Gbureks Geld Geklimper: Die Last mit den Beratungsprotokollen

kolumneGbureks Geld Geklimper: Die Last mit den Beratungsprotokollen

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Manfred Gburek

Kolumne von Manfred Gburek

Es ist höchste Zeit, dass Banken und Sparkassen neue Geschäftsmodelle realisieren. Beratungsprotokolle haben darin nur Platz, wenn wirklich beraten wird.

Gerd Billen, oberster deutscher Verbraucherschützer mit einem gewissen Hang zu mediengerechten Auftritten, macht wieder einmal von sich reden. Eigentlich gut so, könnte man meinen, denn er will den Anlegern zu mehr Gerechtigkeit beim Umgang mit Banken und Sparkassen verhelfen. Doch sein Appell an die Politik grenzt fast schon an Verzweiflung: „Die Bundesregierung muss dafür sorgen, dass die Protokolle Verbraucher effektiv schützen.“ Er zielt auf Beratungsprotokolle ab, die – formulieren wir es einmal großzügig – Anleger vor Falschberatungen bewahren sollen. Billens Fazit: „Mehr Sorgfalt in der Finanzvermittlung wird es nur geben, wenn die Anbieter fürchten müssen, für Falschberatungen auch belangt zu werden.“

Vermittlung ist keine Beratung

Man beachte den entscheidenden Unterschied: hier Vermittlung, da Beratung. Genaugenommen klaffen zwischen beiden ganze Welten. Denn Vermittlung ist nichts anderes als Verkauf auf Provisionsbasis. Dagegen verbietet sich Beratung mittels Provision. Für die Vermittlung bedarf es erst gar nicht eines Protokolls, demgegenüber ist es für die Beratung zwingend erforderlich. Weil der Großteil des Bankgeschäfts auf die Vermittlung entfällt, ist es müßig, diesbezüglich über Beratungsprotokolle zu diskutieren. Diese gewinnen erst an Bedeutung, wenn wirklich beraten wird. Das mag bei dem einen oder anderen Institut schon für Kunden gelten, die 100.000 Euro an freiem Vermögen mitbringen, bei den meisten sind dafür allein wegen der hohen Kosten für eine qualifizierte Beratung einige Millionen Euro erforderlich. Wer 10.000 oder 50.000 Euro anlegen will, gerät in die Provisionsmaschine, ganz egal, ob mit oder ohne Beratung.

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Protokolle führen in die Sackgasse

Beratungsprotokolle helfen Banken und Sparkassen, eigene Risiken soweit wie möglich auszuschalten. Und sie kosten Geld, letzten Endes unter dem Strich das Geld der Kunden. Diese sorgen dafür, dass die Institute nicht nur Falschberatungen, sondern auch Risiken vermeiden. Damit führen Protokolle für Nicht-Millionäre, also für die Mehrzahl der Kunden, in die falsche Richtung, aus Anlegersicht geradewegs in die Sackgasse des Dehnbaren und Beliebigen – gut gemeint, aber alles andere als gut gemacht.

Was ist überhaupt Falschberatung? Wenn Mitarbeiter von Banken und Sparkassen nicht von vornherein zwei Dutzend Fragen stellen, bevor sie eine 08/15-Riester-Rente empfehlen? Oder wenn sie es versäumen, die familiären Verhältnisse ihrer Kunden bis zur Frage zu klären, ob Papa mit seiner Oldtimersammlung nicht vielleicht einem zu teuren Hobby frönt? Oder wenn sie ihre Verkaufsgespräche so lenken, dass die Kunden am Ende doch nur das kaufen, was der zuständige Vorstand vom Frankfurter Glaspalast aus vorgegeben hat? Der Fragenkatalog ließe noch beliebig erweitern, eine abschließende Antwort bliebe indes allemal aus.

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