
Vor drei Jahren warnte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) vor den schlimmen Folgen der amerikanischen Häuserspekulation. Was folgte, war noch dramatischer als befürchtet. Denn es kam zu einer globalen Finanzkrise von gigantischen Ausmaßen, die schließlich nur mithilfe von enormen Geldmengen zu stoppen, aber nicht zu bewältigen war. Als Bank der Notenbanken hat die BIZ die Aufgabe, rechtzeitig auf drohende Schieflagen im Finanzsystem hinzuweisen, und deshalb sind ihre neuerlichen Warnungen im gerade veröffentlichten Jahresbericht besonders ernst zu nehmen. Diese zielen vor allem auf die zweifelhafte Refinanzierung der Banken und auf die nicht mehr zu bremsenden Staatsschulden.
Banken müssen jetzt innerhalb von nur zwei Jahren fällige Anleihen im Wert von 3 Billionen Dollar refinanzieren, mit denen sie sich zuletzt aufgrund von extrem niedrigen kurzfristigen Zinsen über Wasser gehalten haben. Um den Betrag konkret zu veranschaulichen: Er entspricht gut der Hälfte des Geldvermögens, das die Deutschen in mehr als sechs Jahrzehnten angespart haben. Er relativiert sich nicht dadurch, dass auch die Staaten in den vergangenen Jahren die scheinbar ach so preiswerten kurzfristigen Kredite bevorzugt haben, im Gegenteil: Von nun an drohen - abgesehen von weiteren Kreditnehmern – Banken und Staaten in einen schärfer werdenden Wettbewerb um Geldgeber einzutreten. Das kann die Zinsen über Nacht explodieren lassen, eine Gefahr, vor der die BIZ eindringlich warnt.
Banken müssen um das Überleben kämpfen
Banken werden in nächster Zeit ihre Geschäftsmodelle nachhaltig ändern müssen. Noch versuchen sie ihre Ertragsziele durch ein mehr oder weniger erfolgreiches, in jedem Fall zyklisches Spiel mit eigenen Finanzwetten zu erreichen, ergänzt um die zum Teil lächerlich restriktive Kreditvergabe und um die Verführung von Anlegern entweder zum Spiel mit dem Trading (Hin und Her macht Taschen leer) oder zum Kauf von Zertifikaten, deren Funktionsweise außer einigen gewieften Finanzmathematikern kaum jemand versteht. Beratung im Kundensinn findet kaum noch statt, Verkauf um fast jeden Preis, so lautet die Devise.





