Gbureks Geld-Geklimper: Die Schulden-Inflations-Spirale

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Manfred Gburek

Kolumne von Manfred Gburek

Mal ist der Dollar, mal der Euro in der Schusslinie, während die Edelmetallpreise in beiden Währungen steigen. Änderung ist noch nicht in Sicht.

Am vergangenen Montag geschah etwas Seltsames: Nachdem die amerikanische Ratingagentur Standard & Poor's Zweifel an der Bonität der USA geäußert hatte, ging der Euro gegenüber dem Dollar kurzfristig in den Keller. Eigentlich hätte es eine entgegengesetzte Entwicklung geben müssen. Doch das durfte aus Sicht der US-Regierung und der Notenbank Fed nicht sein. Also bemühte man sich schnell um Helfershelfer von der Finanzfront, die den Euro für kurze Zeit erfolgreich mit dem Argument nach unten spekulierten, Griechenland ersticke in Schulden, was in Anbetracht von mehr als 20 Prozent Rendite für griechische Staatsanleihen ja deutlich sichtbar sei.

Noch vor einem Jahr hatte der Trick, mithilfe ausgesuchter Medien aus der Griechenland- eine Euro-Krise aufzublasen, gut geklappt. Dagegen blieb es dieses Mal beim Versuch. Das auch deshalb, weil zur selben Zeit, als die Zweifel von Standard & Poor's an den Märkten Thema Nummer eins waren, eine Flucht in deutsche Bundesanleihen und ins Gold einsetzte – was man aus gutem Grund als Misstrauen in den Dollar werten kann.

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Amerikanische Blasenwirtschaft

Diese Ereignisse sind sicher noch nicht „Das Ende des Dollars“, wie der Titel des jüngst erschienenen lesenswerten Buchs der Schweizer Journalistin Myret Zaki lautet, aber sie bilden einen weiteren Schub in Richtung Dollar-Verfall. Warum der Dollar, obwohl tendenziell zur Schwäche neigend, nicht von heute auf morgen abstürzen wird, begründet Zaki unter anderem mit dem Argument: „Weil die USA infolge der Auswirkungen der Globalisierung an wirtschaftlichem Terrain verloren haben, machen sie von ihrer politischen und militärischen Stärke Gebrauch. Denn der Dollar ist eine Angelegenheit der nationalen Sicherheit.“ Daraus folge „eine Blasenwirtschaft unter Anabolika, bei denen die Phasen des Abschwellens denen des Wiederaufblasens folgen“.

Treffend formuliert, und was bedeutet das für die Märkte? Zunächst ist sicher, dass die Fed weiter US-Staatsanleihen aufkaufen wird, unter dem Begriff „Quantitative Easing“ mittlerweile in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Das dürfte indes noch nicht unmittelbar eine neue Dollar-Schwäche auslösen. Denn der Euro ist vor seinem jüngsten Rücksetzer gegenüber dem Dollar ja schon über längere Zeit gestiegen; und die nur mithilfe der sogenannten starken Euro-Länder unter Führung von Deutschland zu bewältigenden Schuldenprobleme Griechenlands, Portugals, Irlands und womöglich weiterer Kandidaten schwächen den Euro – allerdings weniger im Vergleich zum Dollar als zum Gold, dessen Preis zuletzt vor allem in Euro kräftig zugelegt hat.

Importierte Inflation

Zu dieser Mischung aus Bewegungen und Gegenbewegungen wird sich schon in Kürze eine weitere gesellen: Inflation, und zwar in Gestalt der aus großen Schwellenländern wie China und Indien importierten Inflation. Sie lässt sich besonders am Beispiel China verdeutlichen: Das Land, das  immer noch einen beispiellosen Boom erlebt, nimmt immer mehr Abschied von seiner Rolle als verlängerte Werkbank für japanische, amerikanische und europäische Produkte. Oder anders formuliert: Die in den westlichen Ländern einschließlich Japan inflationshemmende Wirkung seiner niedrigen Löhne und Preise geht zu Ende. Das ist übrigens schon in Teilen der deutschen Industrie zu beobachten, die wieder mehr aus Mittel- und Osteuropa importiert bzw. dort neue Kapazitäten errichtet. Hinsichtlich der Industrien in den wichtigen China-Partnerländern Japan, USA und in Europa bedeutet das: Sie geben ihre gestiegenen Anschaffungs- und Herstellungskosten weiter, was schließlich die Verbraucherpreise in den Partnerländern steigen lässt.

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