Fondskommentar: Und immer wieder zahlt der Anleger

Fondskommentar: Und immer wieder zahlt der Anleger

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WirtschaftsWoche-Redakteurin Heike Schwerdtfeger (Frankfurt)

Zwei große Fondshäuser lassen ihre Deals künftig über eine Plattform laufen. Kostendruck zwingt die Branche zur Kooperation, denn Anleger kann sie nicht noch mehr schröpfen.

Spionage lohnt sich in Fondshäusern offenbar nicht – sonst würden zwei Riesen mit zusammen rund 300 Milliarden Euro Anlagegeld wohl kaum ihr technologisches Herzstück aus der Hand geben: Die Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka und Allianz Global Investors (AGI) legen ihre Buchhaltung für insgesamt 1900 Fonds zusammen. Deren Daten wären eine Fundgrube für jeden, der wissen will, welche Papiere die Fondsmanager des Wettbewerbers kaufen. Doch so spannend sind diese Informationen offenbar nicht – womöglich, weil alle Fonds sowieso das Gleiche machen?

Fondsbuchhaltung – das klingt nach Erbsenzählen und Listenkontrolle – ist bei der Vielzahl von Fonds, die in immer entlegeneren Winkeln der Erde investieren, ein gewaltiger und kostspieliger technischer Aufwand. Über ein neues Unternehmen lassen die Erzrivalen künftig alle Aktien-, Anleihe-, Derivate-Geschäfte laufen und Daten für Jahresberichte und Finanzämter erstellen.

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In vielen Fondshäusern wurde selbst gestrickte Software über Jahre immer wieder geflickt und erweitert. Neue gesetzliche Regeln wie zur Abgeltungsteuer oder die Einhaltung von Rückzahlungsgarantien für Riester-Verträge, bringen dieses Stückwerk mitunter an seine Grenzen. Die Deka wird ihre Prozesse jetzt auf eine von AGI schon seit 2005 genutzte Software umstellen. Wer jetzt aber neue Software braucht, muss tief in die Tasche greifen. Und deshalb gehen diese für sie weitgehend unsichtbaren Aktivitäten auch Anleger etwas an – denn letztlich zahlen sie dafür. Die Fondshäuser bestreiten IT-Kosten aus der Verwaltungsvergütung, die sie jährlich dem Fondsvermögen entnehmen und bei der sie immer wieder draufgesattelt haben. Nach Zahlen des Datenanbieters Lipper stiegen allein die Verwaltungskosten der hierzulande angebotenen Aktienfonds in den vergangenen drei Jahren im volumengewichteten Schnitt von 1,34 auf 1,5 Prozent. Zum Glück ist der Preisspielraum für die Fondshäuser jetzt ausgereizt, weil Indexfonds mit niedrigen Gebühren locken.

Langfristig können Einsparungen durch Outsourcing und Kooperationen den Fonds Geld sparen. Darauf, dass Gebühren deshalb sinken, sollten Anleger aber nicht bauen – zumal neue Vorschriften auch wieder neue Kosten bringen. So müssen Fondshäuser ab Juli mindestens einen unabhängigen Vertreter der Anleger im Aufsichtsrat haben, den sie aus der Verwaltungsvergütung bezahlen. Manche schauen da weniger auf Kosten und Finanz-Erfahrung, sondern schmücken sich mit Promis. So hat Cominvest die Kommunikations-Professorin Miriam Meckel berufen, bekannt auch als Lebensgefährtin von Moderatorin Anne Will.

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