Gbureks Geld-Geklimper: Das Signal aus Brüssel

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Auch China soll in die Rettung einbezogen werden

Kolumne

Die Euro-Länder mussten sich um jeden Preis auf einen Kompromiss einigen, also taten sie es. Jetzt wird die Geldmaschine erst richtig angeworfen.

Ein Sparprogramm für Italien, 50 Prozent Schuldenschnitt zugunsten von Griechenland, dadurch hohe Abschreibungen in den Bilanzen europäischer Banken, die ihr Kernkapital (Grundkapital und Rücklagen) in nur acht Monaten auf neun Prozent der Risiko-Aktiva (Kredite) aufstocken müssen, dazu öffentliche Garantien, die drastische Erhöhung des sogenannten Rettungsschirms mittels Hebel auf über eine Billion Euro sowie die Einbeziehung Chinas und anderer reicher Länder in die ganze Rettungsaktion. Das sind die wesentlichen Elemente der jüngsten Nachtsitzung in Brüssel. Es handelt sich um eine Mischung aus Verträgen, Wünschen und Absichtserklärungen.

Die Zahlen, die jetzt durch die Luft schwirren, werden schon in Kürze überholt sein, und dem ersten Rausch nach der langen Nacht wird ein viel längerer, Monate dauernder Kater folgen. Der lässt sich allein schon mit der Aufstockung des Kernkapitals begründen. Davon besonders betroffen sind ausgerechnet die Banken in Griechenland, Italien und Frankreich. Woher sie zusätzliches Kapital bekommen sollen, bleibt bis auf Weiteres offen. Und die theoretisch mögliche Alternative, die Reduzierung der Risiko-Aktiva, würde zu dramatischen finanziellen Engpässen in den betreffenden Volkswirtschaften und damit im ganzen Euro-Raum führen

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Geldmaschine EZB

Die Entscheidung von Brüssel, notwendigerweise ein Kompromiss nach allen Seiten, hatte sich schon vor kurzem angebahnt, als Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem der jüngsten EU-Gipfel Tacheles redete: „Wir brauchen mehr Europa. Stärkere Durchgriffsrechte und Vertragsänderungen dürfen dafür auch kein Tabu sein.“ Das deutete Mario Draghi, der neue Präsident der Europäischen Zentralbank, gleich auf seine Weise, indem er unkonventionelle Maßnahmen ankündigte.

Dazu gehört ohne Zweifel der weitere Kauf von Staatsanleihen durch die EZB. Wenn es nur dabei bliebe. Bleibt es aber nicht, denn die EZB kungelt inzwischen ebenso mit den Politikern wie diese mit ihr. Das heißt, sie wandelt zunehmend auf den Spuren der amerikanischen Fed, die sich nicht in erster Linie als Hüterin einer stabilen Währung sieht, sondern als Geldmaschine zugunsten der Konjunktur. Und weil die EZB mit ihrer neuen Ausrichtung – anders als früher die Deutsche Bundesbank – nicht mehr wirklich ein Gegengewicht zu verschwendungssüchtigen Regierungen sein kann, muss ein anderes Gegengewicht her. Es sei denn, man riskiert die zunehmende Geldentwertung, die am Ende nicht mehr zu stoppen ist.

Preise bald nicht mehr zu stoppen

Zwischen diesen beiden Extremen werden die Euro-Länder in den kommenden Jahren hin und her lavieren. Das liefe im ersten Fall auf die Golddeckung des Euro hinaus, wobei Varianten, etwa eine Gold- und Rohstoffdeckung, theoretisch ebenfalls infrage kämen. Natürlich müssten dann auch andere führende Währungen wie Dollar, Yen und Yuan bei der Golddeckung mitmachen – alles in allem ein schwieriges Unterfangen, das sich nur unter größtem Druck einer extrem schwachen Weltkonjunktur und/oder kollabierender Finanzmärkte realisieren ließe.

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