Fusionen und Übernahmen: Stunde der Strategen

Fusionen und Übernahmen: Stunde der Strategen

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Premiere-Übertragung der Fußball-Bundesliga

Kreditkrise? Schwächelnde Börsen? Konjunkturdelle? Was Anleger derzeit in Angst und Schrecken versetzt, lässt die Übernahmeexperten großer Wirtschaftskanzleien kalt.

Sie erwarten, dass die Zahl der Fusionen 2008 auf hohem Niveau bleibt. Vor allem strategische Investoren würden jetzt zuschlagen. Die Börse reagierten prompt: Als am Montag bekannt wurde, dass Rupert Murdochs Medienkonzern News Corp. für 287 Millionen Euro rund 15 Prozent der Anteile am Fernsehsender Premiere kauft, schnellte der Aktienkurs um 20 Prozent nach oben. Doch nicht nur die Anteilseigner, auch die Anwälte der Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer hatten Grund zum Jubel. Sie haben den Verkäufer des Premiere-Anteils - den Kabelnetzbetreiber Unitymedia - beraten und konnten damit die erste große Transaktion des Jahres verbuchen. Geht es nach Andreas Fabritius, der den Bereich Fusionen bei Freshfields leitet, wird es in den kommenden Monaten „etliche interessante Deals geben.“ Zwar seien infolge der Finanzmarktturbulenzen spektakuläre Übernahmen durch Beteiligungsgesellschaften derzeit eher unwahrscheinlich. „Doch bei strategischen Investoren ist das Interesse ungebrochen“, so Fabritius. Die Zahl und das Volumen von Übernahmen werde in diesem Jahr daher „auf einem soliden Niveau“ bleiben. Auch Klaus Marinus Hönig, Partner bei der Kanzlei Linklaters, sieht jetzt die strategischen Investoren in der Offensive. Der Fusions-Experte rechnet damit, dass durch den niedrigen Dollarkurs zunehmend amerikanische Konzerne in den Fokus ihrer europäischen Konkurrenten rücken und der Konzentrationsprozess in Branchen wie der Auto- und Finanzindustrie sowie im Energiebereich weiter geht. „Der durch die Beteiligungsgesellschaften angefeuerte Übernahme-Hype der vergangenen Jahre scheint aber erst einmal vorbei zu sein“, sagt Hönig.

Nach einer Analyse des Informationsdienstes Bloomberg wurden im vergangenen Jahr weltweit Übernahmen und Fusionen mit einem Gesamtvolumen von vier Billionen Dollar angekündigt - mehr als je zuvor. Auf 442,5 Milliarden Dollar summieren sich dabei allein die zehn größten Übernahmen. Allen voran der größte Übernahmekampf der Finanzgeschichte, die 100-Milliarden-Dollar-Schlacht um die niederländische Großbank ABN Amro. Wirtschaftsanwälte wie Hönig und Fabritius gehören neben Investmentbankern zu den Hauptprofiteuren der Milliarden-Deals. Ihre Kanzleien machen einen Großteil des Umsatzes  im so genannten Mergers & Acquisitions-Geschäft, verdienen ihr Geld also mit der Rechtsberatung bei Übernahmen, Fusionen und Anteilsverkäufen. Nach einer aktuellen Rangliste des Informationsdienstes Bloomberg sind dabei die Unternehmensrechtler von Freshfields Bruckhaus Deringer europaweit führend.

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Im vergangenen Jahr begleitete die Renommiersozietät in Europa 321 Transaktionen im Wert von insgesamt 487 Milliarden Dollar. Auf den weiteren Plätzen im Bloomberg-Ranking folgen Allen & Overy (394 Milliarden Dollar), Clifford Chance (369 Milliarden Euro) und Linklaters (336 Milliarden Euro).

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