Gbureks Geld-Geklimper: An Eurobonds führt kein Weg vorbei

kolumneGbureks Geld-Geklimper: An Eurobonds führt kein Weg vorbei

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Manfred Gburek

Kolumne von Manfred Gburek

Während alle Welt noch über das Für und Wider von Eurobonds debattiert, sind professionelle Gerüchteköche schon auf der Suche nach neuen Spielfeldern.

Welche Börsenindikatoren haben zurzeit für Anleger die größte Aussagekraft? Dax, Dow Jones und andere Aktienindizes? Ja, sobald sie den im August eingeschlagenen Abwärtstrend fortsetzen. Doch aktuell zucken sie erst kräftig hin und her. Gold? Ja, wenn es den bisherigen Aufwärtstrend sofort wieder aufnähme. Tut es aber nicht, denn für neue Höchstpreise braucht es dieses Mal einen längeren Anlauf. An Anleihen denkt kaum jemand – und dennoch gehören sie gerade jetzt zu den Indikatoren, deren Beobachtung sich besonders lohnt.

Markantes Beispiel: die deutsche Umlaufrendite. Ihr Hoch im Sommer 2008, als die Welt für die meisten Börsianer noch in Ordnung zu sein schien, betrug 4,78 Prozent. Ihr Tief nur zwei Jahre später: 1,81 Prozent – ein Deflationsindikator, wie er im Buch steht, und der hat nach dem zwischenzeitlichen Ausflug über 3 Prozent fast wieder das Tief vom vergangenen Sommer erreicht. Sein Pendant, der Bund Future, ein Terminkontrakt auf langlaufende Bundesanleihen, hat ihn im selben Zeitraum mehr als nur bestätigt: Er ist sogar über das alte Hoch vom vergangenen Sommer hinausgeschossen und hat damit die deflatorische Entwicklung gewissermaßen manifestiert.

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Kampf gegen die Deflation

Da werden reihenweise Politiker, deren Wirtschaftswissen in den meisten Fällen – nett formuliert – marginal ist, ständig nach dem Für und Wider von Eurobonds gefragt, und kaum jemand achtet auf die von den Bundesbonds ausgehenden Signale, deren Botschaft klar ist: An Eurobonds führt kein Weg  mehr vorbei, weil sonst eine verheerende Deflation um die Ecke lauert. Dieses pragmatische Fazit basiert zwar nur auf der Beobachtung, dass Umlaufrendite und Bund Future eindeutig die Richtung vorgeben. Aber solange es – abgesehen von der endgültigen politischen Entscheidung zugunsten der Eurobonds – keine deutlichere Botschaft gibt, sollten Anleger ihr Augenmerk verstärkt auf die beiden Indikatoren richten, deren Werte ja jederzeit von den Internetseiten diverser Medien, Banken und Informationsdienste abrufbar sind.

Dabei dürfte besonders interessant sein, wie stark die Kurve der Umsatzrendite nach oben und die des Bund Future nach unten dreht, sobald die Entscheidung für Eurobonds feststeht. Falls die beiden Kurven das mit voller Wucht tun, kann als sicher gelten, dass die erste Runde im Kampf gegen die Deflation gewonnen ist. In der zweiten Runde wird es dann mehr um die Ausgestaltung der Eurobonds gehen. Und in diesem Kontext natürlich auch darum, wie stark das Europaparlament in Entscheidungen einbezogen wird, wie umfangreich Eurobonds von Schuldenbremsen besonders in Ländern wie Griechenland oder Italien flankiert werden und welche Sanktionsmaßnahmen gegen Schuldensünder zum Einsatz kommen.

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