Fondsmanager David Dudding: "Aktien von Großunternehmen günstig bewertet"

Fondsmanager David Dudding: "Aktien von Großunternehmen günstig bewertet"

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Experte Dudding: "Nestlé wird Dividenden zahlen"

David Dudding, Threadneedle-Fondsmanager für europäische Aktien, über seine Favoriten in der Krise und die Chancen, die jetzt günstig bewertete Aktien von Großunternehmen langfristig bieten.

WirtschaftsWoche: Die Weltwirtschaft ist in der schwersten Rezession seit 80 Jahren. Warum sollte man da Aktien kaufen?

Dudding: Die Märkte werden noch eine Weile schwierig bleiben. Doch einige Aktien mit hoher Marktkapitalisierung sind sehr günstig. Sie können noch billiger werden, die meisten Bärenmärkte enden mit einem letzten Ausverkauf. Aber günstig bewertete Großunternehmen sind auf lange Sicht schon jetzt attraktiv.

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Woran machen Sie fest, dass Aktien günstig sind? Selbst die Unternehmen trauen sich derzeit keine Prognose für ihr Geschäft zu.Bei Nestlé – Europas größtem Konsumgüterhersteller – und Unilever war die Dividendenrendite zuletzt höher als die Rendite der jüngsten Anleihe-Emissionen dieser Firmen.

Die Dividende kann ein Unternehmen streichen, die Anleihezinsen müssen gezahlt werden.Ich sage Ihnen, dass Nestlé definitiv diese Dividende zahlen wird. Sie haben in den vergangenen 100 Jahren kein einziges Mal die Dividende gekürzt.

Die Krise ist außergewöhnlich.Nestlé hat ein sehr gutes Kreditrating. Wenn der Konzern wie erwartet in den kommenden Jahren die US-Pharmatochter Alcon verkauft, wird er schuldenfrei sein. Außerdem wird Nestlé – und etwa Beiersdorf – auch 2009 wachsen, während die Gewinne anderswo im Schnitt um 20 Prozent fallen.

Was sind die größten Risiken für Ihren Favoriten Nestlé?Das Wassergeschäft hat einige Probleme. Außerdem herrscht die Sorge, dass der Konzern die 2008 vereinbarten Konditionen für den Verkauf der übrigen 52 Prozent der Tochter Alcon an Novartis nachverhandeln muss. Dann gibt es die Furcht, dass Nestlé ihre 29-prozentige Tochter L’Oréal kaufen könnte. Ich glaube aber, dass der Konzern lieber weiter in Werbung für eigene Marken investieren wird.

Konsumgüter-Titel gewinnen kaum, wenn es wie zuletzt eine Rally gibt. Dann steigen vor allem Bankaktien.Wenn Großanleger in Bankwerte umschichten, ziehen sie dafür Kapital aus liquiden Aktien wie Nestlé ab, die dann schlechter laufen als der Markt. Das muss Privatanleger aber nicht stören.

Von Banken bleiben sie fern?Wir bevorzugen Versicherer wie Allianz und Münchener Rück.

Dabei haben Versicherer viel Kapital an Banken verliehen und müssen vielleicht für deren Rettung zahlen.Das ist definitiv ein Risiko. Aber die Bilanz der Allianz ist sehr stark. Und sie sind die Dresdner Bank losgeworden.

Außerdem setzen Sie trotz der Rezession auf die Industriegaskonzerne Linde und Air Liquide. Warum?Beide Aktien sind billig, Linde kostet nur das Neunfache des erwarteten Gewinns.

Bei Air Liquide dürfte der Gewinn 2009 stagnieren, sagen Analysten.Ich glaube, dass der Gewinn schrumpft. Aber mittelfristig wächst das Geschäft wegen der Nachfrage aus Schwellenländern, wegen des Outsourcings und wegen des Umweltschutzes. Das ist eine Kaufgelegenheit.

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