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Gbureks Geld-Geklimper: Blasenwirtschaft, nächste Runde

Kolumne von Manfred Gburek

Politiker bekommen die Staatsschulden längst nicht mehr in den Griff - der Merkel-Sarkozy-Plan bringt höchstens Zeit. Manfred Gburek analysiert, wie Aktienkurse und Edelmetallpreise sich in der Folge netwickeln könnten.

Manfred Gburek
Manfred Gburek

Eurobonds passé, es lebe die Wirtschaftsregierung? Nur naive Leute können so argumentieren. Fakt ist, dass Angela Merkel und Nicolas Sarkozy und Eurobonds nicht kategorisch ausgeschlossen haben. Die von ihnen propagierte Idee mit der Wirtschaftsregierung ist ein alter Hut, und was die beiden sonst noch zu Protokoll gegeben haben (in der Verfassung der Euroländer verankerte Schuldenbremse, Finanztransaktionssteuer), sind weitere Versuche, Zeit zu gewinnen.

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Eurobonds – nicht nur zum Vorantreiben der Reformen in den angeschlagenen Euroländern, sondern auch zur Abwehr der nächsten Spekulationswelle – werden erneut auf den Verhandlungstisch kommen. Danach, wenn sie eines nicht allzu fernen Tages etabliert sind, dürften sie zu einer ernsten Konkurrenz für Dollarbonds werden. Dies unterstellt, ist der jüngste Euro-Anstieg zum Dollar nur allzu schlüssig.

Was die Charts verraten

Auch die europäischen Aktienmärkte und die Edelmetallpreise haben kurzfristig entsprechend reagiert: Die einen, indem sie sich vorübergehend erholt haben, die anderen, indem sie nicht mehr weiter durch die Decke gegangen sind. In beiden Fällen handelt es sich allerdings nur um sogenannte technische Reaktionen, die zwar ausgeprägt, aber nicht von Dauer sind.

An dieser Stelle erscheint es sinnvoll, alternative Überlegungen anzusellen, was ja unter Charttechnikern gang und gäbe ist. In Bezug auf den Deutschen Aktienindex Dax heißt das: Schwankt er weiter wie zuletzt kräftig hin und her, könnte sein Pendant, der die Stärke der Schwankungen repräsentierende VDax, nochmals über 50 Punkte springen. Das spräche, wie schon beim vorangegangenen Kurssturz, zunächst gegen deutsche Aktien. Beruhigt sich der VDax dagegen, dürfte die Erholungsphase der Aktienkurse kurzfristig andauern. Warum nicht länger, liegt auf der Hand: Weil die abflauende Konjunktur zwangsläufig zu Abstrichen bei den Unternehmensgewinnen führen wird; das nimmt die Börse vorweg.

Trading nur bedingt zu empfehlen

Alternative Überlegungen anzustellen, empfiehlt sich jetzt auch bei den Edelmetallpreisen. Beispiel Gold: Hier ist der Preis zunächst im Bereich von 1800 Dollar nach unten abgeprallt, nachdem er vorher einige Wochen lang exponentiell gestiegen war. Die Fortsetzung des exponentiellen Anstiegs wäre wegen der Überhitzungsgefahr ein schlechtes Zeichen für die weitere Entwicklung gewesen; insofern lässt sich das Abprallen des Preises bei 1800 Dollar als gesunde technische Reaktion interpretieren.

Geht man nun von der naheliegenden Überlegung aus, dass der nachhaltige Aufwärtstrend des Goldpreises, abgesehen von den an dieser Stelle immer wieder vorgebrachten Argumenten, allein schon wegen der längst nicht gelösten Staatsschuldenprobleme anhalten wird, läge die nächste starke Auffanglinie im unteren Bereich bei etwa 1600 Dollar. Das entspräche gerade mal elf Prozent Abschlag gegenüber 1800 Dollar und wäre kaum ein Anreiz fürs Trading, sondern eher für das Halten von Goldmünzen und -barren.

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26 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.08.2011, 16:13 UhrAnonymer Benutzer: Lester

    @ bilanzleser: Das ist korrekt, ändert aber nichts am grundsätzlichen Kern meiner Aussage. Denn Lobbyismus läßt sich nicht nur über die "investitionsschiene" sondern auch über die "Steuerschiene" ausüben. Abgesehen davon geben sie mir indirekt auch recht: Ein ungleich verteiltes Vermögen bedeutet letztlich Freiheit in der Gesellschaft und nicht Gleichheit. Wären in einer demokratischen Gesellschaft alle gleich, gäbe es keine ungleich verteilten Vermögen.

  • 19.08.2011, 18:59 UhrAnonymer Benutzer: bilanzleser

    @lester
    bzgl. ihres letzten postes, könnte man ihnen recht geben, voraussgesetzt das vermögen wäre weniger ungleich verteilt. so aber leihen wenige und diktieren dem schuldner ihre interessen, wie es aktuell auch deutlich sichtbar pasiert.

  • 19.08.2011, 16:45 UhrAnonymer Benutzer: Lester

    @ Akademix: Wenn ich es richtig im Kopf habe ist ein Aspekt des Debitismus auch die Aussage, dass der Staat zwei Wege hat, sich zu finanzieren: Steuern oder die Verschuldung. Während Steuern im Grunde willkürlich sind (müssen als bürger nach den gültigen Gesetzen gezahlt werden, ob man will oder nicht - Hinterziehung als illegale Umgehung mal ausgeklammert), kann jeder bürger/investor frei entscheiden, ob ich dem Staat Geld leihe oder nicht, weshalb die Staatsverschuldung im Grunde die demokratischere staatliche Finanzierungsform ist. Unter anderem hier tritt meines Erachtens das Dilemma einer jeden Demokratie zu tage: Es ist unmöglich in einer Demokratie Freiheit und Gleichheit zu erreichen.

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