Gbureks Geld-Geklimper: Aktionäre haben keine Lobby

Gbureks Geld-Geklimper: Aktionäre haben keine Lobby

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Ein Plastikbulle im Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt am Main

von Manfred Gburek

Geschichte und Struktur des Deutschen Aktieninstituts sprechen dagegen, dass private Aktionäre mit ihm über eine effektive Lobby verfügen könnten. Für andere Anleger- und Wirtschaftsverbände gilt das erst recht.

Der soeben erschienene Jahresbericht 2009 des Deutschen Aktieninstituts (DAI) enthält ganz zum Schluss einen Gag: „Derzeit ruht der Geschäftsbetrieb.“ Die Aussage bezieht sich zwar nicht auf das Institut selbst, sondern auf das früher mit der Telebörse liierte Deutsche Börsenfernsehen, aber das gehört nun mal zu 100 Prozent dem DAI. Eine Schande – zumal allein die vier Institutsgremien (Präsidium, Vorstand, Wissenschaftlicher Beirat und Beirat für ökonomische Bildung) aus sage und schreibe 64 Mitgliedern bestehen, die einen Großteil die Dax-Konzerne repräsentieren und für gesponserte Fernsehauftritte sicherlich die eine oder andere Million aus der Portokasse locker machen dürften.

Nun könnte man meinen, wenn schon der Fernsehsender Bloomberg seinen deutschsprachigen Dienst eingestellt und dessen Konkurrent n-tv gerade noch rechtzeitig bei RTL Unterschlupf gefunden hat, halte die DAI-Schande sich in Grenzen. Doch warum reüssiert dann gerade jetzt ein weiterer Konkurrent, der nichts mit dem DAI zu tun hat und frecherweise auch noch Deutsches Anlegerfernsehen heißt? Eben darum: Nicht Börsen-, sondern Anlegerfernsehen, präsentiert vom fernseherprobten Bernhard Jünemann (früher unter anderem für Telebörse und Bloomberg tätig), gesteuert vom so umstrittenen wie raffinierten Medienkaufmann Bernd Förtsch.

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Mündige Anleger müssen selbst entscheiden

Anleger haben keine Lobby, ja sie können gar keine haben, weil sie in allen Geldangelegenheiten individuell planen und entscheiden müssen. Das ergibt sich zwangsläufig daraus, dass sie ihr Geld mal hier, mal da und mit unterschiedlichen Motiven anlegen: auf Tages- und Festgeldkonten, in Aktien, Anleihen, Bausparverträgen, Fonds, Zertifikaten, Immobilien, Lebensversicherungen und/oder Edelmetallen, kurz- oder langfristig, konservativ oder spekulativ, als Sicherheitspolster, zum Vermögensaufbau, für ein zweites und drittes Einkommen, zur Altersvorsorge oder zur Absicherung der Familie. Wer kann ihnen dabei allumfassend wirklich helfen, außer sie helfen sich selbst? Niemand.

So gesehen, müsste ihre Lobby aus einem schlagkräftigen Verband mit dem Ziel der Optimierung aller hier genannten privaten Geldanlagen bestehen. Einen solchen Verband gibt es nicht und wird es nie geben. „Ein mündiger Bürger müsste sich selbst mit dem Thema beschäftigen“, sagt DAI-Präsident Karlheinz Hornung. Das gilt allein schon für den Umgang mit Aktien, für das Vorhalten  von ausreichender Liquidität und erst recht für die hohe Kunst des rechtzeitigen Wechsels von einer Anlage in die nächste.

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