gute Performance im Plus zu halten ; der Dt. Vermögensbildungsfonds liegt immer noch 20% im Minus seit 2001 !

    Das konnten andere Fondsanbieter weitaus besser !

    Eine Schande, wie die DWS-Spitzenfonds vernachlässigt wurden;
    hier sind den Anlegern Milliardenverluste entstanden !

    Es ist nicht ratsam immer nur auf grosse Namen u. gute Leistungen in der Vergangenheit zu setzen; Fondsratings müssen jährlich überprüft werden u. ggfls. ein wechsel eingeleitet werden !

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