Gbureks Geld-Geklimper: China-Kracher mit Folgen

kolumneGbureks Geld-Geklimper: China-Kracher mit Folgen

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Feuerwerk in Shanghai, China

Kolumne von Manfred Gburek

Die Globalisierung droht die Märkte ein zweites Mal durcheinander zu wirbeln. Es gilt, Aktien, Edelmetalle und Immobilien noch intensiver als bisher zu verfolgen.

Seltsam, da erhöhen die Chinesen ihren Leitzins, die Börsen reagieren darauf für einen Tag weltweit mit Kursrückgängen, aber keinem Chronisten fallen zwei Daten ein: Das eine drängt sich eher äußerlich auf, weil der China-Kracher jetzt am 19. Oktober losging, also zu jenem Datum, als 1987 die Aktienkurse überall auf der Welt zweistellig zusammenkrachten; weitere Vergleiche mit dem damaligen Crash wären indes an den Haaren herbeigezogen. Nicht dagegen mit einem anderen Datum: 27. Februar 2007, als die Aktienkurse an der Börse in Shanghai um fast 9 Prozent einbrachen: Sie lösten zunächst für wenige Tage ein internationales Börsenbeben aus, das sich später als der eigentliche Beginn der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise erweisen sollte.

Damit zeigte die Globalisierung ihre unschöne Seite, indem sie einen Markt nach dem anderen infizierte: Erst Shanghai, dann Immobiliencrash  in den USA, wo völlig überzogene Häuserpreise zusammenbrachen, das Auffliegen des Schwindels mit Asset Backed Securities, flankiert von Skandalen um deutsche Banken wie IKB, Hypo Real Estate und eine ganze Reihe von Landesbanken, ein Dreivierteljahr nach Shanghai das Einknicken der Aktien an allen großen Börsen, später im Zuge der Lehman-Pleite Panik, wo man auch hinsah. In den USA kam es zum großen Bankensterben, in Europa überwiegend zur Bankenrettung auf Kosten der Steuerzahler. Banken hatten etwa 9000 mit hohem Fremdkapitalhebel spekulierenden Hedgefonds viel zu hohe Kredite zur Verfügung gestellt und so die Fondsmanager zum großen Börsenspiel verleitet, das dann ein jähes Ende nahm.

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Böse Geister und ein Nonsens-Konsens

Die Reaktion der Märkte auf Chinas jetzige Zinserhöhung ist in einem Punkt verständlich: Die Schwankungen werden allenthalben stärker, weil die Erwartungen der Marktteilnehmer sich nach dem 19. Oktober zwangsläufig ändern. Dagegen erscheint die Reaktion in einem anderen Punkt geradezu lächerlich: Der Dollar ist im Vergleich zum Euro spontan gestiegen. Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, interpretiert diese kurzfristige Entwicklung mit einer sarkastischen Frage: „Haben hier Geister antiautoritärer Finanzmarktphilosophie das Ruder übernommen?“ Offenbar haben sie es, wenn auch nur für kurze Zeit.

Die Ursache für die vorübergehende Dollar-Stärke und damit Euro-Schwäche besteht wohl eher in dem oberfaulen Kompromiss zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy zur Bewältigung der europäischen Schuldenkrise. Demzufolge sollen Defizitsünder zwar bestraft werden, aber die Initiative dazu soll von ihnen selbst ausgehen. Ein solcher Nonsens-Konsens kommt bei Währungsspekulanten, die gewöhnlich klare Verhältnisse haben wollen, in der ersten Reaktion alles andere als gut an. Immerhin hat die Bundeskanzlerin ihrem von Streiks und inneren Unruhen gepeinigten französischen Partner bei dieser Gelegenheit wenigstens die Zusage zu der seit der Griechenland-Krise heiß diskutierten Insolvenzordnung für Euro-Länder abgetrotzt.

Sachwerte auf der Einkaufsliste

Wann aus der französischen Zusage auf bilateraler Ebene ein gesamteuropäischer Konsens zur Insolvenzordnung von Staaten wird, steht allerdings ebenso in den Sternen wie die längst fällige Insolvenzordnung für die USA. Folglich schaukeln Euro und Dollar mal in die eine, mal in die andere Richtung. Das mag Börsenspielern Spaß machen, die beim CFD-Handel gerade mal eine Glückssträhne erwischen, Klein-und Großanlegern hilft es nicht viel weiter. Folglich konzentrieren die sich zunehmend auf altbewährte Hausmittel, mit denen sie nicht viel falsch zu machen glauben: nach monatelanger Seitwärtsbewegung wieder Aktien, nach zwischenzeitlichen Abwärtsreaktionen wie zuletzt Edelmetalle und Immobilien in 1 A-Lagen.

Auffallend ist, dass diese drei zurzeit vor allem bei institutionellen Großanlegern bevorzugten Investments in gewisser Hinsicht Sachwerte verkörpern: Aktien insoweit, als die durch sie repräsentierten Unternehmen über Marktmacht, Know-how, Patente, kurzum, über materielle und immaterielle Güter verfügen. Edelmetalle, weil ihre Kaufkraft erfahrungsgemäß auch dann noch vorhanden ist, wenn der Wert von Papierwährungen gegen Null tendiert. Und 1 A-Immobilien, weil die Nachfrage in diesem Segment auch dann noch besteht, wenn - wie seit einiger Zeit zu beobachten – die Immobilienpreise einige Kilometer links und rechts von ihnen stark zurückgehen.

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