Gbureks Geld-Geklimper: Die Börse als Spielplatz

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Manfred Gburek

Kolumne von Manfred Gburek

Die Spekulation rund um den Euro erhält ständig neue Nahrung. Das meiste davon ist Unsinn. So auch das Argument der Politiker, man habe sich Zeit gekauft. Das Gegenteil ist der Fall.

Können 17 Euro-Länder mit unterschiedlichen Sprachen und Kulturen, Mentalitäten und Wohlstandsniveaus, Steuer- und Sozialsystemen, Infrastrukturen und Schuldenständen ein durch die gemeinsame Währung vereinigtes Kern-Europa einschließlich einer einheitlichen Wirtschafts- und Währungspolitik bilden? 1. Ja, als idealtypisches Konstrukt, wie es zurzeit vor allem unter Politikern gern diskutiert wird, vielleicht in einigen Jahrzehnten. 2. Alternativ sofort, aber nur als lockerer Verbund mit dem allerkleinsten gemeinsamen Nenner, einem weitgehend der Spekulation überlassenen Euro. 3. Oder, sobald die eskalierende Finanzkrise sich demnächst in einem Fiasko an den Weltbörsen entlädt, als hastig aus dem Boden gestampfte abgemagerte Währungsunion mit einer überschaubaren Zahl von Mitgliedern.

Also drei Möglichkeiten, von denen die erste ins Reich der Träume gehört und die beiden realistischen anderen Gutes nur für solche Anleger verheißen, die starke Nerven haben und das Timing einigermaßen beherrschen. Das bedeutet: Nummer 2 dürfte weiterhin für Unruhen an den Finanz- und anderen Märkten sorgen, wie wir sie seit dem vergangenen Jahr erleben. Also erst einmal Fortsetzung des Salamicrash bei Aktien, Aufspaltung der Anleihenmärkte in Papiere mit gutem und schlechtem Rating sowie ein unter erheblichen Schwankungen aufwärts gerichteter Goldpreis. Dagegen würde Nummer 3 in einen Aktien- und Anleihencrash münden, in dessen Verlauf sich sehr günstige Kaufkurse für Aktien ergäben, zunächst begleitet von neuen Höchstpreisen für Gold, die später allerdings das vorläufige Ende der langjährigen Goldhausse signalisieren dürften.

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Abenteuer mit ungewissem Ausgang

In den vergangenen Wochen hat – besonders unter Politikern -  immer wieder ein Satz die Runde gemacht, der jetzt dringend der Ergänzung bedarf: Wir haben uns Zeit gekauft. Gemeint ist das gedankliche, zum Teil bereits praktizierte Jonglieren mit Abermilliarden, vor allem in Gestalt des Euro-Rettungsfonds, der später zum Europäischen Stabilitätsmechanismus umfunktioniert werden soll. Die notwendige Ergänzung zum Thema Zeitgewinn lautet: Durch das viele Hin- und Her-Taktieren haben wir Zeit verloren.

Zeit gekauft bedeutet: Geld für ein Abenteuer ausgegeben, dessen Ausgang ungewiss ist. Der Zeitverlust wiegt umso schwerer, als die heutigen Entscheidungsträger einer nach dem anderen ihren Nachfolgern Platz machen werden. Beginnend mit Jean-Claude Trichet, Chef der Europäischen Zentralbank, den Mario Draghi ablöst. Die Nachfolger müssen sich erst einarbeiten, und danach wird das Taktieren von Neuem beginnen, besonders in der EZB-Spitze, wo ein umfangreiches Revirement ansteht. Ganz zu schweigen von anderen Nachfolgerproblemen, ganz besonders vom späteren Ausgang der Präsidentschaftswahl in Frankreich und der Bundestagswahl in Deutschland, die sich beide schon vorab als Bremsen einer effizienten europäischen Währungspolitik erweisen dürften.

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