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Gbureks Geld-Geklimper: Die nächste Gold- und Silberrunde

Kolumne von Manfred Gburek

Notenbanken übernehmen die Funktion von Regierungen, der Goldpreis jagt von Rekord zu Rekord. Für Anleger tun sich neue Chancen auf.

Manfred Gburek
Manfred Gburek

Die Börsen sind innerhalb Wochenfrist durcheinander geraten, während der Goldpreis seine Bahnen nach oben zieht. Das dicke Ende für Aktien und Anleihen steht noch bevor, der Ausflug des Goldpreises in noch luftigere Höhen ebenfalls. Kein Wunder, hat doch erst die Ratingagentur Standard & Poor's mit der Herabstufung der amerikanischen Bonität Geschichte geschrieben, und dann hat Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank Fed, über den praktisch grenzenlosen Aufkauf von Staatsanleihen hinaus mit der beispiellosen Ankündigung der Nullzinspolitik bis 2013 geschichtsträchtig gleichgezogen. Derweil gerät Italien erneut in die Schusslinie der Hedgefonds – und damit immer mehr auch der Kern des Euro-Raums: nach Italien bald Frankreich, danach Deutschland.

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Die Europäische Zentralbank verhält sich im Prinzip konform zur Fed, indem sie Staatsanleihen der angeschlagenen Euro-Länder aufkauft und so zusätzlich zur Geld- noch Fiskalpolitik betreibt. Das heißt, beide Notenbanken übernehmen Aufgaben, die von Politikern gelöst werden müssten. Doch die melden sich entweder – wie im Euro-Raum - mit Sprechblasen aus ihrem Urlaub, oder sie werden – wie Barack Obama in den USA – von der Opposition demontiert, oder sie müssen – wie vorher in Griechenland und jetzt in England – einen Bürgerkrieg verhindern.

Unbegrenzter Anleiheschrott, begrenzte Goldvorräte

Die neue Rolle der Notenbanken hat zunächst eines für sich: Mit dem Aufkauf der Staatsanleihen verhindern sie, dass diese von den Geschäftsbanken - und anderen Besitzern - abgeschrieben werden müssen. Das würde sich nämlich am Ende negativ auf deren Kreditvergabe und damit auf die Konjunktur auswirken. Also wird weiter fleißig aufgekauft, Ende offen. Dass Anleger in so einem Szenario massiv zum Gold greifen, liegt auf der Hand. Denn das von den Notenbanken ausgehende Signal bedeutet: Im Zweifel kaufen wir auch noch den letzten Anleihenschrott auf. Oder im Umkehrschluss: Solange Staatsanleihen in unbegrenzter Höhe bei den Notenbanken landen können, übt das nur begrenzt vorhandene Gold die ihm seit Jahrtausenden eigene Werterhaltungs- und Schutzfunktion aus.

39 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 07.09.2011, 20:04 UhrAnonymer Benutzer: GiltBug

    inzwischen ist Gold-Guru Gburek zum Eurobond-Fetischisten konvertiert.

  • 15.08.2011, 19:58 UhrAnonymer Benutzer: infotainment

    @hartei
    ich gebe ihnen recht, dass sein beispiel unglücklich gewählt war. darüber hinaus hat er aber weitere argumente geliefert, die durchaus zum nachdenken anregen. insofern finde ich seine beiträge durchaus eine bereicherung und konstruktiv. im gegensatz zu vorschnellen äußerungen aus der überheblichkeit heraus, es gäbe nur eine wahrheit. denn gerade das frühzeitige umdenken und der mut gegen den strom zu schwimmen, hat sie letztlich zu einer zeit zum goldbesitzer gemacht, an dem die meisten noch behaupteten es besser zu wissen.
    in diesem sinne

  • 15.08.2011, 18:12 UhrAnonymer Benutzer: Hartgeld99

    Eine Frage Herr Gburek:

    Was halten Sie von der These das der Geldmengenwachstumsdruck ursächlich daher kommt das Schulden immer eine Tilgungsfrist beinhalten, Guthaben aber nicht!
    Das heißt die "guten" Sparer die immer mehr sparen verhindern, das der Schuldner (der ja immer innerhalb einer zeitlichen Frist zurückzahlen muss) an das gegenüberliegende Guthaben "herankommt".

    Und damit der alte Schuldner dann doch irgendwie an ein Guthaben herankommt sucht man neue Schuldner (dabei wird auch neues Guthaben erzeugt) und dieses neue Guthaben kann dann erstmal vom alten Schuldner genutzt werden um seine Tilgung zu leisten usw.

    Grundproblem also: Schulden haben immer eine zeitliche Tilgungsfrist, Guthaben nicht.

    Wie ist ihre Meinung dazu?

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