Fondsmanager Thiemo Lang: Solarzellenhersteller unter Druck

Fondsmanager Thiemo Lang: Solarzellenhersteller unter Druck

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Thiemo Lang

von Martin Gerth

Fondsmanager Thiemo Lang sieht deutsche Solarzellenhersteller weiter unter Druck und hält Zulieferer für das bessere Investment: "Der Neubau chinesischer Solaranlagen könnte sich 2011 vervierfachen"

WirtschaftsWoche: Herr Lang, von Oktober an wird die Vergütung von Solarstrom aus großen Freilandanlagen um 16 Prozent gekürzt. Was bedeutet das für die Solarbranche?

Lang: 2011 wird es in Deutschland wohl zu einem Rückgang bei den neu installierten Solaranlagen kommen. Statt geschätzten sieben Gigawatt, also sieben Milliarden Watt, für dieses Jahr könnten es nur noch fünf Gigawatt werden, da Freiflächenanlagen zunehmend uninteressant werden. Das wird bei den Solarherstellern aber keine Krise auslösen. Noch sind deren Auftragsbücher gut gefüllt. Hinzu kommt, dass der deutsche Absatzmarkt im Vergleich zum weltweiten kleiner wird. Der Anteil Deutschlands am weltweiten Solarmarkt wird nächstes Jahr wohl von 50 auf 30 Prozent zurückgehen.

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Wo soll das künftige Wachstum herkommen?

Der Neubau von Solaranlagen kann sich 2011 in den USA und Japan auf jeweils etwa zwei Gigawatt verdoppeln, in China könnte er sich sogar auf ein Gigawatt vom derzeit zugegebenermaßen niedrigen Niveau vervierfachen. Auch werden andere europäische Länder wie Italien, Frankreich und Tschechien weiter stark wachsen.

Wenn die Subventionskürzungen in Deutschland so unkritisch sind, warum schnitten Solarworld oder Q-Cells in diesem Jahr schlechter ab als der TecDax?

Die deutschen Hersteller von Solarzellen und Solarmodulen verlieren Marktanteile, weil sie um 30 Prozent teurer produzieren als die asiatische Konkurrenz – vor allem aus China. Ohne preisgünstige Produktion in Asien werden es die deutschen Solarunternehmen schwer haben, auf dem Weltmarkt zu bestehen.

Sollten Anleger besser chinesische Solaraktien kaufen?

Wir sind in der Tat überzeugt davon, dass sich die Massenproduktion weiter nach Asien verlagern wird. Chinesische Hersteller wie Yingli Green oder Trina Solar sind sicherlich interessant.

Was ist die Alternative?

Zulieferer, die über einen technologischen Vorsprung gegenüber Wettbewerbern verfügen. Deren Umsätze werden stärker steigen als die der deutschen Solarbranche insgesamt. Dazu zählen etwa der Wechselrichterhersteller SMA Solar Technology oder Wacker Chemie, die Silizium für Solarzellen produzieren. SMA erhöhte den erwarteten Umsatz 2010 von 1,3 auf bis zu 1,8 Milliarden Euro. Wacker peilt 4,5 Milliarden Euro Umsatz an, ein Plus von 22 Prozent.

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