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Gbureks Geld-Geklimper: Das Signal aus Brüssel

Kolumne von Manfred Gburek

Die Euro-Länder mussten sich um jeden Preis auf einen Kompromiss einigen, also taten sie es. Jetzt wird die Geldmaschine erst richtig angeworfen.

Auch China soll in die Rettung Quelle: AP
Auch China soll in die Rettung einbezogen werden Quelle: AP
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Die Zahlen, die jetzt durch die Luft schwirren, werden schon in Kürze überholt sein, und dem ersten Rausch nach der langen Nacht wird ein viel längerer, Monate dauernder Kater folgen. Der lässt sich allein schon mit der Aufstockung des Kernkapitals begründen. Davon besonders betroffen sind ausgerechnet die Banken in Griechenland, Italien und Frankreich. Woher sie zusätzliches Kapital bekommen sollen, bleibt bis auf Weiteres offen. Und die theoretisch mögliche Alternative, die Reduzierung der Risiko-Aktiva, würde zu dramatischen finanziellen Engpässen in den betreffenden Volkswirtschaften und damit im ganzen Euro-Raum führen

Geldmaschine EZB

Die Entscheidung von Brüssel, notwendigerweise ein Kompromiss nach allen Seiten, hatte sich schon vor kurzem angebahnt, als Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem der jüngsten EU-Gipfel Tacheles redete: „Wir brauchen mehr Europa. Stärkere Durchgriffsrechte und Vertragsänderungen dürfen dafür auch kein Tabu sein.“ Das deutete Mario Draghi, der neue Präsident der Europäischen Zentralbank, gleich auf seine Weise, indem er unkonventionelle Maßnahmen ankündigte.

Dazu gehört ohne Zweifel der weitere Kauf von Staatsanleihen durch die EZB. Wenn es nur dabei bliebe. Bleibt es aber nicht, denn die EZB kungelt inzwischen ebenso mit den Politikern wie diese mit ihr. Das heißt, sie wandelt zunehmend auf den Spuren der amerikanischen Fed, die sich nicht in erster Linie als Hüterin einer stabilen Währung sieht, sondern als Geldmaschine zugunsten der Konjunktur. Und weil die EZB mit ihrer neuen Ausrichtung – anders als früher die Deutsche Bundesbank – nicht mehr wirklich ein Gegengewicht zu verschwendungssüchtigen Regierungen sein kann, muss ein anderes Gegengewicht her. Es sei denn, man riskiert die zunehmende Geldentwertung, die am Ende nicht mehr zu stoppen ist.

Preise bald nicht mehr zu stoppen

Zwischen diesen beiden Extremen werden die Euro-Länder in den kommenden Jahren hin und her lavieren. Das liefe im ersten Fall auf die Golddeckung des Euro hinaus, wobei Varianten, etwa eine Gold- und Rohstoffdeckung, theoretisch ebenfalls infrage kämen. Natürlich müssten dann auch andere führende Währungen wie Dollar, Yen und Yuan bei der Golddeckung mitmachen – alles in allem ein schwieriges Unterfangen, das sich nur unter größtem Druck einer extrem schwachen Weltkonjunktur und/oder kollabierender Finanzmärkte realisieren ließe.

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8 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 27.10.2011, 15:22 UhrAnonymer Benutzer: Goldmark

    ich glaube auch, daß die Hausse von Edelmetallen nicht endet, bis eine Währungsreform kommt, oder eine neue Währungsordnung.

    An eine Golddeckung glaube ich nicht, aber wenn, dann sollte man das Gold im Garten vergraben - ein Verbot von Goldbesitz käme dann bestimmt.

  • 27.10.2011, 15:16 UhrAnonymer Benutzer: Gela Szen

    ich bin kein Finazinvestor, weiß also nicht wirklich, wie diese denken.
    ich persönlich würde aber keinem Pleitestaat Geld leihen, das nur zu 20 oder 30 Prozent abgesichert ist. Und ich hoffe, dass die deutschen banken genauso denken. Vermutlich handeln sogar alle banken so, denn sie haben sicher aus dem aufgezwungenen Schuldenschnitt gelernt. Also verpufft die Hebelwirkung vermutlich und hoffentlich! Ohne überzeugende Sparbemühungen, also ohne Aussicht auf die Rückzahlung der Kredite, sollten diese Staaten kein neues Geld mehr bekommen.

  • 27.10.2011, 15:13 UhrAnonymer Benutzer: August der Starke

    @miu
    Respekt, für was ? Fürs aussitzen und Spesenmachen?
    Die kollektive Entscheidung im bundestag wird in kurzer Zeit
    manchen Zeitgenossen die Augen öffnen. Die Situation wird von
    Mal zu Mal schlimmer; unser Geld ist weg, so oder so.

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